OSTSEEPIPELINE

Bau von Nord Stream 2 schreitet voran – ungeachtet aller Probleme

Auch wenn nach wie vor ungeklärt ist, wie die Pipeline vor Bornholm verlaufen soll, wird an Nord Stream 2 weitergebaut. Der russische Betreiber will Ende 2019 betriebsbereit sein.
dpa
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Auf einer Plattform am Pipeline-Verlegeschiff „Castoro 10” vor der Südostspitze Rügens arbeiten Fachleute an der Verbind
Auf einer Plattform am Pipeline-Verlegeschiff „Castoro 10” vor der Südostspitze Rügens arbeiten Fachleute an der Verbindung zweier Leitungsstücke. Stefan Sauer
Sind die Arbeiten an der Leitung fertig, wird sie in 20 Metern Tiefe auf den Meeresboden abgesenkt.
Sind die Arbeiten an der Leitung fertig, wird sie in 20 Metern Tiefe auf den Meeresboden abgesenkt. Stefan Sauer
Arbeiter, die auf Pipeline-Rohre starren.
Arbeiter, die auf Pipeline-Rohre starren. Stefan Sauer
Sassnitz.

Ungeachtet des politischen Streits und des noch ungeklärten Trassenverlaufs vor der dänischen Ostseeinsel Bornholm schreitet der Bau der Erdgasleitung Nord Stream 2 voran. Wie das Tochterunternehmen des russischen Staatskonzerns Gazprom am Montag mitteilte, sind vor der Südostspitze Rügens nun zwei bereits im Vorjahr verlegte Leitungsstücke von knapp 30 und 40 Kilometern Länge verbunden worden. Dazu seien die jeweiligen Leitungsenden aus dem Wasser gehoben und am Verlegeschiff Castoro 10 zusammengeschweißt worden.

Die Rohre würden danach wieder auf den knapp 20 Meter unter dem Meeresspiegel liegenden Meeresboden abgesenkt. Prüfungen, Korrosionsschutz und Verankerung der Leitungen am Boden würden noch einige Tage in Anspruch nehmen, hieß es.

Der neue Doppelstrang wird im wesentlichen parallel zur Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 verlegt, durch die schon seit 2011 Gas aus Russland nach Lubmin bei Greifswald fließt. Dort wird das Erdgas dann in das westeuropäische Leitungsnetz eingespeist. Den Planungen zufolge soll die neue, ebenfalls etwa 1200 Kilometer lange Ostsee-Pipeline Ende des Jahres betriebsbereit sein.

Furcht vor zu großer Abhängigkeit

Die zweite Leitung ist heftig umstritten. Die Bundesregierung steht zwar hinter dem Projekt und hofft auf Versorgung mit preiswertem Gas. Doch die USA und einige europäische Staaten kritisieren den Bau, unter anderem weil sie eine zu große Abhängigkeit von russischem Gas befürchten. Zudem ist es erklärtes Ziel der USA, den eigenen Erdgas-Absatz in Europa zu steigern. Wolfgang Büchele, der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, hatte jüngst die Befürchtung geäußert, dass die europäische Energiepolitik zum Spielball der USA werden könnte.

Die Fertigstellung der neuen Pipeline, die laut Nord Stream bereits zu 70 Prozent verlegt ist, könnte sich verzögern, weil es noch keine Einigung zum Trassenverlauf vor Bornholm gibt.

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