NEUE LOGOS, NEUE FARBEN

Bäckereikette Lila Bäcker gestaltet Filialen um

Nach der Pleite will die Bäckereikette ihre 270 Filialen umbauen. Allerdings gibt es mehrere Gründe, warum das nur schrittweise erfolgen soll.
Marc Grimminger und Viola Kaluza, beide Geschäftsführer, präsentierten die neuen Firmenlogos und das neue Desig
Marc Grimminger und Viola Kaluza, beide Geschäftsführer, präsentierten die neuen Firmenlogos und das neue Design des Unternehmens Lila Bäcker. Bernd Wüstneck
Neubrandenburg.

Auf das Lila will und kann Marc Grimminger nicht verzichten. „Das Wort können sogar Kinder aussprechen und die Farbe liefert einen hohen Wiedererkennungswert”, sagt der Geschäftsführer der Bäckereikette mit Sitz in Neubrandenburg, die 270 Filialen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin betreibt.

Allerdings wolle das Unternehmen Lila Bäcker als einer der größten Arbeitgeber der Region mit frischeren Farben und umgestalteten Filialen ein Jahr nach dem Neustart auch für die Kunden den Neubeginn signalisieren. In Brandenburg und in Mecklenburg-Vorpommern gebe es zum Teil noch Filialen, an denen die Logos der Vorbesitzer kleben.

100 Lila-Bäcker-Filialen wurden geschlossen

Die Vergangenheit will Grimminger damit hinter sich lassen. Steil sinkende Umsätze nach dem verstärkten Einsatz von Tiefkühlware hatten das Unternehmen Anfang 2019 an den wirtschaftlichen Abgrund und in ein Insolvenzverfahren geführt. Eine neue Kapitalspritze der Eigentümer, einer schwedischen und einer holländischen Bank, sowie der Verzicht der Gläubiger retteten das Unternehmen, verbunden mit Personalabbau und Schließung von mehr als 100 Filialen und einem Produktionsstandort in Brandenburg. „Das alles steckt mit den alten Farben und Signets noch in den Köpfen der Kunden.”

Der Umbau der Filialen ein Jahr nach dem Neustart habe vor allem einen Grund. „Wir liefern jetzt die Qualität, die wir ansprechend präsentieren wollen”, sagt Grimminger. Statt bei früher 50 Prozent liege der Eigenanteil jetzt bei 90 Prozent. Brot und Brötchen kommen seinen Angaben zufolge komplett aus Pasewalk, der meiste Kuchen aus Neubrandenburg. Dass Laugengebäck oder Croissants anderer Hersteller zugekauft würden, sei in der Branche normal.

Kleine Brötchen backen bei der Umgestaltung

Bei der Umgestaltung der Filialen will das Unternehmen eher kleine Brötchen backen. Nachdem bereits erfolgten Test in Berlin soll zunächst der Umbau von insgesamt 13 Filialen angegangen werden, darunter in Neubrandenburg, Torgelow, Strasburg, Malchow und Greifswald. „Wir wollen sehen, ob dadurch mehr Kunden den Weg in die Filialen finden und auch mehr kaufen”, erläutert Viola Kaluza als Vorsitzende der Geschäftsführung die Strategie. Die Ressourcen des Unternehmens seien begrenzt. Der erhoffte Erfolg der neuen Filialen solle den Umbau der nächsten finanzieren. „Je besser unser Konzept bei den Kunden ankommt, um so sind wir insgesamt durch”, betont sie. Dabei gelte das Prinzip Sparsamkeit: Mobiliar und Tresen würden weiter genutzt, die Farbgestaltung, Beleuchtung und Präsentation aufgefrischt.

Lila-Bäcker schreibt wieder schwarze Zahlen

Nicht zuletzt ist es auch die Geschäftsentwicklung seit Juni, die den Start der Umgestaltung ermöglicht hat, wie Kaluza durchblicken lässt. „Wir schreiben wieder schwarze Zahlen”, betont sie. Nach dem Schock von März bis Juni mit einem Umsatzeinbruch von bis zu 30 Prozent, seien die Kunden wieder zurückgekehrt. Während in Berlin und Brandenburg das Normalgeschäft laufe, profitiere Mecklenburg-Vorpommern von den vielen Urlaubern. „Wir bedienen seit Sommerbeginn mehr Gäste, die gleichzeitig mehr kaufen”, beschreibt sie den Trend. Allerdings seien die Verluste des Corona-Lockdowns bis zum Jahresende nicht aufholbar. In einem Nordkurier-Gespräch hatte sie eingeräumt, dass der Lila Bäcker seine Preise gemäß der Inflationsrate erhöht habe, um krumme Centbeträge abzuschaffen.

50 neue Mitarbeiter gesucht

Inzwischen suche der Lila Bäcker mehr als 50 Mitarbeiter, erläutert sie. Insbesondere die Kuchenproduktion in Neubrandenburg sei voll ausgelastet, weil auch die Großkunden wieder die Auftragsbücher füllen. Die Produktionsstätte habe jetzt ein hohes Niveau des IFS-Standards zur Lebensmittelsicherheit erreicht, was für die Listung bei Handelsketten wichtig sei. Geschäftsführerin Kaluza kündigte an, bei der Entlohnung künftig eine Leistungskomponente einführen zu wollen. In der Vergangenheit hatte die Branchengewerkschaft NGG wiederholt kritisiert, dass der Lila Bäcker über keinen Haustarif verfüge und nur knapp über Mindestlohn zahle.

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