STAUS ZUM OSTER-URLAUB

Baustellen-Stress auf A20 nimmt kein Ende

Wegen neuer Leitplanken drohen zwischen Tribsees und Grimmen neue Staus. Und die Behelfsbrücke über das ehemalige A20-Loch bremst weiter den Verkehr aus.
Christine Gerhard Christine Gerhard
Im vergangenen Jahr sorgte das gesperrte Teilstück der Ostseeautobahn A20 bei Tribsees für Stau. Auch in diesem Jahr müssen Autofahrer baustellenbedingt mehr Zeit einplanen.
Im vergangenen Jahr sorgte das gesperrte Teilstück der Ostseeautobahn A20 bei Tribsees für Stau. Auch in diesem Jahr müssen Autofahrer baustellenbedingt mehr Zeit einplanen. Bernd Wüstneck
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Tribsees.

Ein neues Nadelöhr auf einem zehn Kilometer langen Abschnitt der Autobahn A20 erschwert derzeit den baustellengeplagten Autofahrern den Weg durch Mecklenburg-Vorpommern. Die Strecke zwischen Tribsees und Grimmen Ost ist in beide Richtungen nur einspurig befahrbar, es gilt Tempo 60. Grund dafür ist eine stückweise Erneuerung der Leitplanken für knapp 2,8 Millionen Euro, teilte das Straßenbauamt Güstrow mit. Die stabileren Schutzsysteme sollen künftig auch Lkw standhalten können.

Durchschnittlich 17.800 Fahrzeuge befahren täglich den betroffenen Abschnitt, in den Ferien deutlich mehr. Und Ostern steht kurz bevor.

Geplant sei, die im März begonnenen Arbeiten bis Ende Juni und damit knapp vor Beginn der Sommerferien am 1. Juli abzuschließen, sagt Ronald Normann, Abteilungsleiter des Straßenbauamtes Güstrow. Um das zu erreichen, arbeite das beauftragte Unternehmen auch am Wochenende. Normann ist zuversichtlich: „Die Arbeiten gehen kontinuierlich voran.“ Sollte es doch zu Verzögerungen kommen, werde die Sperrung aber rechtzeitig gelockert, um den Verkehr im Sommer möglichst wenig einzuschränken.

Umbau der gesamten A20

Das mit den Arbeiten beschäftigte Bauunternehmen sei nicht nur für den zehn Kilometer langen Abschnitt zuständig, sondern mit dem Umbau der gesamten A20 beauftragt. Die Gesamtkosten in Höhe von 90 Millionen Euro für die Erneuerung bis 2030 trägt der Bund.

Der Austausch der Leitplanken geht auf neue Richtlinien für diese Elemente zurück, die bereits im Jahr 2009 beschlossen wurden. Sie konnten laut Straßenbauamt jedoch nicht sofort realisiert werden, da „die passenden Schutzplanken erst noch entwickelt werden mussten“. In den vergangenen Jahren seien zunächst die A11 (zwischen 2010 und 2012) sowie die A14, die von 2015 bis 2017 neu gebaut wurde, mit den Elementen ausgerüstet worden. Nun ist die A20 an der Reihe, bis 2035 sollen die Schutzplanken auch auf der A19 und der A24 eingesetzt werden.

Baustelle bei Tribsees noch über Jahre ein Problem

An das neue A20-Nadelöhr schließt sich eine weitere Staufalle an, die seit Dezember 2018 den Verkehr ausbremst: Die für zwei Jahre gemietete Behelfsbrücke soll den A20-Krater bei Tribsees bis zum Beginn des richtigen Brückenneubaus überbrücken. Im Herbst 2017 war dort ein Teil der Fahrbahn weggebrochen.

Auch auf dieser Baustelle gilt eigentlich Tempo 60, wegen der Dehnungsfugen wird die Höchstgeschwindigkeit allerdings kaum ausgereizt. Eine seriöse Prognose zum Abschluss dieser Arbeiten konnte das Schweriner Verkehrsministerium bisher nicht geben. Allerdings soll es deutlich vor 2025 dazu kommen, heißt es. Zudem werde sich die Lage entspannen, sobald die erste Brückenhälfte fertig sei.

Und damit noch nicht genug der Baustellen: Am Kreuz Wismar soll wegen Arbeiten an der Straßendecke ab 9. April der Verkehr umgeleitet werden. Fahrer aus Richtung Schwerin, die auf die A20 nach Rostock beziehungsweise die A14 nach Schwerin wollen, müssen dann auf Bundes- und Landstraßen ausweichen, heißt es aus dem Straßenbauamt.

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