Geschützte Vögel

Backhaus will Kormorane zum Abschuss freigeben

Fischer beklagen sich, dass sie nichts gegen die Vögel unternehmen dürfen. Nachdem eine Einigung mit der EU unmöglich scheint, sucht Backhaus jetzt einen anderen Weg.
dpa
Mecklenburg-Vorpommern wird sich wegen der großen Zahl an Kormoranen bei der EU erneut für eine reguläre Jagd der Vögel einsetzen.
Mecklenburg-Vorpommern wird sich wegen der großen Zahl an Kormoranen bei der EU erneut für eine reguläre Jagd der Vögel einsetzen. Wilfredo Lee
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Waren.

Mecklenburg-Vorpommern wird sich wegen der großen Zahl an Kormoranen bei der EU erneut für eine reguläre Jagd der fischfressenden Vögel einsetzen. „Hintergrund ist, dass bei uns schon der „gute Erhaltungszustand” dieser Vögel erreicht ist”, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Donnerstag bei der Jahrestagung der Binnenfischer in Waren an der Müritz. Das habe auch das Bundesamt für Naturschutz bestätigt.

Experten zufolge leben in Mecklenburg-Vorpommern 20 Kolonien der schwarzen Vögel mit etwa 15.000 Brutpaaren. Das seien so viele, wie in keinem anderen Bundesland, sagte Backhaus. Zur Arterhaltung reichten 5000 Brutpaare.

Rund 100.000 Kormorane leben im Nordosten

„Wir haben Jahrzehnte mit Brüssel diskutiert, aber das Ergebnis ist bisher gleich null”, räumte der Minister ein. Deshalb solle nun mit Hilfe des Bundesamts und der Europaabgeordneten der Parteien ein neuer Versuch gestartet werden. Fischer beklagen seit Jahren fehlende Möglichkeiten zur Reduzierung der unter Naturschutz stehenden Vögel.

Experten rechnen damit, dass mit Jungvögeln rund 100.000 Kormorane im Nordosten leben und jagen. Ein Modellprojekt, bei dem eine Kormorankolonie am Krakower See (Landkreis Rostock) beseitigt und die Wirkung auf die Fischwelt untersucht werden sollte, wird laut Landesanglerverband von Umweltbehörden blockiert.

Kommentare (1)

... das ist doch kaum zu glauben, wer zum Beispiel sehenden Auges über die Insel Usedom fährt, kann die riesigen Scharen dieser Vogelart doch nicht übersehen und die entsprechenden Stellen sollte eigentlich sofort die Problematik erkennen und handeln!