Kein Führerschein, Drogen im Blut, Auto geklaut: Ein 18-Jähriger hatte gleich mehrere Gründe, vor der Polizei zu fliehen.
Kein Führerschein, Drogen im Blut, Auto geklaut: Ein 18-Jähriger hatte gleich mehrere Gründe, vor der Polizei zu fliehen. Norddkurier
18 Jahre, kein Führerschein

Autofahrer flüchtet 60 Kilometer vor der Polizei

Ein 18-Jähriger hat sich in einem geklauten Auto eine gefährliche Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Haarscharf verhinderten geistesgegenwärtige Verkehrsteilnehmer mehrere Unfälle.
Wismar

Am Montag gegen 12 Uhr fiel Polizisten in Dorf Mecklenburg ein Auto auf, welches in den vergangenen Tagen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte entwendet worden war. Weder Anhaltesignale noch das Blaulicht mit Martinshorn veranlassten den Fahrer zum Anhalten.

Stattdessen gab dieser Gas und flüchtete. Unter anderem fuhr der 18-Jährige dabei sehr dicht an einer Gruppe von Grundschülern vorbei und preschte rücksichtslos über die B208 sowie die A20. Die Polizei versuchte vergeblich, ihn zu stoppen.

Der junge Fahrer, der keinen Führerschein besitzt, rammte eine Schutzplanke, setzte seine Flucht aber in Schlangenlinien fort.

Beinahe-Unfall auf der B104

Ein Polizeiauto an der Anschlussstelle Schönberg, welches ihn aufhalten sollte, umfuhr er einfach. Auf der B104, in Richtung Rehna, überholte er mehrere Verkehrsteilnehmer, ohne den Gegenverkehr einsehen zu können. Eine Frau musste stark bremsen und rechts ranfahren, um einen Unfall zu verhindern.

Nachdem er in Rehna weitere Fahrzeuge mit stark überhöhter Geschwindigkeit überholte, wich der Flüchtige einem entgegenkommenden Pkw gerade noch aus. Dabei verlor er die Kontrolle über seinen Wagen und stieß gegen einen Laternenmast.

Der 18-Jährige blieb unverletzt und wurde vorläufig festgenommen. Im Fahrzeug wurden Betäubungsmittel gefunden, der Mann stand unter Drogeneinfluss.

Zahlreiche Delikte

Die Kriminalpolizei Wismar hat die Ermittlungen aufgenommen und Strafverfahren wegen

  • Gefährdung des Straßenverkehrs in mehreren Fällen,
  • Fahren ohne Fahrerlaubnis,
  • Widerstand gegen Polizeibeamte sowie
  • Besitz von Betäubungsmitteln

eingeleitet.

Dass keine Personen verletzt wurden, ist der besonderen Aufmerksamkeit der Passanten und Verkehrsteilnehmer zu verdanken. Sollten Zeugen gefährdet oder genötigt worden sein, werden sie gebeten, sich bei der Polizei in Wismar (03841 / 203 0) oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

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