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Brigadestab in Torgelow packt bald seine Sachen

Den Kampfpanzer Leopard wird‘s in Torgelow bald nur noch als Denkmal geben. Das Panzerbataillon wird zu einem Jägerbataillon umstrukturiert. Die letzten 33 Panzer werden Ende 2014 abtransportiert.
Den Kampfpanzer Leopard wird‘s in Torgelow bald nur noch als Denkmal geben. Das Panzerbataillon wird zu einem Jägerbataillon umstrukturiert. Die letzten 33 Panzer werden Ende 2014 abtransportiert.

Jetzt wird’s ernst: Vor einem guten Jahr wurde die Bundeswehrreform verkündete. Und demnächst stehen bereits die ersten Umzüge von Menschen und Maschinen in der Region bevor.

Die gute Nachricht für Neubrandenburg: Im Frühling 2014 zieht der Stab der Panzergrenadierbrigade 41 mit seiner Stabskompanie von Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) in die Tollense-Kaserne der Viertorestadt. Mit den etwa 280 Frauen und Männern wird die Kaserne auf rund 1200 Soldaten aufgefüllt, sagte Oberst Jürgen-Joachim von Sandrart, seit einigen Wochen erst Brigadekommandeur.

Die beiden schlechten Nachrichten für Neubrandenburg, die bereits mit der Ankündigung der Strukturveränderungen Anfang April 2012 bekanntgegeben wurden: Sowohl der Fliegerhorst Trollenhagen als auch die Kaserne Fünfeichen, wo jetzt noch ein Fernmeldebataillon stationiert ist, werden von der Bundeswehr aufgegeben. Daran habe sich zwischenzeitlich nichts geändert, sagte von Sandrart. Statt mehr als 2000 Dienstposten wird es dann nur noch eben die 1200 Bundeswehrsoldaten in der Tollense-Kaserne geben.

Hier laufen derzeit allerdings noch Bauarbeiten in einem Teil der Gebäude. Obwohl die Häuser nach der Wende bereits einmal saniert worden waren, entging den Planern seinerzeit wohl eine Bitumenschicht unterm Fußbodenbelag. Die werde jetzt entfernt. „Der Teergeruch war doch ziemlich spürbar“, sagte von Sandrart. Er bezeichnete die Umzug des Stabs in die Viertorestadt als „zweckmäßig“. Die Führung der Brigade sei in einer größeren Stadt wie Neubrandenburg einfach besser integriert im zivilen Leben.

Neues Bataillon soll 2015/16 einsatzbereit sein

Eine der schwierigsten Aufgaben der Reform stehen dem Kommandeur und seinen Offizieren in Torgelow  bevor: Aus dem der derzeit dort stationierten Panzerbataillon 413 wird das Jägerbataillon 413. Damit sind die Tage der schweren Kampfpanzer in Torgelow und Eggesin, wo schon zu DDR-Zeiten einer der größten Panzerstandorte war, gezählt. Die noch vorhandenen gut 30 Leopard II-Panzer werden bis Ende 2014 abgelöst durch den Boxer, einen gepanzertern Truppentransporter für die Infanterie.

Personell wird das Bataillon von 450 auf 1200 Mann in Torgelow aufgestockt – ein Trost für die Kommunalpolitiker, die nicht gerade begeistert sind, den hochrangigen Stab an Neubrandenburg zu verlieren. 2015/16 soll das neue Bataillon dann einsatzbereit sein, sagte von Sandrart. Er sei überzeugt, ausreichend Freiwillige in den Nordosten locken zu können.

Ernst wird es in den kommenden zwei Jahren auch an weiteren Standorten der Panzergrenadierbrigade, die Einheiten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt zu stehen hat. Eine der größten Kasernen im Nordosten – Karpin bei Eggesin – werde spätestens 2015 dicht gemacht. Basepohl, wo sich die Bundeswehr bereits größtenteils zurückgezogen hat, soll spätestens 2015 komplett aufgegeben werden. Dafür wird der Brigade eine in Prenzlau (Uckermark) stationierte Grundausbildungseinheit zugeordnet.

In zwei Jahren soll die Umstrukturierung der Panzergrenadierbrigade 41 abgeschlossen sein. Das wäre auch notwendig, sagte von Sandrart. Denn ab 2016 sei die Brigade wieder vorgesehen für Auslandseinsätze.