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Ausreichend Schlafplätze für Obdachlose im Nordosten

Ein Dach über dem Kopf und ein heißes Getränk in den Händen, wissen viele Obdachlose im Winter zu schätzen.
Ein Dach über dem Kopf und ein heißes Getränk in den Händen, wissen viele Obdachlose im Winter zu schätzen.
Sebastian Kahnert

Der Winter macht besonders armen Menschen das Leben schwer. Für Wohnungslose gibt es in Mecklenburg-Vorpommern deshalb ein breites Hilfsangebot – vom Obdach für die Nacht bis zur warmen Mahlzeit.

Der Winter kann kommen: Die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern haben auch für die Ärmsten der Armen vorgesorgt. Es gebe ausreichend Unterkünfte für Obdachlose, erklärte ein Sprecher des Sozialministeriums. Selbst für strengen Frost seien die Städte und Gemeinden gut gerüstet. Die Kapazitäten in den Wohnungslosenquartieren würden bisher nie voll ausgeschöpft, es blieben selbst bei starker Kälte immer einige Betten frei.

Eine gesicherte Statistik über Anzahl und Bedürfnisse von Wohnungslosen gebe es allerdings nicht, räumte der Sprecher ein. Kommunen im Nordosten würden aber keine zusätzlichen Hilfen einfordern oder etwa über Versorgungsprobleme berichten. Laut der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe in Bielefeld gibt es in Deutschland etwa 284 000 Menschen ohne eigenes Zuhause, davon leben mindestens 24 000 Wohnungslose ohne Obdach auf der Straße. In MV sei die sogenannte Straßenobdachlosigkeit eher seltener zu beobachten, meinte der Ministeriumssprecher. Die Kommunen würden vielfältige Hilfen anbieten und ihren Aufgaben für wohnungslose Bürger vorbildlich nachkommen.

Ein Dutzend Betten in der Herberge sind im Schnitt unbelegt

So sind in Neubrandenburg immer ein paar Betten für Übernachtungsgäste ohne eigene Bleibe frei, wie die Stadt mitteilte. Das Obdachlosenhaus der Stadt verfüge über 46 Plätze, davon 34 in einem Wohnbereich und zwölf in einer einfachen Übernachtungsstätte. Ein Dutzend Betten in der Herberge sei im Schnitt unbelegt. In Stralsund betreibt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) eine Herberge für obdachlose Menschen. In dem Haus gibt es auch eine Kleiderkammer für Bedürftige.

Die Hansestadt Rostock beobachtet insbesondere in der Advents- und Weihnachtszeit eine große Hilfsbereitschaft ihrer Bürger gegenüber Bedürftigen. Ein Grund dafür sei die höhere Kaufkraft zum Jahresende – etwa durch Weihnachtsgeld oder 13. Gehalt, meinte ein Sprecher. Die größte Stadt des Landes biete mehr als 260 Plätze in Unterkünften für Wohnungslose. Diese seien völlig ausreichend, nur gut 200 Plätze würden regelmäßig genutzt.

Dazu gebe es Angebote für den Tagesaufenthalt in Begegnungsstätten, Suppenküchen und Wärmestuben, die teils auch Duschen, Kleidung und Waschmaschinen bereithalten. Dennoch starb in Rostock Anfang November ein 52-jähriger Wohnungsloser auf der Straße an Unterkühlung, wie die Bundesarbeitsgemeinschaft mitteilte.