MOLOTOWCOCKTAIL

Brandanschlag auf Polizeirevier in Greifswald

In Greifswald wurde vermutlich ein Molotowcocktail auf das Polizeirevier geworfen. Eine Verbindung zu Anti-Rassismus-Protesten wird den Ermittlern nach nicht ausgeschlossen.
Die Polizei schließt nicht aus, dass der Brandanschlag auf das Hauptrevier in Greifswald im Zuge der Anti-Rassismus-Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd erfolgte.
Die Polizei schließt nicht aus, dass der Brandanschlag auf das Hauptrevier in Greifswald im Zuge der Anti-Rassismus-Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd erfolgte. Max Lill
In Greifswald wurde ein Banner mit der Aufschrift "Rassismus tötet, Polizei mordet!" am Ikuwo (Internationales Kultur- und Wohnprojekt in Greifswald) aufgehangen.
In Greifswald wurde ein Banner mit der Aufschrift "Rassismus tötet, Polizei mordet!" am Ikuwo (Internationales Kultur- und Wohnprojekt in Greifswald) aufgehangen. Jochen Klein
Greifswald ·

Auf die Polizei in Greifswald ist ein Brandanschlag verübt worden. Wie es am Montag hieß wurde vermutlich ein Molotowcocktail auf das Hauptrevier Greifswald in der Brinkstraße geworfen und dadurch die Fassade beschädigt. Der weltweite Aktionstag gegen Rassismus und Polizeigewalt könne als Anlass dieses Angriffs nicht ausgeschlossen werden, teilte die Polizei weiter mit. Der Staatsschutz ermittelt nun wegen vorsätzlicher Brandstiftung aufgenommen.

Am Wochenende sind auch in Deutschland tausende Menschen auf die Straßen gegangen, um zu demonstrieren. Anlass war der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA, der bei einer Festnahme durch US-Polizisten getötet wurde. Vor allem in den Vereinigten Staaten, aber auch weltweit führte dies zu zahlreichen Protesten unter dem Motto „Black Lives Matter”.

Rassismus darf in Polizei nicht stattfinden

In Mecklenburg-Vorpommern gab es insbesondere in Rostock, Neubrandenburg sowie auch in Stralsund Proteste, die laut der Polizei störungsfrei verliefen. „Die Ereignisse in Amerika um den Tod von George Floyd sind entsetzlich und bedürfen der uneingeschränkten Aufklärung”, sagt Polizeipräsident Nils Hoffmann-Ritterbusch.

Mehr lesen: ▶ Neubrandenburger demonstrieren gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA

Jeder anständige Polizist könnte sich dem nur anschließen, Gewalt und Rassismus dürfen in keiner Polizei Platz haben und müssen konsequent verfolgt werden, so Hoffmann-Ritterbusch. Angriffe wie durch einen Molotowcocktail in Greifswald dürften aber nicht Teil der Proteste sein. „Die Polizeien in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern zeigen täglich bei unzähligen Einsätzen, dass pauschale Beschuldigungen nicht gerechtfertigt sind”, sagt Hoffmann-Ritterbusch.

Auf Banner wird Polizisten Mord vorgeworfen

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) verurteilte den Brandanschlag: "Diese Tat richtet sich gegen die Landespolizei und damit auch gegen unseren Rechtsstaat. Es sind eindeutig Grenzen überschritten worden. Wir können von Glück reden, dass niemand verletzt wurde. Hier müssen ganz klare Konsequenzen folgen."

Polizeifeindlichkeit kritisierte auch der der Kreisvorsitzende der CDU Vorpommern-Greifswald und Landtagsabgeordnete Franz-Robert Liskow, nachdem in Greifswald ein Banner mit der Aufschrift "Rassismus tötet, Polizei mordet!" am Ikuwo (Internationales Kultur- und Wohnprojekt in Greifswald) aufgehangen wurde. "Selbstverständlich verurteilt die CDU jegliche Form des Rassismus. Niemand darf aufgrund seiner Abstimmung [sic] oder äußerlichen Merkmale diskriminiert werden. Gleichzeitig ist die in diesem Zusammenhang mit dem Banner am Ikuwo geäußerte Pauschalkritik an der Polizei weder sachlich richtig noch berechtigt", so Liskow. Der Fall George Floyd sei zweifelsohne tragisch, aber er sollte nicht genutzt werden, um Polizisten pauschal zu diffamieren, so Liskow weiter. "Unsere Polizisten halten tagtäglich ihren Kopf für uns hin, weshalb sie unsere Unterstützung benötigen." Liskow forderte das Ikuwo auf, das Banner zu entfernen und sich zu entschuldigen.

 

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Kommentare (1)

und zwar ziemlich kleine, leugnet er, sowie der Inspekteur der Polizei ja oftmals die Existenz von Polizeigewalt. Vor allem sollte Hoffmann-Ritterbusch in seinem eigenen Laden "Neubrandenburg" mal anfangen aufzuräumen, denn wenn sich kleine Beamte Sachen herausnehmen, die weder durch das Gesetz/Recht abgedeckt ist, diese dann nichteinmal davon zurückschreckt Sachen wahrheitswidrig zu behaupten um einen Grund zu haben gegen Verkehrsteilnehmer vorzugehen, auf Beschwerden von Seiten der Polizei Neubrandenburg selbstverständlich mit der typischen arroganten Ignoranz begegnet wird, auf Beschwerden ans Innenministerium sogar freche Lügen behauptet werden, so sollte Hoffmann-Ritterbusch nicht zu sehr mediale Heucherlei vorbringen, denn Winfried Kapischke als Inspekteur der Polizei behauptet ja auch grottenfrech, das alle Versäumnisse und Fehler die die Polizei in MV begangen hat, keinerlei Skandale seien. Hier sieht man Kapischkes realitätsfremden Populismus, ähnlich der Hetz und Hasstiraden der beiden Gewerkschaften DPolG und GdP, die Polizeigewalt ebenso ableugnen und herunterspielen, stattdessen pauschal gegen alle hetzen die es wagen Polizeigewalt öffentlich zu machen und es wagen die Polizei zu kritisieren. Dazu kommt die vereinzelte Vertuschungshandlung der Polizeiführung, wenn Polizisten ausgrastet sind und dann strafrechtlich wie dienstrechtlich versuchen nicht belangt zu werden, indem man Polizeigewalt herumdreht, Kollegen urplötzlich nichts gesehen haben, gelogen wird und Opfern von Polizeigewalt mit strafrechtlicher Drangsalierung und dem Überziehen mit erfundenen Tatbeständen gedroht wird. Überdies das Staatsanwälte Straftaten von Polizisten relativ selten verfolgen, wenn es dann doch zur Anklage kommt, dafür sorgen, das den Polizisten die ein Fehlverhalten an den Tag legten möglichst milde und ungeschoren aus der Sache kommen, während im umgekehrten Falle gerne überschiessende Härte an den Tag gelegt werden soll. Solange die Polizei auch in MV nicht mal von ihrem hohen Roß herunterkommt und anfängt sich als "Bürger" in Uniform zu sehen, sondern als fehlerlose und tadellose Übermenschen, wird sich dieses Missverhältnis zwischen Bürger und Polizei niemals entspannen. Als Anfang wäre, die Entfernung dieses Polizeipräsidenten Hoffmann-Ritterbusch und Kapischke aus ihren Ämtern.