KANU, TRIATHLON UND SEGELN

Bedrohte Olympiastützpunkte in MV sind vorerst gesichert

Nach der großen Aufregung um die Trainingszentren in Neubrandenburg und Warnemünde kehrt Sportministerin Hesse von einer Konferenz mit ihren Amtskollegen mit guten Signalen zurück.
Uwe Reißenweber Uwe Reißenweber
Die Außenstelle des Olympiastützpunktes Kanu in Neubrandenburg war vom Aus bedroht.
Die Außenstelle des Olympiastützpunktes Kanu in Neubrandenburg war vom Aus bedroht. Heiko Brosin
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Schwerin.

Durchatmen: Die akut in Gefahr geratenen Olympiastützpunkte für Kanurennsport und Triathlon in Neubrandenburg sind erst mal gerettet. Die Finanzierung in den beiden kommenden Jahren ist sicher. Mit dieser guten Botschaft im Gepäck kam jetzt Sportministerin Birgit Hesse (SPD) von der Konferenz mit ihren Bund- und Länderkollegen im Saarland zurück. „Ich freue mich über die Ergebnisse, die wir erzielt haben. Das ist wichtig, damit die Kader weiter trainieren können“, sagte Hesse. Auch das Segeln in Rostock-Warnemünde stand nach den Rotstiftplänen aus dem von Horst Seehofer (CSU) geführten Innenministerium in Berlin vor dem Aus.

Allerdings gibt es ein Haar in der Suppe: Im Nachbarland Niedersachsen beispielsweise wurden sechs von insgesamt zehn Bundesstützpunkten sogar bis 2024 anerkannt. Außerdem erhält das Land noch einen zusätzlichen Stützpunkt für Rugby. „In der Runde habe ich die Interessen von Mecklenburg-Vorpommern noch einmal deutlich gemacht. Unsere Bundesstützpunkte müssen erhalten bleiben“, so Hesse. „Leistungssport ohne Breitensport ist nicht möglich. Spitzensport muss auf breiten regionalen Schultern liegen, weil sonst keine Spitze entsteht. Der Deutsche Olympische Sportbund will darüber mit dem Bund in Nachverhandlungen treten. Das alles sind gute Signale für den Sport “, sagte die Ministerin.

Gleichstellung des olympischen und paralympischen Sports

Auf ihre Initiative hin sei auch eine Klausel in die Vereinbarung aufgenommen worden, wonach regelmäßig überprüft wird, wie sich die Stützpunkte entwickeln. Ursprünglich sollte die Förderung von der Zahl der Spitzenathleten abhängig gemacht werden. In Berlin war man der Meinung, Neubrandenburg und Warnemünde stellen davon mittlerweile zu wenig.

Außerdem hat die Sportministerkonferenz beschlossen, dass künftig der Bund für die Spitzensportförderung verantwortlich zeichnet, während die Länder für die Förderung des Nachwuchsleistungssports zuständig sind. Und es gibt demnächst auch hauptamtliche Bundesstützpunktleiter, die jeweils zur Hälfte von Bund und Ländern finanziert werden sollen. Die Länder werden zukünftig auch länderübergreifende Forschungsprojekte zum Nachwuchsleistungssport am Institut für angewandte Trainingswissenschaft mit einem
Betrag von insgesamt bis zu 1,5 Millionen Euro unterstützen.

Wichtig: Bund und Länder bekennen sich zur Gleichstellung des olympischen und paralympischen Sports. Für den paralympischen Spitzensport wird ein deutlicher Ausbau der Strukturen angestrebt.

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