Die Grafik zeigt, wie die geplante Aussichtsplattform „Königsweg” über dem Königsstuhl auf der Inse
Die Grafik zeigt, wie die geplante Aussichtsplattform „Königsweg” über dem Königsstuhl auf der Insel Rügen schweben soll. Im Sommer 2022 soll sie eingeweiht werden. Nationalpark-Zentrum am Königsstuhl
In der Werkhalle der Stralsunder Firma Ostseestaal vollzog am Donnerstag der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht (Linke
In der Werkhalle der Stralsunder Firma Ostseestaal vollzog am Donnerstag der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht (Linke) den symbolischen Brennstart für das erste Segment der Aussichtsplattform am Königsstuhl. Ralph Sommer
Azubi Willi Raatz (2. v. l) präsentiert ein von den Ostseestaal-Lehrlingen gefertigtes Modell des ovalen Rundgangs f&uuml
Azubi Willi Raatz (2. v. l) präsentiert ein von den Ostseestaal-Lehrlingen gefertigtes Modell des ovalen Rundgangs für den künftigen Rundgang am Königsstuhl. Das Gesellenstück wurde im Beisein von Stralsunds Bürgermeister Frank Kracht (l.), Ostseestaal-Direktor Thomas Kühmstedt (r.) und des Geschäftsführers des Nationalpark-Zentrums am Königsstuhl, Mark Ehlers, an den Chef der Lauterbacher Firma flz, Martin Hurtienne (Mitte) überreicht. Ralph Sommer
Kreidefels auf Rügen

Brennstart für Aussichtsplattform am Königsstuhl

In Stralsund wird die neue Aussichtsplattform für Rügens berühmtem Königsstuhl gebaut. Das erste Segment für den sogenannten „Königsweg“ wurde am Donnerstag zugeschnitten.
Stralsund

Genau einen Monat nach der Grundsteinlegung am Königsstuhl auf der Insel Rügen hat die Produktion des ersten Segments für die neue Aussichtsplattform begonnen. In der Stralsunder Spezialfirma Ostseestaal vollzog am Donnerstag der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht (Linke) den symbolisch ersten Brennstart für eine 40 Millimeter starke Stahlplatte, die als Dachbodenblech im Gehwegbereich des sogenannten „Königswegs“ eingesetzt werden soll.

Aussichtsplattform wird über dem Königsstuhl schweben

Die Aussichtsplattform gilt als derzeit spektakulärstes Bauprojekt Vorpommerns. Das 7,6 Millionen Euro teure Bauwerk wird an einem tief im Fels verankerten Mast hängen und mehrere Meter über dem weltberühmten Königsstuhl schweben. Auf ihr sollen voraussichtlich ab Sommer 2022 die Gäste die spektakuläre Aussicht auf die Ostsee und Rügens Steilküste genießen, ohne dass der inzwischen instabile Zugang zu dem 118 Meter hohen Kreidefels betreten werden muss.

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Nach Auskunft des Geschäftsführers des Nationalpark-Zentrums am Königsstuhl, Mark Ehlers, wird der Kreidefels voraussichtlich nur noch bis zum Jahresende direkt zugänglich sein. Danach werde der Zugang für immer für die Öffentlichkeit gesperrt. Für die Verankerung der neuen Aussichtsplattform seien inzwischen die Bohrpfähle und Zuganker gesetzt worden, sagte er. „Jetzt geht es an den Bau des künftigen Mastfundaments, bevor voraussichtlich im Januar vor Ort die Stahlbaumontage beginnt.“

Firmen haben schon beim Ozeaneum-Bau zusammengearbeitet

Für den Bau des schwebenden, ovalen Rundgangs hatten sich in einer bundesweiten Ausschreibung die weltweit für ihre dreidimensionale Blechverformung bekannte Firma Ostseestaal Stralsund und das Rügener Spezialunternehmen flz Stahl- und Metallbau Lauterbach durchgesetzt. Beide Firmen hatten bereits vor 14 Jahren bei der Herstellung der futuristischen Fassade des Stralsunder Ozeaneums zusammengearbeitet. Mit dem Bündeln leistungsstarker Kompetenzen werde die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft maßgeblich erhöht, sagte flz-Geschäftsführer Martin Hurtienne.

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Während flz vor allem durch seine Edelstahl- und Aluminium-Konstruktionen im Architekturbereich bekannt ist, gilt Ostseestaal als Experte für kaltverformte komplexe Konstruktionen. Zu seinen Referenzen gehören unter anderem der Porsche-Pavillon in Wolfsburg, das futuristische Kirchendach in der österreichischen Gemeinde Hainburg und die Skulptur vor der Münchener Siemens-Konzernzentrale „The Wings“, die US-Stararchitekt Daniel Liebeskind entworfen hatte.

Platz für bis zu 1100 Königsstuhl Besucher gleichzeitig

Der „Königsweg“ ist ein 185 Meter langer, ellipsenartiger Rundgang, der an Tragseilen freischwebend über den Königsstuhl hinausragen soll. Die von dem Berliner Architekten Mike Schlaich entworfene, weit ausladende Aussichtsplattform mit einer Traglast von 163 Tonnen wird aus einem bis dreieinhalb Meter breiten Laufsteg bestehen, auf dem sich bis zu 1100 Gäste gleichzeitig und unbeengt aufhalten können. Sie wurde erforderlich, um der fortschreitenden Bodenerosionen am Königsstuhl durch den Andrang von jährlich bis zu 300.000 Besuchern Einhalt zu gebieten.

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