Zuschüsse werden nicht abgefordert

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Berufsschüler bleiben auf ihren Fahrtkosten sitzen

Für Azubis wird die Pendelei nicht nur wegen der Spritpreise teuer.
Für Azubis wird die Pendelei nicht nur wegen der Spritpreise teuer.
Christian Charisius

Der Lohn ist niedrig, die Fahrtkosten hoch: Berufsschüler sind von weiten Fahrwegen gebeutelt. Hinzu kommt: Mögliche Zuschüsse des Landes werden viel zu selten abgefordert.

Anfahrtswege von 100 Kilometern und mehr sind für Berufsschüler in der Region keine Ausnahme. Der schleichende Abbau von Schulstandorten zwingt sie dazu. Das Problem: Auf den Kosten für die Fahrten zur Berufsschule bleiben die häufig ohnehin dürftig bezahlten Azubis meist allein sitzen.

Das erklärte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) am Rande einer Veranstaltung des Deutschen-Gewerkschafts-Bundes zum Thema Berufsschulen. Demnach würden nur zehn Prozent aller Azubis im Land die mögliche Zuschüsse zu den Fahrtkosten abfordern. Die Verantwortung dafür liege aber weniger bei den Berufsschülern selbst. Vielmehr weigerten sich zahlreiche Ausbildungsbetriebe, ihren für die Gewährung der Zuschüsse erforderlichen Anteil an den Fahrtkosten auszuzahlen. Statt einem Drittel der Kosten müssen 90 Prozent der Azubis im Land Ausgaben für Sprit- oder Fahrkarten so komplett allein schultern.