SCHWEINEPEST IN DEUTSCHLAND

Backhaus versetzt MV in Alarmzustand – Alle müssen helfen!

Anders als der Warntag ist dies keine Übung: Die Schweinepest ist in Deutschland angekommen. MV ergreift jetzt mehrere Maßnahmen. Jäger, Landwirte, Polizei, Feuerwehr, aber auch ganz normale Bürger müssen ran.
Die Afrikanische Schweinepest ist in Deutschland angekommen.
Die Afrikanische Schweinepest ist in Deutschland angekommen. Grafik Nordkurier*
In MV will man nun Gegenmaßnahmen ergreifen.
In MV will man nun Gegenmaßnahmen ergreifen. Grafik Nordkurier*
Informationen über die Afrikanische Schweinepest.
Informationen über die Afrikanische Schweinepest. Grafik Nordkurier*
So überträgt sich die Afrikanische Schweinepest.
So überträgt sich die Afrikanische Schweinepest. Grafik Nordkurier*
In MV will man nun Gegenmaßnahmen ergreifen.
In MV will man nun Gegenmaßnahmen ergreifen. Grafik Nordkurier*
Schwerin.

Mecklenburg-Vorpommern erhöht nach dem ersten bestätigten Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland die Schutzvorkehrungen. Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) appellierte am Donnerstag in Schwerin an die Schweinehalter, in ihren Betrieben die Hygienevorschriften umfassend durchzusetzen.

Auch wenn der Fundort des befallenen Wildschweins von der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern noch 140 Kilometer entfernt sei, gelte es, „die Biosicherheitsmaßnahmen in den Schweine haltenden Betrieben hochzufahren”, sagte Backhaus.

Mehr lesen: Der erste Fall in Deutschland - Afrikanische Schweinepest in Brandenburg bestätigt

Fallwild möglichst schnell finden

Zudem sei von höchster Wichtigkeit, verendete Wildtiere, sogenanntes Fallwild, möglichst schnell zu finden und auf das Virus zu untersuchen. „Hier sind wir alle gefragt”, so Backhaus weiter. Neben den Jagdaus­übungs­­­berechtigten seien vor allem die Straßen­meistereien, Polizeidienststellen, Feuerwehren und Landwirte sowie alle Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, Fallwild umgehend den örtlichen Veterinärämtern zu melden.

Die Kadaver müssen unbedingt beprobt und untersucht werden, damit im Ernstfall unverzüglich alle notwendigen Erstmaßnahmen eingeleitet werden können. Denn je eher die Afrikanische Schweinepest in Mecklenburg-Vorpommern entdeckt wird, desto besser sind die Chancen, die Ausbreitung der Tierseuche im Land zu verhindern und diese Tierseuche erfolgreich zu bekämpfen, so der Minister weiter.

Mehr lesen: Schweinepest-Verdacht in Brandenburg

ASP-Landesprogramm

Mit Wildzäunen entlang der Grenze zu Polen versucht Mecklenburg-Vorpommern das Vordringen von infizierten Wildschweinen zu verhindern. Zur Früherkennung bei Hausschweinen sei bereits zu Jahresbeginn das ASP-Landesprogramm in Kraft gesetzt worden, sagte Backhaus. Die Teilnahme an dem Programm sei jedoch freiwillig.

Betrieben mit Schweinehaltung soll mit dem Programm noch vor Ausbruch der Seuche die Möglichkeit gegeben werden, sich auf die Maßnahmen einzustellen, die greifen, wenn die ASP bei Wildschweinen entdeckt worden ist. In diesem Fall werden nämlich entsprechende Restriktionszonen eingerichtet. Vor allem der Handel mit Schweinen aus diesen Zone werde dann erschwert und sei nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Dazu müsse eine Ausnahmegenehmigung vorliegen, heißt es weiter.

„Wir schaffen somit Vorlauf für den Fall der Fälle, denn fehlt dieser, würden sowohl Betriebe in gefährdeten Gebieten und Pufferzonen, bestandsbetreuende Tierärzte, Veterinärämter als auch das Land in den ersten vier Monaten nach Errichtung dieser Restriktionszonen vor schwierige Probleme gestellt werden“, sagt Minister Backhaus.

Wildschwein war bereits stark verwest

Die Afrikanische Schweinepest ist erstmals in Deutschland bei einem toten Wildschwein in Brandenburg nahe der Grenze zu Polen im Landkreis Spree-Neiße festgestellt worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte den Nachweis des ASP-Virus bei dem bereits stark verwesten Tierkadaver.

