DÜRRE

Bauern in MV finden 2018 "zum Vergessen"

Die lange Trockenheit hat im ausgehenden Jahr zu großen Ernteeinbußen bei Getreide, Raps und Futterpflanzen geführt. Vor allem Tierhalter haben zu kämpfen.
dpa
Die lange Trockenheit hatte 2018 zu großen Ernteeinbußen bei Getreide, Raps und Futterpflanzen geführt.
Die lange Trockenheit hatte 2018 zu großen Ernteeinbußen bei Getreide, Raps und Futterpflanzen geführt. Sebastian Gollnow
Neubrandenburg.

Für Landesbauernverbandspräsident Detlef Kurreck ist 2018 „ein Jahr zum Vergessen” gewesen. Die lange Trockenheit hatte zu großen Ernteeinbußen bei Getreide, Raps und Futterpflanzen geführt. Ein Trost: „Jedes Tier wird satt”, sagte Kurreck. Allerdings sei die Qualität des Futters nicht gut, die Maissilage sei zu trocken, der Energiegehalt gering. Aber wenigstens sei reichlich Stroh geborgen worden. Inwiefern die Freigabe der Stilllegungsflächen zum Weiden und zur Futtermahd den Futtermangel milderte, könne er nicht sagen. Überwiegend hätten die Tierhalter Futter von außerhalb zugekauft.

Jahre wie 2017 und 2018 seien dazu angetan, den Strukturwandel in der Landwirtschaft zu beschleunigen. Viehbestände würden abgebaut. „Es sind viele Kühe und Jungvieh auf dem Markt”, sagte Kurreck. Mancher gebe die Produktion eher auf als geplant. Der Bauernpräsident verteidigte Landwirte, die ihre Betriebe an außerlandwirtschaftliche Investoren verkauften. „Es ist schwierig, zwischen gutem Geld und schlechtem Geld zu entscheiden”, sagte er. Wenn ein malaysischer Konzern eine Werft in Mecklenburg-Vorpommern kaufe, sei das für die Gesellschaft in Ordnung, nicht aber, wenn ein westdeutscher Möbelfabrikant einen Landwirtschaftsbetrieb übernehme.

Da in diesem Jahr die Preise für Getreide und Raps trotz der geringeren Erträge niedrig geblieben seien, würden viele Betriebe rote Zahlen schreiben. Mit den staatlichen Dürrehilfen werde nur das schlimmste abgedeckt, sagte der Bauernpräsident. Immerhin sei das Prozedere konfliktarm gelaufen, die Landwirte hätten sich lobend geäußert. Im Land haben nach Ministeriumsangaben 518 Betriebe insgesamt 42 Millionen Euro Dürrehilfe beantragt. Bis zu 50 Millionen wären möglich gewesen.

Optimistisch stimme, dass auf den meisten Böden die Winterkulturen jetzt gut entwickelt seien. In einigen Regionen hätten Landwirte jedoch neu ausgesäten Raps wieder umbrechen müssen, weil die jungen Pflanzen vertrockneten. Die Rapsfläche dürfte nach Kurrecks Einschätzung erneut kleiner geworden sein. Schon in den beiden vorangegangenen Jahren war wegen des Verbotes, den Samen zum Schutz vor Krankheiten zu beizen, weniger von der Ölfrucht angebaut worden.

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