Blaualgen, die eigentlich keine Algen, sondern Cyanobakterien sind, können Haut und Schleimhäute reizen. Übelke
Blaualgen, die eigentlich keine Algen, sondern Cyanobakterien sind, können Haut und Schleimhäute reizen. Übelkeit, Durchfall und Erbrechen können auftreten, wenn mit Blaualgen belastetes Wasser geschluckt wird. Stefan Sauer
Vorsicht beim Baden

Blaualgen-Gefahr an beliebtem Ostseestrand

Hautkontakt könnte Reizungen oder allergische Reaktionen hervorrufen. Eine weitere Verbreitung der toxischen Bakterien ist laut Experten wahrscheinlich.
Lubmin

Urlauber sollten gerade jetzt aufpassen. Aus anderen Bundesländern häuften sich die Warnungen bereits in den vergangenen Tagen. Die hohen Temperaturen haben in vielen Gewässern das Wachstum der sogenannten Blaualgen angetrieben. Auf Nachfrage bestätigte die Rettungswache Lubmin nun die erste eventuelle Sichtung an dem Ostseestrand nahe Greifswald.

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Zwar seien mögliche Blaualgen außerhalb der Badezone gesichtet worden. Laut Gesundheitsamt des Landkreises Vorpommern-Greifswald können Ansammlungen der schädlichen Cyanobakterien bei entsprechenden Wetter- und Wind-Verhältnissen aber blitzschnell entstehen oder sich weiter verbreiten – und zwar innerhalb weniger Stunden. Einem Kreissprecher zufolge sind umgehend Warnschilder aufgestellt worden, die auf einen eventuelle höhere Belastung durch Cyanobakterien hinweisen.

Die Bakterien, die umgangssprachlich Blaualgen genannt werden, treten im Nordosten inzwischen regelmäßig im Sommer auf. Experten rechnen insofern auch damit, dass es in den kommenden Tagen Meldungen für weitere Gewässer geben könnte. In den vergangenen Jahren waren neben vielen anderen Badegewässern in der Region unter anderem der Tollensesee, aber auch einzelne Strandbereiche der Ostsee von Befall betroffen.

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In Blaualgenteppichen soll den Empfehlungen des Gesundheitsamtes zufolge grundsätzlich nicht gebadet werden. Besonders gefährdet seien Kinder und Kleinkinder. Deshalb dürften sie keinesfalls in Algenanschwemmungen am Ufer spielen oder Wasser schlucken. Hautkontakt könnte Reizungen oder allergische Reaktionen hervorrufen. Das mehrmalige Verschlucken von algenhaltigem Wasser könne gar toxisch wirken. Bei Beschwerden wie Übelkeit Erbrechen, Durchfall, Atemnot, Hautreizungen oder Quaddeln sollen Badegäste einen Arzt aufsuchen.

Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes raten deshalb, nach dem Schwimmen zu duschen. Die schädlichen Blaualgen sind leicht zu erkennen: Es bilden sich Schlieren, Algenteppiche oder das Wasser färbe sich grünlich, heißt es. Wer in diesen Tagen eine Abkühlung beim Baden sucht, solle besonders aufmerksam sein. Längst nicht jedem sei die Gefahr bislang bewusst. Insbesondere Touristen würden Blaualgen regelmäßig nicht erkennen. „Deshalb sollten alle – auch an nicht bewachten Badestränden – aufmerksam sein und Mitmenschen auf mögliche Anzeichen hinweisen“, so die Warnung aus dem Gesundheitsamt.

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