ERNTEAUSFÄLLE DURCH TROCKENHEIT

Bauern ernten deutlich weniger Getreide und Raps

Für manche Bauern kann die Dürre existenzbedrohend werden. Sie ernten bei Getreide die Hälfte der durchschnittlichen Mengen – oder sogar noch weniger.
dpa
Laut Bauernverband Verband hat die Dürre nicht nur die Ertragsmengen negativ beeinflusst, sondern auch die Qualitäten.
Laut Bauernverband Verband hat die Dürre nicht nur die Ertragsmengen negativ beeinflusst, sondern auch die Qualitäten. Bernd Wüstneck
Neubukow.

Die Dürre hat den Bauern nach zwei schlechten Erntejahren jede Hoffnung auf eine einträgliche Getreide- und Rapsernte in diesem Jahr genommen. Sie müssen nach Angaben des Agrarministeriums mit Ertragsausfällen von 25 bis 50 Prozent rechnen. Bislang ist die Wintergerste eingebracht. Die Weizen- und Rapsernte ist in vollem Gange.

Einer Verbandssprecherin zufolge haben nicht nur die Ertragsmengen unter der Dürre gelitten, sondern auch die Qualitäten. Bei Brotgetreide spielt zum Beispiel das Eiweiß eine wichtige Rolle. Es sorgt dafür, dass Brot beim Backen aufgeht und nicht zusammenfällt. Diese hohen Getreidequalitäten könnten nur in wenigen Regionen der Welt produziert werden. Für deutsche Landwirte sei dies ein Wettbewerbsvorteil und sie würden damit höhere Preise erzielen – nicht aber in diesem Jahr. Der Bauernverband rechnet mit durchschnittlichen finanziellen Einbußen der Landwirte von 350 Euro je Hektar, mehr als ein Drittel des durchschnittlichen Erlöses von 1200 Euro pro Hektar.

Der Regen im Juli sei für Gerste, Weizen und Raps zu spät gekommen. Auf besonders trockenen Schlägen bildete das Getreide kaum Körner aus und wurde zum Teil schon auf dem Feld gehäckselt. Viehhalter haben große Sorgen wegen fehlenden Futters. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, sprach am Mittwoch in Berlin von teils existenzbedrohenden Situationen für Landwirte im deutschen Nordosten. Über staatliche Hilfen soll im August beraten werden.

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