BAKTERIEN

Blaualgen vor den Kreidefelsen auf Rügen

Am Mittwoch haben Urlauber vor der Küste Rügens Blaualgen gesichtet. Die Bakterien wachsen bei dem aktuellen Sommerwetter in der Ostsee besonders gut.
Simon Voigt Simon Voigt
Fotos vom 20. Juli aus einem Hubschrauber der Bundespolizei zeigen Blaualgen auf der Ostsee, die sich in gelben Schlieren ausb
Fotos vom 20. Juli aus einem Hubschrauber der Bundespolizei zeigen Blaualgen auf der Ostsee, die sich in gelben Schlieren ausbreiten. Bundespolizei
Fotos vom 20. Juli aus einem Hubschrauber der Bundespolizei zeigen Blaualgen auf der Ostsee, die sich in gelben Schlieren ausb
Fotos vom 20. Juli aus einem Hubschrauber der Bundespolizei zeigen Blaualgen auf der Ostsee, die sich in gelben Schlieren ausbreiten. Bundespolizei
Sassnitz.

Blaualgenalarm auf Rügen? Ganz so schlimm ist es wohl noch nicht, doch die toxischen Lebewesen wurden bereits vor der Küste der Ostsee-Insel gesichtet. Die Ostsee-Zeitung hat am Donnerstag Fotos einer Urlauberin veröffentlicht, die Blaualgen vor den Kreidefelsen bei Sassnitz zeigen sollen. Ein Forscher des Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde bestätigte der Zeitung, dass auf den Fotos von Mittwoch tatsächlich ein Blaualgenteppich zu erkennen ist. Er sei wohl vom Wind an die Küste getrieben worden. Inzwischen hat er sich aber wieder verteilt, heißt es in dem Bericht.

Das Landwirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern hatte bereits am Montag gemeldet, dass es aktuell ein sehr großes Algenvorkommen in der zentralen Ostsee gibt. Luftbilder würden es vor den Küsten Dänemarks und Schwedens zeigen, aber auch in abgeschwächter Form in der westlichen Ostsee zwischen der Kieler und der Pommerschen Bucht. Auf Anfrage erklärte eine Sprecherin, dass von einem Vorkommen vor Rügen noch nichts bekannt sei. Zudem betonte die Sprecherin, dass es keine Verbindung zwischen dem großen Teppich auf offener See und einem lokalen Vorkommen geben muss.

Auch dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) lagen am Nachmittag noch keine Informationen über ein Algenvorkommen vor Rügen vor, erklärte eine Sprecherin. Sollte die Konzentration im Wasser eine bestimmte Grenze überschreiten, sind Stransperrungen möglich.

Teppiche bilden sich bei Sommerwetter

Auch wenn ihr Name anderes vermuten lässt, handelt es sich bei Blaualgen eigentlich um Bakterien (Cyanobakterien). Sie kommen von Natur aus sowohl in der mittleren Ostsee als auch in Binnenseen vor, erklärt das Lagus. Die Bakterien können sich bei ruhiger Wetterlage und Wassertemperaturen ab 18 Grad massenhaft vermehren. Der Wind kann die Teppiche dann an die Küsten und Badestrände treiben. „Bei starkem Wind und Wellengang werden solche Algenfelder üblicherweise aufgelöst, deshalb kann sich die Situation vor Ort innerhalb von Stunden ändern”, so das Lagus auf seiner Internetseite.

Bei Hautkontakt können die Bakterien Reizungen sowie allergische Reaktionen hervorrufen. Auch eine Giftwirkung könne laut Lagus auftreten, wenn von Badegästen an mehreren Tagen hintereinander algenhaltiges Wasser geschluckt wird.

Der Seenplatten-Landkreis hatte in der vergangenen Woche bereits vor Blaualgen auf dem Tollensesee in Neubrandenburg und dem Glambecker See in Neustrelitz gewarnt. Für den Glambecker See wurde die Warnung inzwischen wieder aufgehoben.

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