SCHWERIN

Bewährungsstrafe gegen Nordkreuz-Mitglied wegen Kriegswaffenbesitz

Marco G. tauschte in privaten Chats rechtsradikales Gedankengut aus. Das spielte für den Prozess aber laut Gericht keine Rolle. Dort ging es um eine Maschinenpistole und 1500 Schuss Munition.
dpa
Marco G., Mitglied der Nordkreuz-Gruppe, wurde wegen Verstoß gegen das Kriegswaffengesetz zu einer Bewährungsstrafe
Marco G., Mitglied der Nordkreuz-Gruppe, wurde wegen Verstoß gegen das Kriegswaffengesetz zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Bernd Wüstneck
Schwerin.

Ein ehemaliger Elite-Beamter der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern ist wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Bei der Durchsuchung seines Hauses und einer Gartenlaube waren im Juni unter anderem eine Maschinenpistole der Marke Uzi mit Schalldämpfer sowie 1500 Schuss Munition gefunden worden, die wie die Uzi unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen und von Privatpersonen in Deutschland nicht besessen werden dürfen.

Der Großteil der anderen gefundenen Waffen und Munition sei legal gewesen, sagte der Richter am Landgericht Schwerin am Donnerstag bei der Urteilsverkündung. Insgesamt lagerten in Haus und Laube mehr als 30 000 Schuss Munition, darunter Behördenmunition, und knapp zehn Waffen. Etliches war dem Gericht zufolge unsachgemäß gelagert. Das Urteil erging wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz in Tateinheit mit Verstoß gegen das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz. Der Polizist war mehrere Jahre Mitglied des Spezialeinsatzkommandos (SEK) gewesen.

Der Verurteilte Marko G. gehörte zur Prepper-Gruppe „Nordkreuz”, die sich mit dem Horten von Lebensmitteln und Ausrüstungsgegenständen auf den Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung vorbereitete. So sammelten die Mitglieder – etliche mit einem Waffenschein ausgestattet – 7500 Euro für den Kauf von Munition. In Chats unter einzelnen Mitgliedern wurde rechtsradikales Gedankengut ausgetauscht, wie der Richter sagte. Jedoch sei dies für den Prozess unerheblich gewesen. Die Gruppe habe nicht auf den „Tag X” hingearbeitet.

 

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