Ehemaliges KDF-Seebad

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Block 5 von Prora kann verkauft werden

Das ehemalige KdF-Seebad Prora wird seit einigen Jahren saniert. (Foto von 2014)
Das ehemalige KdF-Seebad Prora wird seit einigen Jahren saniert. (Foto von 2014)
Stefan Sauer

In weiteren 300 Metern des „Koloss von Prora” an der Ostsee auf Rügen können nun Ferienwohnungen entstehen.

Ein Teil des Blockes 5 in der NS-Hinterlassenschaft Prora auf der Insel Rügen soll verkauft werden. Der Kreistag Vorpommern-Rügen machte am Montag den Weg für eine Ausschreibung frei. Das betreffe den großen Teil des unsanierten Blockes – etwa 300 Meter des 450 Meter langen Gebäudes. Mit großer Mehrheit stimmte der Kreistag für die Vorlage der Verwaltung.

Parallel zum Verkauf wird demnach der bestehende Erbbaurechtsvertrag mit dem Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) verändert, das seit 2011 eine Jugendherberge im sanierten nördlichen Teil des Blockes betreibt. Für einen kleinen Abschnitt an der Liegehalle werde zudem nach einem Eigentümer oder Erbbaurechtsträger für 40 Jahre gesucht, der den historischen Vereinen diesen Bereich kaltmietfrei zur Verfügung stellt. Dazu gebe es Gespräche mit dem Land.

Ferien- und Eigentumswohnungen geplant

„Das ist ein riesiger Kompromiss, den wir beschlossen haben”, sagte Landrat Ralf Drescher (CDU) in Stralsund. Es seien die Interessen der Gemeinde, des Kreises, der Vereine, des Jugendherbergswerkes und des Investors berücksichtigt worden. Drescher bezeichnete die Lösung nach der Abstimmung als „Win-Win-Situation” für alle Seiten.

Der Block 5 ist der letzte der einst von den Nazis als „Seebad der 20.000” geplanten Areals, der noch in öffentlicher Hand ist. Der Bund hatte die Blöcke 1 bis 4 im vergangenen Jahrzehnt an Privatinvestoren verkauft. Dort sind bereits Hunderte Ferien- und Eigentumswohnungen entstanden. Auch in dem 300 Meter langen, zum Verkauf stehenden Abschnitt sollen Wohnungen entstehen. Diesen Bereich will der Kreis zum Höchstpreis veräußern. Die Ausschreibung soll zeitnah starten.

Mehrere potenzielle Investoren hatten zuvor schon Interesse bekundet. Als Bedingung an den Verkauf wird unter anderen die Verlegung des Campingplatzes des Deutschen Jugendherbergswerkes, die allein mit 1,5 Millionen Euro beziffert wird.