Eine Anruferin hatte sich als Mitarbeiterin einer Rechtsanwaltskanzlei ausgegeben. Die Polizei rät, in solchen Fälle
Eine Anruferin hatte sich als Mitarbeiterin einer Rechtsanwaltskanzlei ausgegeben. Die Polizei rät, in solchen Fällen misstrauisch zu sein. Ronstik
Falsche Polizisten

Betrüger bringen Rentnerin um ihr Erspartes

Betrüger haben eine Rentnerin am Telefon dazu überredet, falschen Polizisten ihr Erspartes auszuhändigen. Und das ist nicht der einzige Fall in kurzer Zeit.
Schwaan

Im Landkreis Rostock häufen sich derzeit Trickbetrugsfälle. Mit unterschiedlichen Maschen haben Senioren dabei mehr als 20.000 Euro verloren, wie eine Polizeisprecherin am Freitag in Güstrow sagte. So erzählten Anrufer einer 83-jährigen Frau in Schwaan, dass Räuber unterwegs seien und sie sicherheitshalber ihr Bargeld an Polizisten übergeben solle, die vorbeikämen. Die Rentnerin wurde derart überredet, dass sie falschen Beamten 14.000 Euro und Schmuck in Wert von 2000 Euro übergab.

Außerdem riefen mehrfach angebliche Verwandte bei älteren Menschen an und gäben vor, dass ihr Handy kaputt sei und sie mit dem neuen Smartphone noch keine Bankrechnungen bezahlen könnten. In mindestens einem Fall übernahm eine Seniorin die Bezahlung von 2000 Euro und überwies das Geld. In anderen Fällen gaben sich Anrufer als Microsoft-Mitarbeiter aus und überzeugten die Angerufenen, ihnen Geld zu zahlen, um den Computer weiter nutzen zu können.

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Gewinnspiel-Betrug verhindert

In Plau am See ging dagegen ein Betrugsversuch am Donnerstag glimpflich aus. So hätte eine angebliche Rechtsanwaltskanzlei einen 82-Jährigen angerufen und ihn über einen Geldgewinn informiert, wie ein Sprecher der Polizei in Ludwigslust am Freitag mitteilte.

Der Sprecher beschreibt den Vorgang so: „Demnach sollte der Mann in einem beliebigen Geschäft eine Tüte Nudeln eines namhaften Herstellers kaufen und mit dem erhaltenen Kassenbon dann eine Rechtsanwaltskanzlei in Österreich, deren Telefonnummer ihm mitgeteilt wurde, anrufen. Dort werde man den Kassenbon auf Echtheit prüfen und ihm dann die 140.000 Euro als Gewinn auszahlen.”

Der Senior sei selbst sofort von einem Betrugsversuch ausgegangen und habe das Telefonat beendet. Aus Sicht der Polizei sei das die richtige Entscheidung gewesen. Erfahrungsgemäß hätten die Telefonbetrüger eine „Transfergebühr” verlangt und den eigentlichen Gewinn nur vorgegaukelt. Die Polizei rät, dubiose Anrufe mit Gewinn- oder Geldversprechen sofort zu beenden.

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Drei Millionen Euro im Jahr 2021 erbeutet

Im Jahr 2021 hatten Unbekannten im Nordosten mit Trickbetrug insgesamt rund drei Millionen Euro erbeutet, etwa ein Drittel mehr als 2020.

Die Polizei rät, bei solchen Anrufen immer misstrauisch zu sein. "Übergeben Sie kein Geld an Unbekannte! Wenn Sie Zweifel haben, beenden Sie das Gespräch, indem Sie selber auflegen und dann selber die 110 der Polizei anwählen. Reden Sie mit Bekannten, Verwandten und Angehörigen über die unterschiedlichen Facetten des sogenannten Enkeltricks!”, erklärte eine Sprecherin am Freitag.

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