Frühchenstationen

Bedrohte Frühchen-Stationen in MV – Sorgen-Brief an Spahn

Der Schweriner CDU-Abgeordnete Sebastian Ehlers äußert in seinem Brief Sorge wegen der geplanten Erhöhung von Mindestfallzahlen bei Frühchenstationen in MV. Und er warnt vor einem AfD-Wahlerfolg.
dpa
Die Frühchenstation wäre nach den Plänen aus Berlin bedroht.
Die Frühchenstation wäre nach den Plänen aus Berlin bedroht. Manuela Janke/UMG
Schwerin

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekommt wegen Plänen zu Mindestbehandlungszahlen in Krankenhäusern Kritik aus den eigenen Reihen. Diese Pläne bedrohen konkret die Kliniken in Neubrandenburg und Greifswald. Der Gesundheitspolitiker der CDU-Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern, Sebastian Ehlers, äußerte in einem Brief an Spahn „große Sorge” um den Bestand von Stationen kleiner Kliniken im ländlichen Raum, wenn das Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung wie geplant verabschiedet werde.

Mehr lesen: Kliniken in MV kämpfen um Frühchen-Versorgung

Zu wenig Frühchen für Neubrandenburg und Greifswald

Gemeint ist damit eine neue Richtlinie für die Behandlung frühgeborener Babys mit einem Geburtsgewicht unter 1250 Gramm. Diese verlangt ab 2025 eine Mindestanzahl von 25 Fällen pro Jahr. Diese Zahl wird weder im Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg noch in der Universitätsmedizin Greifswald erreicht: 2019 standen in der Vier-Tore-Stadt 19, in Greifswald 21 derartige Fälle zu Buche, gegenüber 31 in Schwerin und 51 in Rostock.

„In Mecklenburg-Vorpommern haben wir die Sorge, dass dem Land die Möglichkeit genommen wird, gegen Mindestzahlen für bestimmte medizinische Leistungen Einspruch einzulegen”, schreibt Ehlers an seinen Parteifreund in Berlin. Die Folge einer solchen Regelung sei eine Bestandsbedrohung von Klinik-Stationen in Flächenländern, die solche Mindestzahlen nicht mehr erreichen.

Mehr lesen: Politiker fordern Einsatz für Frühchen-Stationen

Sorge vor Wahlerfolg der AfD

Krankenhäuser im ländlichen Raum hätten auch eine soziale Funktion, die kaum unter ausschließlicher Betrachtung von Mindestmengen abgebildet werden könne, gibt Ehlers zu bedenken. Das Schließen von Abteilungen kleinerer Krankenhäuser auf dem Land führe zu großer Unzufriedenheit. „Die Folgen einer berechtigten Unzufriedenheit darüber haben wir bei der Landtagswahl 2016 gesehen.” Damals zog die AfD mit 20,8 Prozent in den Schweriner Landtag ein. Ehlers weiter an Spahn: „Ich bitte Dich eindringlich darum, Diskussionen um Zentralisierung von Gesundheitsleistungen stärker auch von deren Wirkung auf kleinere Häuser her zu betrachten.”

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Schwerin

zur Homepage

Kommentare (5)

Familienfreundliches Land M/V? Ich lach mich schlapp. Für sowas wichtiges ist kein Geld da , aber für andere Sachen oder Personen ja... . Wie schon im Artikel erwähnt sind ja bald Wahlen.....

das ist eine riesige Sauerei ist scheinbar nicht wichtig genug. Genauso eklig ist es aber auch in diesem Zusammenhang Warnungen für einen Wahlerfolg der AfD anzusprechen. Man sollte wenn schon selbst Politik machen die das nicht nötig hat egal gegen welche Richtung .Also politisch bekämpfen und nicht mit den Ängsten der Menschen spielen. Aber Pfui Deibel für den Begriff Mindermengen im Zusammenhang mit Menschen

Fragen Sie doch mal in der Uni Klinik nach, wie die Eltern eines versorgten Frühchens dieses Bemessen in Zahlen findet - schlicht eine riesen Sauerei. Nachdem die Pandemie zeigt, wie krank und kaputt gespart das Gedundheitssystem ist, sollte man vielleicht nicht immer nur Theorie und Zahlen aus Berlin vorgeben

und für das weltweite Impfexperiment werden Unsummen ausgegeben.
Das Geld hätten gewissenhafte Politiker wirklich sinnvoll einsetzen können.

Wer fragt schon einen Banker, dazu noch einen, der nie eigene Kinder haben wird wegen einer Frühchenstation.

dass die Sterblichkeit Frühgeborener umso höher ist, je weniger Erfahrung die einzelne Klinik hat. Da gibt es zahlreiche gute Studien. Man darf auch nicht vergessen, dass es für die Versorgung beatmeter Frühgeborener eine Menge Geld gibt, 100000 Euro kommen nach DRG pro Fall unter 1500 g Geburtsgewicht fast immer zusammen. Da kann man leicht die Öffentlichkeit mobilisieren und nimmt für die eigene Kohle dann schon mal eine höhere Sterblichkeit der Kinder in Kauf.