KONVERSION ZUM CHRISTENTUM

Bischof kritisiert Glaubenstests für Asylbewerber

Gerichte testen vom Islam zum Christentum konvertierte Asylbewerber auf ihren Glauben. Das sei ein Angriff auf das Grundgesetz, so Bischof Hans-Jürgen Abromeit.
dpa
Der scheidende Bischof Hans-Jürgen Abromeit hat die Praxis von Gerichten kritisiert, zum Christentum konvertierte Asylbewerber auf ihren Glauben zu testen.
Der scheidende Bischof Hans-Jürgen Abromeit hat die Praxis von Gerichten kritisiert, zum Christentum konvertierte Asylbewerber auf ihren Glauben zu testen. Marcelo Hernandez
Greifswald.

Der scheidende Bischof Hans-Jürgen Abromeit hat die Praxis von Gerichten kritisiert, zum Christentum konvertierte Asylbewerber auf ihren Glauben zu testen. „Damit werden Menschen, die vom Islam zum Christentum konvertieren, unter Generalverdacht gestellt”, sagte Abromeit am Donnerstag während einer Fachtagung in Greifswald. Seiner Meinung nach seien die Tests ein Angriff auf das Grundgesetz.

Ein Sprecher des Greifswalder Verwaltungsgerichts bestätigte die Praxis. Demnach werden Asylbewerber, die gegen ihren ablehnenden Asylbescheid klagen und als Grund ihre Konversion zum Christentum anführen, vor Gericht dazu befragt. Die Richter müssten sich Gewissheit verschaffen, ob die Konversion echt sei oder als Vorwand für das Asylverfahren gebraucht werde.

„Die Kirchen allein haben das Recht, festzustellen, wer nach ihren Grundsätzen zu ihnen gehört”, betonte dagegen Abromeit. Der Staat dürfe auf keinen Fall Glauben überprüfen und die Religionsfreiheit einschränken. „Da hat der Hirte das verirrte Schaf gefunden und bringt es treu sorgend zu seiner Herde. Dann wird er daran gehindert, weil der Hütehund vom Schaf erst einmal den Ausweis sehen möchte”, sagte Abromeit.

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