Waldbrandgefahr
Besserer Brandschutz für Bauern jetzt Pflicht

Brände auf Feldern wie hier bei einer Strohpresse sollen durch breitere Schneisen nicht mehr so schnell auf Wälder übergreifen können.
Brände auf Feldern wie hier bei einer Strohpresse sollen durch breitere Schneisen nicht mehr so schnell auf Wälder übergreifen können.
Torsten Bengelsdorf

Damit bei Feldbränden die Flammen nicht auf Wälder übergreifen, müssen Bauern bei der Ernte jetzt breitere Schutzstreifen ziehen. Das bedeutet mehr Arbeit und wohl auch Ertragsverluste.

Als Konsequenz aus den Feuern auf ausgedörrten Feldern in den vergangenen Wochen hat das Land die Waldbrandschutzverordnung verschärft. Wenn die Waldbrandgefahrenstufen 4 oder 5 ausgerufen sind, muss bei Erntearbeiten auf Äckern mit sogenannten Mähdruschfrüchten ein Streifen von jetzt sechs Metern Breite frei von brennbaren Material gemacht werden, falls die Felder weniger als 50 Meter vom Waldrand entfernt sind, wie Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Freitag mitteilte. Bislang musste der sogenannte Wundstreifen lediglich eine Breite von zwei Metern haben und auch nur bei der Ernte von Getreidefeldern angelegt werden.

Nach den Erfahrungen der vergangenen Wochen werde damit dem Erfordernis nach „einem wirksameren Schutz” des Waldes vor Feldbränden entsprochen, begründet der Minister die Änderung. Aufgrund der extremen Trockenheit sei es in diesem Jahr in Mecklenburg-Vorpommern bereits zu 33 Waldbränden gekommen. Als eine bedeutende Gefahrenquelle für Waldbrände hätten sich Erntearbeiten auf Getreide- und Rapsfeldern erwiesen, letztere gehört ebenfalls zu den Feldfrüchten, die mit Mähdreschern eingeholt werden können.

Feuer richteten Millionenschaden an

Dabei haben während der anhaltenden Dürreperiode der vergangenen Wochen zahlreiche Landmaschinen sowie Felder Feuer gefangen. Die Erntebrände haben allein im Juli in Mecklenburg-Vorpommern einen Schaden von mindestens 3,6 Millionen Euro verursacht, geschätzte 2,5 Millionen Euro Schäden entstanden durch abgebrannte Mähdrescher, Strohballenpressen, Anhänger oder Traktoren.

Backhaus führte an, dass Feldbrände auf den angrenzenden Wald übergreifen könnten – wie beim Waldbrand bei Groß Laasch an der A 14 im Juli dieses Jahres. Laut Ministerium sind die Wundstreifen vom Landwirt unmittelbar nach „Anschnitt des Feldes” anzulegen. Dies geschieht in der Praxis durch Pflügen. Möglich ist aber auch das Grubbern. Wie der Randstreifen von brennbarem Material befreit werde, sei bewusst offen gelassen worden, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Verordnung tritt am 4. August in Kraft.

Waldbrandgefahr weiterhin hoch

Aktuell ist von der neuen Verordnung nahezu das ganze Land betroffen. Bis auf die Region um Neubrandenburg gilt überall die Gefahrenstufe 4, im Südwesten des Landes sogar die Stufe 5. Mecklenburg-Vorpommern mit seiner Waldfläche von 558 000 Hektar gehört zu den waldbrandgefährdeten Gebieten in Deutschland.

Im Ringen um mögliche staatliche Kompensationen für Ernteausfälle erklärte sich das Land Mecklenburg-Vorpommern unterdessen bereit, den von der Dürre gebeutelten Landwirten finanziell zu helfen. „Wir werden Geld aus der Rücklage nehmen”, versicherte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag auf ihrer diesjährigen Erntetour in Nordwestmecklenburg. Die Ernteeinbußen dieses Jahres seien mit normalen Ertragsschwankungen nicht zu vergleichen. Sie sehe aber Land und Bund gemeinsam in der Verantwortung. Pauschale Zahlungen lehnte Schwesig ab.