PROTEST

Bahn streicht Verbindungen nach Vorpommern

Die Bahn feiert sich für Verbesserungen, die mit dem neuen Winterfahrplan ab 13. Dezember kommen sollen. Vorpommern wird allerdings abgehängt und Berlin und Usedom rücken weiter auseinander.
Mit dem neuen Winterfahrplan rückt Berlins Hauptbahnhof wieder etwas weiter weg von Vorpommern.
Mit dem neuen Winterfahrplan rückt Berlins Hauptbahnhof wieder etwas weiter weg von Vorpommern. Christoph Soeder
Greifswald.

Die Deutsche Bahn hat zum Winterfahrplan zahlreiche Verbesserungen angekündigt. Mehr Züge, viele davon nagelneu, mehr Verbindungen, mehr Sauberkeit. Los geht es mit der schönen neuen Welt am 13. Dezember, und das ist auch der Tag, an dem Vorpommern wieder mal abgehängt wird.

Denn ganz am Ende der Jubelmitteilung der Bahn zum neuen Winterfahrplan findet sich auch ein Hinweis, dass es Corona-bedingt auch zu Einschränkungen kommt. Also, eigentlich nur zu einer: Und die betrifft – wieder mal Pech gehabt – Vorpommern.

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Protest aus Greifswald

Greifswalds Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder ärgert das, er protestierte jetzt schriftlich bei der Bahn gegen die Streichungen im Fernverkehr.

So soll aus Gründen der gesunkenen Auslastung durch die Corona-Pandemie zukünftig auf ein Zugpaar im Fernverkehr ab Stralsund über Greifswald, Anklam, Pasewalk und Prenzlau in Richtung Berlin verzichtet werden. Damit rücken auch Berlin und die Insel Usedom verkehrstechnisch wieder weiter auseinander. Denn auf der Strecke liegt der Umsteigebahnhof Züssow, von dem aus man in die Usedomer Bäderbahn steigen und direkt in Richtung Ostsee-Strand fahren kann.

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Direktverbindung nach München

Auch die erst vor wenigen Jahren erstrittene und einmal täglich verkehrende ICE-Direktverbindung nach München wird künftig bereits in Berlin enden. Gestrichen wird auch eine tägliche Direktverbindung nach Köln.

„Für den Wissenschafts- und Universitätsstandort Greifswald ist eine dichte Anbindung an Berlin lebensnotwendig, die Universität, die universitätsnahen Institute und der gesamte akademische Betrieb sind auf gute Erreichbarkeit angewiesen, der Schienenverkehr ist dabei das Hauptverkehrsmittel für Studierende und Beschäftigte“, betont der Oberbürgermeister in seinem Protestschreiben.

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Kommentare (9)

Was heisst ein Zugpaar? Dass von den fast stündlich fahrenden Zügen zwischen Berlin und Stralsund über Pasewalk einer täglich nicht mehr fährt? Die DB ist unsicher, dass MV auch 2021 so gut wie keine Urlauber ins Bundesland und an die Ostsee lassen wird. Da ist ein Zugpaar auf dieser Strecke zu streichen noch eine generöse Entscheidung. Wenn man dann die Ausweitung des Corona-Verkehrs bei der DB-Ankündigung für NRW sieht wird klar, wo das Leben stattfindet und investiert wird.

Zugpaar = eine Bewegung von Berlin - Stralsund - Berlin.
Es geht im Artikel um den Fernverkehr, Sie verwechseln das mit dem zweistündlichen Regionalverkehr, der über die Länder finanziert und festgelegt wird.

Der Vollständigkeit halber sollte man dazu sagen, dass das eine temporäre Einsparung ist, und eine Anpassung bei erhöhtem Fahrgastaufkommen vorgesehen ist.

Darf doch auf Wunsch einer einzelnen Dame sowieso niemand , auf unabsehbare Zeit nach MV Reisen. Also braucht die Bahn auch diese Leistung nicht mehr anbieten , ist doch logisch.

Keine Touristen = keine Züge.
Weniger Leute, dann kann man auch die Versorgung herunterfahren.
Man benötigt auch keine Straßen mehr.
Wo keiner wohnt braucht es auch keine Energie!
Immer so weiter.
Die Leute, die im Moment am wenigsten bemerken vom Corona-Lockdown, wie Politiker, oder öffentlicher Dienst im Homeoffice, sollten sich mal überlegen, welche Konsequenzen das ständige Abwürgen der Wirtschaft hat.

(gekürzt)

Also wer im Homeoffice arbeitet - egal ob öffentlicher Dienst oder anderweitig Beschäftigter - dürfte am allermeisten merken, was Corona-Lockdown bedeutet.
Nicht immer alles durcheinanderhauen.

Und EIN Zugpaar .... die im Raume stehende Verbindung stand schon vor Corona auf der Kippe.
Ich saß da so oft allein im 6er Abteil. Schön, wenn man keinen fragen muss, ob ein offenes Fenster stört.

Für Neunmalkluge, ja, es gibt tatsächlich noch Wagen mit Schiebefenstern im Fernverkehr.

Genau genommen geht es um den Zug 7:15 Uhr ab Stralsund welcher Montag-Donnerstag fährt und Freitag/Samstag um 13:15 Uhr ab Stralsund. Von Berlin nach Stralsund ist es der Zug um 18:16 Uhr ab Berlin Hbf, welcher außer Samstag täglich fährt. Diese Züge sollen nach derzeitigem Stand erst wieder ab 14. Juni fahren, was wirklich viel zu spät ist. Meiner Meinung sollte man die Züge zumindest bis zum 3. Januar noch fahren und dann wenigstens kurz vor Ostern wieder einführen, also ab dem 29. März. Was den ICE nach München angeht, der fährt auch 2021 wieder ab Berlin nach München weiter, endet jedoch ne bestimmte Zeit in Nürnberg wegen Bauarbeiten.

Hier gehts zum aktuellen Fahrplan mit allen bisher geplanten Zügen (im DB Navigator und der Web-Auskunft stehen derzeit noch nicht alle Züge drin):

Berlin-Stralsund:

http://kursbuch.bahn.de/hafas/kbview.exe/dn/KB203_Nord_R_Taeglich_G25112020.pdf?filename=KB203_Nord_R_Taeglich_G25112020.pdf&orig=ut

Stralsund-Berlin:

http://kursbuch.bahn.de/hafas/kbview.exe/dn/KB203_Nord_H_Taeglich_G25112020.pdf?filename=KB203_Nord_H_Taeglich_G25112020.pdf&orig=ut

Wohl eher Glück. Keine Horden von Touristen, keine überfüllten Straßen,genügend Parkplätze usw usw.

Begreifen aber nur die, die nicht den ganzen Tag zu Hause hocken und unter online-Artikel ihre Weltuntergangsphantasien klieren.

Ja, auch ich hoffe, dass meine bevorzugten Hotels auf Rügen nicht Pleite gehen. Da es aber noch genug beruflich Reisende gibt, wird dies auch nicht passieren.