KREISVERBAND SCHWERIN-PARCHIM

Awo will Lizenz für Mallorca-Kita verkaufen

Ende des Jahres ist die Awo-Kita auf Mallorca offiziell Geschichte. Doch abgeschlossen ist das Projekt für Axel Mielke noch nicht – der Geschäftsführer verfolgt eine neue Idee.
Ende des Jahres ist die Awo-Kita auf Mallorca offiziell Geschichte.
Ende des Jahres ist die Awo-Kita auf Mallorca offiziell Geschichte. Gabriel Kords
Schwerin ·

Wer sich in diesen Tagen mit Axel Mielke unterhält, verspürt einen Mix aus Verärgerung, Verbitterung aber auch Vorfreude. Der langjährige Geschäftsführer des Awo-Kreisverbandes, der mit der Betreibung einer Kita der Arbeiterwohlfahrt auf der Urlaubsinsel Mallorca über Monate in den bundesdeutschen Schlagzeilen stand, will sich nicht so einfach geschlagen geben.

Zwar hat der Kreisverband Anfang Juli mitgeteilt, dass die Einrichtung in der Nähe der Hauptstadt Palma zum 31. Dezember geschlossen wird, doch loslassen möchte Mielke nicht. Noch nicht. „Letztendlich mussten wir das Projekt doch nur aufgrund negativer Berichterstattung beerdigen – unser Plan, mit der Kita auf Mallorca Erzieher-Fachkräfte für den heimischen Markt in Mecklenburg-Vorpommern zu rekrutieren, war doch gerade dabei aufzugehen“, sagte Mielke im Gespräch mit dem Nordkurier. Und fügt an: „Drei potenzielle Kandidaten hatten wir schon.“

Luxus-Kita als Start-up-Vorhaben

Dass zu Beginn des Projekts vor vier Jahren von Fachkräftegewinnung keine Rede war und dieses Argument erst ins Feld geführt worden war, als die Kritik aus Politik sowie Awo-Landes- und Bundesverband an der Betreibung auf Mallorca immer mehr zunahm, will Mielke so nicht gelten lassen. „Wir haben die Einrichtung eher wie ein Start-up-Vorhaben gesehen, das sich über die Jahre entwickeln soll“, rechtfertigt sich Mielke.

Kritiker hatten dem Kreisverband vorgeworfen, mit der Mallorca-Kita seine Kernkompetenzen in Mecklenburg-Vorpommern zu vernachlässigen. Die oppositionelle AfD spricht bis heute davon, dass auch öffentliche Gelder auf die Urlaubsinsel im Mittelmeer geflossen seien. Dies hatte das Sozialministerium allerdings stets bestritten. „Da haben Leute ihren Mund aufgemacht, die überhaupt keine Ahnung haben“, geht Mielke mit seinen Kritikern hart ins Gericht – und schleudert diesen fast schon trotzig entgegen: „Wir haben uns die notwendige Lizenz zur Betreibung der Kita vom spanischen Bildungsministerium hart und mit großem Aufwand erarbeitet – diesen Aufwand wollen wir mit der Weitergabe der Lizenz möglichst kompensieren.“ Man sei mit potenziellen Bewerbern im Gespräch, versichert Mielke.

In dem Zusammenhang dementiert der Awo-Geschäftsführer, dass der Kreisverband möglicherweise durch die Hintertür noch einen Fuß in der Betreibung der Kita behalte. „Für uns ist Ende des Jahres Schluss auf Mallorca – wir versuchen im Sinne von Kindern und Eltern sowie unseren Mitarbeitern ein verträgliches Ende zu gestalten“, macht Mielke deutlich.

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