RAUCHFREIER FRÜHLING

Appell von Backhaus: Gartenabfälle nicht verbrennen

Das Abbrennen von Gartenabfällen ist zunehmend verpönt. Jetzt richtet auch der Umweltminister von MV einen dringenden Appell an alle Hobbygärtner im Land.
Bilder wie diese sind im März keine Seltenheit in Mecklenburg-Vorpommern. Dagegen regt sich immer mehr Widerstand.
Bilder wie diese sind im März keine Seltenheit in Mecklenburg-Vorpommern. Dagegen regt sich immer mehr Widerstand. Denny Kleindienst
Neubrandenburg ·

Ein Frühling ohne Rauch und Gestank – das wünscht Umweltminister Dr. Till Backhaus (SPD) sich und allen Einwohnern Mecklenburg-Vorpommerns. Er appelliert an die Hobbygärtner im Land, auf das Verbrennen von Gartenabfällen in diesem März ganz zu verzichten.

„Die Erlaubnis zum Verbrennen pflanzlicher Abfälle ist nicht nur rechtlich als Ausnahme an strenge Vorgaben geknüpft. Es ist auch aus ökologischer Sicht unzeitgemäß“, so der Minister. „Die Luft wird durch den Rauch belastet und ein wertvoller Rohstoff geht verloren. Zudem ist es in Zeiten der Corona-Pandemie besonders wichtig zu lüften. Das bedeutet, dass Feuer und Rauch gerade jetzt die Luftqualität nicht mindern sollten“ erklärt Backhaus seine Bitte.

Verbrennen ist verboten

Das Ministerium weist darauf hin, dass das Verbrennen grundsätzlich untersagt ist. Seit 2001 regelt eine Landesverordnung, dass in Mecklenburg-Vorpommern pflanzliche Abfälle dem Stoffkreislauf auf natürlichem Weg zurückgegeben werden sollen. Blätter, Zweige, Gras, Stauden und andere abgestorbene Pflanzenteile sollen einfach kompostieren, also verrotten, und zwar auf dem Grundstück, auf dem sie angefallen sind.

Wenn das aus welchen Gründen auch immer nicht möglich ist, können die Pflanzenteile bei Wertstoffhöfen abgegeben werden. In manchen Städten, zum Beispiel in Neubrandenburg, gibt es auch braune Biotonnen.

Nur dann, wenn diese Möglichkeiten unter keinen Umständen mach- oder zumutbar sind, sei das Verbrennen erlaubt. Was zumutbar ist, sei von der zuständigen Abfall- oder Ordnungsbehörde einzu­schätzen.

Biotonne ist Pflicht

In Städten, in denen es Biotonnen gibt, bestehe sogar die Pflicht, diese zu nutzen und das Verbrennen zu unterlassen. Zu diesem Thema gebe es einen aktuellen Fall, der vor dem Verwaltungsgericht verhandelt wurde. Demnach sei es jedem zumutbar, auch sperrige Äste in der Biotonne zu entsorgen. Man könne den Baumschnitt durchaus erst einmal auf dem Grundstück zwischenlagern, ihn nach und nach zerkleinern und in die Biotonne geben, auch über mehrere Abfuhrtermine hinweg.

Sollten tatsächlich echte Ausnahmegründe vorliegen, warum verbrannt werden muss, sei dies vom 1. bis 31. März und vom 1. bis 31. Oktober und nur werktags während zwei Stunden täglich in der Zeit von 8 bis 18 Uhr zulässig. Um eine starke Rauchentwicklung zu vermeiden, dürfen nur trockene pflanzliche Abfälle verbrannt werden.

Tiere dürfen nicht verbrannt werden

Besonders wichtig sei, dass der Feuerhaufen erst kurz vor dem Anzünden aufgeschichtet wird. Nur so könne man Igel, Mäuse, Insekten und andere Tiere schützen, die gern unter Pflanzenteilen Unterschlupf suchen. Außerdem müsse ein Mindestabstand von 300 Metern zu Krankenhäusern, Kurkliniken, Alten- und Pflegeheimen, Kindertagesstätten, Großtagespflegestellen, Schulen, Schulhorten und vergleichbaren Einrichtungen eingehalten werden.

Im Kneipp-Kurort Feldberg ist das Verbrennen von Gartenabfällen ab diesem Jahr komplett verboten. Am 1. März tritt eine entsprechende Allgemeinverfügung in Kraft. In Neubrandenburg dürfen seit vielen Jahren keine Abfälle mehr verbrannt werden. In Neustrelitz ist es noch erlaubt, doch auch hier gibt es Bemühungen um ein Verbrennungsverbot.

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Kommentare (4)

direkt die Molli ein.

Die fährt ja mit Gartenabfällen 😲.

🥳

anlegen. Die Natur liebt die Unordnung.

Wenn es denn mal brennbar wäre, das ist alles frisches Grünzeug und voll mit Wasser. Wie soll sowas überhaupt brennen?