BEACHTLICHER FUND

Berliner Familie im Bernstein-Glück auf Usedom

So einen Bernstein findet man nicht alle Tage. Eine Familie aus Berlin hat dafür auf der Insel Usedom dank eines kleinen aber wichtigen Helfers nur knapp eine Stunde gebraucht.
Diesen Bernstein hat Anika Selin aus Berlin am Strand von Koserow auf der Insel Usedom gefunden.
Diesen Bernstein hat Anika Selin aus Berlin am Strand von Koserow auf der Insel Usedom gefunden. Anika Selin
Der Bernstein füllt fast eine ganze Handfläche aus.
Der Bernstein füllt fast eine ganze Handfläche aus. ZVG
Unter Schwarzlicht schimmert er besonders eindrucksvoll.
Unter Schwarzlicht schimmert er besonders eindrucksvoll. ZVG
Koserow ·

Anika Selin und ihrer Familien ist auf Anhieb etwas geglückt, wovon manche Schatzsucher jahrelang oder sogar ihr ganzes Leben lang vergeblich träumen: Sie haben auf der Insel Usedom ein Prachtexemplar von einem Bernstein gefunden.

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Er war sogar so groß, dass einige User sogleich vor Phosphor warnten und zur Vorsicht mahnten, als Selin den Fund in einer Facebook-Gruppe präsentierte. „Wir waren mit unseren UV Lampen am Strand spazieren. Leicht und schwimmt im Salzwasser. Also hoffentlich Bernstein”, schrieb sie dazu. Um ganz sicherzugehen, ließ sie den Fund von einem Antiquitätenhändler in Zinnowitz prüfen. Und dieser habe ihr bestätigt, dass es tatsächlich ein in dieser Größe extrem seltener Bernstein sei – ein Volltreffer also.

Bernsteinsammeln mit Schwarzlicht

Nur knapp eine Stunde waren sie für diesen Fund an der Ostsee bei schönem Wetter unterwegs. Dabei hatte die Familie aus Berlin die Bernsteinsuche eigentlich nur als Schlechtwetterbeschäftigung für die Kinder geplant. Unter anderem weil es jetzt schon so früh dunkel wird, haben sie dafür UV-Lampen mit an den Strand genommen.

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Immer mehr Bernsteinsammler gehen im Dunkeln mit so einer Schwarzlichtlampe auf die Jagd. Denn im flachen Wasser und am Strand leuchtet Bernstein gelb auf und hebt sich auffällig von seiner Umgebung ab, wenn er von dem ultravioletten Licht getroffen wird. Tagsüber ist er hingegen nur schwer von Feuerstein zu unterscheiden, heißt es dazu auf der Homepage des GeoParks Nordisches Steinreich.

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Dieser empfiehlt einen nächtlichen Spaziergang mit UV-Licht am Strand ausdrücklich als Freizeittipp für Groß und Klein, bei dem viele spannende Entdeckungen möglich sind. Die ebenfalls bei Sammlern beliebten Donnerkeile leuchten beispielsweise unter UV-Licht rosa. Wenn man direkt in das Licht schaut, können UV-Taschenlampen jedoch die Augen schädigen. Darum ist es sinnvoll, eine Schutzbrille zu tragen.

Bernstein wird vermutlich beleuchtet

Der Stein, den Anika Selin am Strand von Koserow im Wasser gefunden hat, muss dort gerade erst von den Wellen angespült worden sein. „Mein Mann, der vor mit ging, hatte ihn nicht gesehen”, sagte Selin. Und was wird jetzt aus dem guten Stück? „Was wir damit machen, wissen wir noch gar nicht so genau, wahrscheinlich beleuchten wir ihn”, so Selin.

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Kommentare (6)

Wer braucht eigentlich diese Plünderer, die sogar die ganze Nacht hindurch die Strände heimsuchen und jeden normalen Spaziergänger blenden? Sollen sie ihren Gewinnorientierungen Zuhause nachgehen. Die Typen mit den Metallsuchgeräten gleich mit.

Die Landesgrenzen werden schon noch gesichert.

Die Strände sind öffentlich. Tag und Nacht.
Gewinnorientierung? Ich glaube, Sie haben etwas verpasst.
2015 lag der Ankaufspreis für 1g gelben Bernsteins in bester Qualität bei 8 Euro pro Gramm. Die Zeiten sind lange vorbei. Die großen Stücke findet man ohnehin nicht am Strand.
Ausnahmen wie 2020 in Binz bestätigen die Regel.
Als ich 2010 anfing mit einer UV-Lampe zu suchen wurde ich ausgelacht. Heute ist UV die Regel. Es ist aber mittlerweile so, dass man anderen Sammlern den Erfolg nicht mehr gönnt.

Tja, es sind eben nicht ein paar Familien, die beim Kinderbewegen immer mal kurz runterschauen. Viele meinen, den großen Reibach machen zu können (was diverse Medienbeiträge wie irgendwelche Reisesendungen noch anstacheln) und ziehen tags wie nachts mit voller Ausrüstung und Kampfbeleuchtung los. Strände verkommen quasi zu Straßen von Flaschensammlern ...

"Es ist aber mittlerweile so, dass man anderen Sammlern den Erfolg nicht mehr gönnt." Das ist wahr; habe schon mehrmals Leute samt Anhang gesehen, die sich bald darum geprügelt hätten, wer "zuerst zugegriffen" hätte. Diese Deppen sehen ihr Tun wahrscheinlich als hochwichtige Arbeit an.

...

ihren Spaß.
Wegen eines noch nicht handtellergroßen Stücks fossilen Harzes, dessen Wert überschaubar ist, muss man doch keinen Bohei machen.
Ich kenne da ganz andere Plünderer, die dem Land wesentlich mehr schaden.
Die eine Sorte bekleidet hohe, bestbezahlte Ämter und steht im Schein der Kronleuchter, während sie dummschwätzt,
die andere Sorte kommt - auch nachts und auch mit Lampe - über die Grenze und fällt dann dem Steuerzahler zur Last.
Da ist so ein Bernsteinchen doch glatt Pillepalle...