STURM „IRENäUS“

Behörde warnt vor Sturmflut an Ostseeküste

Das Skandinavien-Hoch „Irenäus” sorgt für winterliche Temperaturen in MV. Für die Ostseeküste wurde eine Warnung vor "extremen Wasserständen" herausgegeben.
Anna-Christina Bytom Anna-Christina Bytom
dpa
Eine Welle fegt über das zwölf Meter hohe Leuchtfeuer auf der Mole in Sassnitz auf Rügen hinweg.
Eine Welle fegt über das zwölf Meter hohe Leuchtfeuer auf der Mole in Sassnitz auf Rügen hinweg. Stefan Sauer
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Hamburg.

Der Winter will nicht weichen: Mit dem Skandinavien-Hoch „Irenäus” sind Sturm und Frost nach MV zurückgekehrt. Am Leuchtturm Hiddensee und am Kap Arkona seien Böen der Stärke 10 gemessen worden, im Binnenland bis zu Stärke 8, sagte Meteorologe Stefan Kreibohm vom Wetterstudio Hiddensee am Freitag.

In Sassnitz produzierte der Sturm spektakuläre Bilder: Dort schlugen kraftvolle Wellen an das zwölf Meter hohe Leuchtfeuer am Molenkopf. In Rostock trug der Sturm den Sand über den Strand. Die Ostsee zeigte sich an der gesamten Küste aufgewühlt.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) warnte unterdessen "vor extremen Wasserständen" an der Ostseeküste. Bis Samstagvormittag werden laut BSH maximale Wasserstände von bis zu 90 Zentimeter über dem mittleren Wasserstand erwartet.

Sturm verursacht Verkehrsbehinderungen

In Greifswald werden Spitzenwerte von bis zu 70 Zentimeter über dem mittleren Wasserstand erwartet, für Flensburg rechnet die Behörde sogar mit Spitzenwerten von 110 Zentimeter über dem mittleren Wasserstand. Am Samstag im Tagesverlauf sei in der Kieler und der Lübecker Bucht mit Wasserständen um einen Meter über dem mittleren Wasserstand zu rechnen.

Die Fährreederei Scandlines sagte wegen des Sturms für Freitag zwölf Fahrten zwischen Rostock und dem dänischen Gedser ab. Scandlines empfehle Fracht- und Passagierkunden die Überfahrt von Puttgarten nach Rødby: „Hier fahren die Fähren planmäßig”, hieß es in einer Mitteilung. Die Fahrten zwischen Rostock und Gedser sollten am Abend wieder aufgenommen werden. Die Fähre zwischen den Inseln Hiddensee und Rügen verkehrt weiter nach Winterfahrplan.

Auf den Straßen verursachten umgestürzte Bäume und herabgefallene Äste Verkehrsbehinderungen. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand. Bei Barth fuhr ein Rettungswagen in einen Baum, der kurz zuvor auf die Fahrbahn gestürzt war. In Elmenhorst (Vorpommern-Rügen) stürzte ein Baum auf zwei parkende Autos.

Bis Mittwoch kein frühlingshaftes Wetter in Sicht

Am Rande des Skandinavien-Hochs wird kalte arktische Luft aus Osten an die Küsten Mecklenburg-Vorpommerns getrieben. Die Temperaturen lägen tagsüber bei Null Grad, sonntags dann mit leicht steigender Tendenz bei drei bis vier Grad. „Durch den starken Ostwind fühlen sich die Temperaturen aber fünf bis zehn Grad kälter an.”

Der Wind lässt nach Angaben der Meteorologen erst zum Sonntag hin nach. Der Frühling mit wärmeren Temperaturen lässt noch länger auf sich warten. „Bis Mittwoch ist kein frühlingshaftes Wetter in Sicht”, sagte Kreibohm.

Anfang des vergangenen Jahres hatte die stärkste Sturmflut an Deutschlands Ostseeküsten seit 2006 hat in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zu Überschwemmungen und Schäden geführt. An der Ostsee lagen damals die Pegelstände zwischen 150 und 170 Zentimeter höher als üblich.

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