Wie Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) sagte, ist die Tierseuche für den Menschen ungefährlich. Vom Verzehr von möglicherweise kontaminiertem Fleisch gehe keine Gefahr aus. Für Schweine sei die Seuche aber fast immer tödlich.

*Alle in diesem verwendeten Grafiken: NK-Grafik mit Illustrationen von silver tiger, doom.ko Marina, Vector Tradition, Pugun & Photo Studio, Oleksandr Babich, jenesesimre, Roman, alinart, Aurelja Diliute, alya_haciyevastock, ubovchipurko, ralwel-stock.adobe.com, Quelle: RKI

Teilnahme am ASP-Landesprogramm:

Schweinehalter, die an dem ASP-Programm teilnehmen wollen, wenden sich bitte an ihr zuständiges Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt und erklären dort schriftlich ihre Teilnahme. Die Details der Durchführung des Programms werden den Betrieben von den zuständigen Amtstierärzten erläutert.

Informationen zur Schweinepest:

Bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP) handelt es sich laut Ministerium um eine hochansteckende Virusinfektion, die ausschließlich Haus- und Wildschweine betrifft. Für andere Haus- und Nutztierarten und auch den Menschen stellt die ASP keine Gefahr dar. Für die infizierten Schweine endet eine Infektion jedoch in der Regel tödlich.

Das ASP-Virus ist zudem sehr widerstandsfähig. Es bleibt auch während des Verwesungsprozesses des Schweins über Wochen und Monate infektiös. In Schlachtkörpern und Blut hält sich das Virus monatelang, in Gefrierfleisch sogar jahrelang. Eine Bekämpfung ist also nur dann erfolgreich, wenn das Virus am Ort des Auftretens mit allen möglichen Mitteln bekämpft wird. Die Tierseuche breitet sich zwar aufgrund verschiedener Faktoren nur langsam aus, das Virus ist aber hoch widerstandsfähig und wird daher nicht von selbst verschwinden.

Totes Tier melden (mit genauer Ortsangabe zum Wiederfinden/Koordinaten, wenn möglich)

Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter:

Integrierte Leitstellen oder jeweils diensthabende Amtsärzte:

 

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Schwerin

Kommende Events in Schwerin (Anzeige)

zur Homepage

Kommentare (6)

Nunja, irgendwann musste es ja dazu kommen.
Leider steht im Artikel nicht, an wen man sich wendet wenn man ein verendetes Schwein findet (zB auf einem Spatziergang). Polizei? Oder irgendwie den Revierförster ausfindig machen?
Das wäre doch eine interessante Information.
[Hinweis. d. Red.: Wie im Artikel zu lesen, soll dies dem örtlichen Veterinäramt gemeldet werden. Außerhalb deren Öffnungszeiten kann bei der jeweiligen Integrierten Leitstelle angerufen werden. Die Kontaktdaten finden Sie im Infokasten.]

Danke, das muss mir wohl entgangen sein (oder ist die Information vielleicht doch erst später dazu gekommen?).
[Anm. d. Red.: Der Verweis auf die Veterinärämter durch Till Backhaus stand im Artikel. Die Kontaktdaten im Infokasten haben wir zur schnellen Übersicht nachgetragen.]

Der Hinweis auf das Veterinäramt ist aber auch nur mäßig hilfreich, denn der Großteil der Menschen geht doch eher am Wochenende spatzieren, und da dürfte es mit der Erreichbarkeit des Amtes schlecht aussehen. Und aus dem Artikel geht ja doch eine gewisse Dringlichkeit hervor…
[Anm. d. Red.: Guter Punkt. Die Veterinärämter verweisen außerhalb der Öffnungszeiten dann auf die jeweiligen Leitstellen – hinzugefügte Kontaktnummern auch im Infokasten.]

Vielen Dank!

Dann müssen auch Tiertransporte mit Schweinen sofort verboten werden. Eine andere Situation ist nicht mehr zulässig. Das Schweinefleisch ist derzeit eh nicht mehr gut, voll mit Hepatitis E Viren und Impf-Hormonen bis zu Reserve-Antibiotika werden bereits injiziert. Wer soll diesen Dreck überhaupt noch kaufen? Das ist alles Sondermüll!

Muss man nicht kaufen.
Gibt genug andere tote Tiere.

Alle müssen weg - und zwar davon Plastikpackungen mit Bergen von Fleisch zu konsumieren die aus der Massentierhaltung kommen.
Zurück zum klassischen Sonntagsbraten und dann aber mal qualitativ hochwertiges Fleisch wäre ein kleiner Schritt.