DAS AUGE TRINKT MIT

Biertrinker wollen altes Lübzer-Etikett zurück

Alles eine Frage des Geschmacks? Die Wahl des neuen Lübzer-Logos erhitzt die Gemüter. Mit einer Petition wollen Biertrinker ihr traditionelles Logo, den Lübzer Amtsturm zurück.
Leuchtturm statt Amtsturm, ein Landschaftsbild aus Mecklenburg-Vorpommern statt eines nüchternen Etiketts mit Goldrand: D
Leuchtturm statt Amtsturm, ein Landschaftsbild aus Mecklenburg-Vorpommern statt eines nüchternen Etiketts mit Goldrand: Das neue Design des Lübzer-Bieres sorgt für Diskussionen. Gerald Bahr
Neubrandenburg.

Es kommt darauf an, was in der Bierflasche ist, nicht was für ein Etikett darauf klebt, oder? Ganz so einfach ist das offenbar nicht, denn das neue Lübzer-Etikett erregt die Gemüter vieler Fans so sehr, dass sogar eine Petition gestartet wurde. Auch in sozialen Netzwerken perlt der neue Markenauftritt nicht bei jedem Biertrinker und wird angeregt diskutiert.

„Lübzer muss Lübzer bleiben”, heißt es bei Open Petition, wo sich bereits 451 Menschen an der Unterschriftensammlung beteiligten. Das Design des neuen Lübzer-Logos, das statt des Amtsturmes der Stadt Lübz nun einen Leuchtturm zeigt, stößt sauer auf. „Es wirkt sehr neumodisch und vernachlässigt die jahrhundertelange Tradition dieses edlen Bieres der 'Mecklenburgischen Brauerei Lübz'", heißt es zur Begründung.

Kritik: "In Lübz steht nun mal kein Leuchtturm"

Die Brauerei, die schon seit 1877 tätig ist, sollte ihre Tradition stolz zeigen, wird von den Unterstützern der Petition kommentiert. „Wir wollen das alte und edle Lübzer Etikett zurück! Damit verbunden ist automatisch auch der einzigartig süffige Geschmack. Wie heißt es doch: das Auge säuft mit”, schreibt ein Teilnehmer. „Es geht nur um Neukunden in anderen Bundesländern und nicht wie beschrieben um Identität und Heimatliebe, das ist Heuchelei, mit solchen Aussagen möchte man lediglich die Kunden beruhigen. Die Heimat von Lübzer ist Lübz und in Lübz steht nun mal kein Leuchtturm”, kommentiert ein weiterer Teilnehmer.

Ziel der Lübzer Brauerei ist es tatsächlich, neue Kunden zu gewinnen – mit einem Spagat zwischen Moderne und Tradition, wie es von der Brauerei im Februar hieß. Die Markenerneuerung begann schon 2019. „Unser neues Design passt perfekt zu Lübzer und unserem Anspruch, das Gefühl von Gemeinschaft und Freundschaft zu stärken. Mit dem neuen Markenerlebnis widmen wir uns dem Schönen im Leben und rücken die Auszeit vom Alltag in den Fokus. Diese Wahrnehmung möchten wir in den Köpfen der Menschen festigen“, erläuterte Bastian Pochstein, Geschäftsführer der Lübzer Brauerei. Jedes Sortenetikett zeigt einen Ausschnitt der vielfältigen Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns, der Internetauftritt www.lübzer.de wurde ebenfalls umdesignt.

Leuchtturm ist altbekanntes Werbemittel

Dabei ist der Leuchtturm im Lübzer-Design gar nicht mal neu, er wurde beispielsweise bereits in den 90er-Jahren in der Werbung genutzt. „Der Leuchtturm, welcher unser bereits langjährig etabliertes Markensymbol ist, wird durch seine fortlaufende Präsenz im Lübzer Design weiterhin den bedeutendsten Wegweiser zu unbeschwerten Momenten darstellen”, heißt es von der Brauerei.

Und auch die Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns ist in der Lübzer-Werbung nicht neu.

Aber gar kein Amtsturm mehr aus Lübz im Logo, kein Goldrand am Etikett? „Das neue Erscheinungsbild soll Frische und Natürlichkeit ausstrahlen und gleichzeitig unsere Tradition und Heimatverbundenheit mit Mecklenburg-Vorpommern betonen. Der Leuchtturm selbst steht dabei als Wegweiser für unbeschwerte Momente, für eine Auszeit vom Alltag mit Freunden und Familie, den wir neben den verschiedenen Ausschnitten der vielfältigen Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns auf dem Etikett in Szene setzen. Wir haben für das neue Design schon viele positive Reaktionen bekommen”, kommentierte das Lübzer-Team die Kritik. „Die Einwände der Kritiker nehmen wir sehr ernst", sagte Lübzer-Geschäftsführer Pochstein gegenüber der "SVZ".

„Vom Design kann ja jeder halten, was er will – ich finde das Design der Flasche okay, die Banderole am Flaschenhals wirkt sehr ... „billig“. Was aber in meinen Augen überhaupt nicht funktioniert, liebes Lübzer-Team ist der Verzicht auf den Amtsturm. Ihr propagiert Heimatverbundenheit und betont, dass das Bier in Lübz gebraut wird, aber dann ersetzt man den Amtsturm durch irgendeinen Leuchtturm? Als ich das letzte Mal in Lübz war stand da zumindest noch keiner ... der Amtsturm allerdings schon”, fasste ein Facebook-Kommentator die Debatte zusammen.

 

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Kommentare (2)

Was in der Flasche ist.
Da können noch soviele Leucht-, Amts-und Fernsehtürme, Wappen und Gesichter auf dem Etikett sein.
Wenn das Bier nicht schmeckt nützt das beste Etikett nichts.

Jetzt Mal ohne Mist.

Bier ist Bier. Die meisten haben ihr Stammbier Wasser seit Jahren/Jahrzehnten trinken.

Die interessiert es nicht wie das Etikett aussieht.
Davon ab ist Lübzer eh Geschmackssache.

Na ja. Gott sei Dank trinke ich kein Alkohol.