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Bau von Sturmflutschutz auf Usedom

Die Wellen peitschen gegen die Seebrücke in Zinnowitz auf der Insel Usedom. Der Norden der Insel soll besser vor den Auswirkungen der Sturmflut geschützt werden.
Stefan Sauer

Das letzte verheerende Hochwasser auf der Insel Usedom liegt ein knappes Jahr zurück, nun soll der Norden der Insel besser geschützt werden.

Der Norden der Insel Usedom erhält einen neuen Sturmflutschutz. Am Freitag startet Umweltminister Till Backhaus (SPD) im Peenemünder Hafen symbolisch den Bau einer knapp 300 Meter langen Hochwasserschutzanlage. Die Ufermauer ist Teil einer geplanten Ringeindeichung von Peenemünde, wie das Umweltministerium mitteilte. Zusammen mit einem ebenfalls zu bauenden Riegeldeich vor Karlshagen soll das Sturmflutschutzsystem den Norden der Insel mit den Orten Peenemünde, Karlshagen, Trassenheide und Zinnowitz vor schweren Sturmfluten schützen. Die Gesamtkosten betragen laut Ministerium 16 Millionen Euro.

Schutz vor Sturmflut ist seit Jahren umstritten

Das letzte verheerende Hochwasser auf der Insel Usedom liegt ein knappes Jahr zurück, nun soll der Norden der Insel besser geschützt werden. Doch der Sturmflutschutz dort ist seit Jahren umstritten. Das Umweltministerium hatte im Sommer die Pläne für ein großes Renaturierungsvorhaben ad acta gelegt und dafür das neue Deichvorhaben präsentiert. Ursprünglich sollte ein Deich, der mit dem Bau der früheren NS-Heeresversuchsanstalt angelegt wurde, zurückgebaut oder an mehreren Stellen durchbrochen werden. Eine Bürgerinitiative befürchtete, dass damit der Kern des denkmalgeschützten Areals, in dem die Nationalsozialisten die V2-Raketen entwickelt hatten, geflutet und die Ortschaft Karlshagen durch steigende Grundwasserspiegel bedroht würden. 

Die Befürchtungen bestünden weiter, sagte der Sprecher der  Bürgerinitiative Rainer Höll. Denn offen sei, ob das Land mit der Fertigstellung des neuen Riegel- und Ringdeichs den historischen Deich aus seiner Verantwortung gebe. Mit dem dann einsetzenden Verfall des Deiches würde dies eine Flutung der südlich von Peenmünde gelegenen Flächen durch die Hintertür bedeuten, sagte Höll.