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Bärin lebte 22 Jahre lang als Männchen

Der Umzug in ein artgerechtes Gehege im Bärenwald Müritz hat für einen Meister Petz überraschende Folgen. Bei einer Untersuchung stellt sich heraus: "Hannes" ist eigentlich ein Weibchen.
Das ist Hanna, die 22 Jahre lang für einen Hannes gehalten wurde.
Das ist Hanna, die 22 Jahre lang für einen Hannes gehalten wurde. Bärenwald Müritz/Maxi Rühlmann/dpa

Aus "Hannes" wurde bei uns "Hanna", sagte die Leiterin des Bärenwaldes Müritz in Stuer, Winnie Rösner, am Mittwoch.

"Hanna" war Ende März als letzter Bär aus dem Tierpark Wolgast (Kreis Vorpommern-Greifswald) wegen der besseren Haltungsbedingungen in das Bärengehege der Tierschutzstiftung Vier Pfoten umgezogen. Aus diesem Anlass sei sie gründlich von Experten des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung Berlin untersucht worden. An diesem Sonntag soll die Bärin beim "Frühlingsfest" aus der Quarantäne in ein großes Gehege gelassen werden.

Geschlechterfeststellung bei den Petzen ziemlich schwierig

Ein Sprecher des Tierparks Wolgast bestätigte den Vorfall: "Das kann passieren, das Tier wurde 1992 in einem Zoo in Sachsen-Anhalt geboren und nur dort wurde der junge Bär untersucht." In dem Fall sei es "menschliches Versagen" gewesen, wobei die Geschlechterfeststellung bei Bären nicht ganz einfach sei. Nach Wolgast kam das Tier 1996 bereits als "Hannes" und lebte dort mehr als 17 Jahre.

Bär eigentlich zu klein für einen Kerl

Als unsere Cheftierpflegerin den 160 Kilogramm schweren Bären zum ersten Mal sah, war sie überrascht, erklärte Rösner. Das Tier erschien für ein Männchen sehr klein, für ein Weibchen habe "Hanna" aber eine normale Größe.

Noch sehr scheu und bärenmüde

Die Wildtierexperten fanden bei "Hanna" bisher keine schweren Erkrankungen. Der Umzug habe das Tier dennoch gestresst. "Als erstes hat sie geschlafen, bisher ist sie noch sehr scheu", sagte Rösner. In dem 16 Hektar großen Bärenschutzzentrum verbringen Tiere aus nicht artgerechten Haltungen ihren Lebensabend. Nun leben hier 20 Bären, die alle ihren Winterschlaf beendet haben.

Der Bärenwald wurde 2006 eröffnet. Zwei ältere Bären starben bereits hier, maximal sollen 24 Bären in Stuer leben dürfen. In dem Waldgelände am Plauer See können die Bären Höhlen graben, in Teichen baden und lange unterdrückte natürliche Instinkte wieder ausleben. Pro Jahr kamen zuletzt rund 70 000 Bärenliebhaber.

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