RUINÖSE PREISE

Backhaus fordert Hilfen für Schweinehalter

Nach Corona-Ausbrüchen in Schlachthöfen gibt derzeit einen Stau von 590.000 Tieren, die nicht geschlachtet werden können. Der MV-Agrarminister spricht sich für Finanzspritzen aus.
dpa
Till Backhaus (SPD), Agrarminister von Mecklenburg-Vorpommern, fordert Hilfen für Tierhalter.
Till Backhaus (SPD), Agrarminister von Mecklenburg-Vorpommern, fordert Hilfen für Tierhalter. Stefan Sauer
Schwerin.

Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) hat konkrete Hilfen für Tierhalter wegen der angespannten Lage auf dem Schweinemarkt gefordert. „Ich habe leider den Eindruck, dass viele meiner Amtskollegen den Ernst der Lage noch nicht erkannt haben”, sagte Backhaus in Schwerin. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte am Freitag in einer Videokonferenz mit den Länderministern über die Situation gesprochen.

Nicht nur die Schweinehalter hätten derzeit Probleme, sagte Backhaus. Kein Tierhalter könne kostendeckend produzieren. „Sowohl beim Schweinefleisch als auch beim Geflügel oder bei der Milch sind die Preise ruinös.” Mecklenburg-Vorpommern habe sich mit eigenen Vorschlägen nicht durchgesetzt.

40 Cent pro Kilo Schlachtgewinn zusätzlich

Das Land hatte demnach ein Liquiditätsprogramm ins Spiel gebracht, dass Schweinhaltern rund 40 Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht zusätzlich bringen sollte. Abgelehnt wurden in der Runde laut Landwirtschaftsministerium auch eine Entschädigung für bestandsreduzierende Maßnahmen und der Vorschlag einer Abschussprämie für Schwarzwild, um der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest vorzubeugen. Die Länder würden insbesondere bei der dieser Frage allein gelassen, sagte Backhaus.

Klöckner hatte am Freitag erklärt, aktuell werde mit der Branche und der EU-Kommission ausgelotet, was nötig und geeignet sei, um die Märkte zu stabilisieren, einen „Schlachtstau” abzubauen und am stärksten betroffene Schweinehalter zu unterstützen. Nach Corona-Ausbrüchen in Schlachthöfen gibt es Branchenangaben zufolge derzeit einen Stau von 590 000 Tieren, die nicht geschlachtet werden können.

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Kommentare (1)

Keine Förderung für die jetzige Haltungsform. Sondern die Förderung zu einer Artgerechten Haltung und mit sehr viel weniger Schweinen. Keine Schweine mehr für China sondern für das eigene Land mehr braucht der Markt nicht. In China kann man auch Schweine halten. Und muss sie nicht um die halbe Welt schiffen.