PFUSCH AN DER AUTOBAHN

Baufirma kassiert doppelt am A20-Loch

Derzeit bauen zwei Firmen die Behelfsbrücke für das A20-Loch bei Tribsees. Und jetzt raten Sie mal, wer vor Jahren die nun zusammengebrochenen Säulen ins Moor gerammt hat.
Andreas Becker Andreas Becker
232 Bohrpfähle werden auf der Baustelle der A20 für die Behelfsbrücke ins Moor gerammt. Und zwar von der Firma, die schon vor Jahren für die Säulen verantwortlich zeichnete.
232 Bohrpfähle werden auf der Baustelle der A20 für die Behelfsbrücke ins Moor gerammt. Und zwar von der Firma, die schon vor Jahren für die Säulen verantwortlich zeichnete. Stefan Sauer
Eine Arbeitsgemeinschaft zweier großer Baufirmen arbeiten derzeit auf der Baustelle der A20 an der Gründung für die Behelfsbrücke.
Eine Arbeitsgemeinschaft zweier großer Baufirmen arbeiten derzeit auf der Baustelle der A20 an der Gründung für die Behelfsbrücke. Stefan Sauer
Das A20-Loch nach dem Einsturz der Säulen.
Das A20-Loch nach dem Einsturz der Säulen. Stefan Sauer
Tribsees.

In der Baubranche entwickelt sich ein heftiger Streit um das A20-Loch. „Dass eine Firma ihren eigenen Schrott auf Kosten der Steuerzahler selbst für viel Geld wieder in Ordnung bringen darf, setzt dem Desaster noch die Krone auf“, fährt ein Bauingenieur gegenüber dem Nordkurier schwere Geschütze auf.

Säulen brachen zusammen

Der Fachmann, dessen Name der Redaktion bekannt ist, zielt mit seiner Kritik auf die Bauer Spezialtiefbau GmbH ab. Die hatte laut der bundeseigenen Autobahnprojektgesellschaft Deges zu Beginn des Jahrtausends jene sogenannten CSV-Säulen angepriesen und verwendet, die im Oktober vergangenen Jahres zwischen den Anschlussstellen Tribsees und Bad Sülze zusammenbrachen und die A20 im Moor versinken ließen.

Und jetzt ist ausgerechnet Bauer erneut an der Autobahn aktiv. Gemeinsam mit der Firma Züblin ist sie dafür verantwortlich, dass die Behelfsbrücke ordnungsgemäß gegründet wird.

Keiner wollte den A20-Auftrag

Glücklich ist Ronald Normann, verantwortlicher Abteilungsleiter beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern, mit dieser Lösung nicht: „Ich hätte liebend gerne eine andere Firma genommen, doch es hat sich keine andere um den Auftrag beworben.“

Laut Normann ist Bauer der größte Hersteller von Bohrgeräten in Deutschland. Normann sagt: „Ich benötige diese Bohrgeräte, die pro Stück 1,5 Millionen Euro kosten, um eine sichere Gründung im Moor zu gewährleisten.“ Die Firma Bauer selbst wollte sich gegenüber dem Nordkurier nicht äußern und verwies auf Normann.

Die Gesamtkosten für den Bau der Behelfsbrücke liegen bei 51,3 Millionen Euro, davon entfallen 31 Millionen Euro auf die Gründungsarbeiten.

Auch die Umleitung am A20-Loch sorgt für mächtig Ärger, sowohl bei Autofahrern als auch bei Anwohnern. So verbindet sich neuerdings die Not mit der Notdurft zu einem Problem, das zum Himmel stinkt.

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Kommentare (1)

Stein auf Stein, die Brücke wird bald fertig sein