NACH BÜRGERENTSCHEID

Verband fordert Stopp für Wohnungsfirma-Verkauf

In Grimmen ist ein Bürgerentscheid über den Verkauf der kommunalen Wohnungsgesellschaft GWG gescheitert. Der Wohnungsunternehmen-Verband hat die Stadtvertreter dennoch aufgefordert, auf den Verkauf zu verzichten.
dpa
In Grimmen ist ein Bürgerentscheid am Quorum gescheitert.
In Grimmen ist ein Bürgerentscheid am Quorum gescheitert.
Grimmen.

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen hat die Stadtvertreter von Grimmen (Vorpommern-Greifswald) aufgefordert, auf einen Verkauf der kommunalen Wohnungsgesellschaft GWG zu verzichten. Mit 84 Prozent habe sich eine deutliche Bürgermehrheit gegen die Privatisierung entschieden, teilte der in Hamburg ansässige Verband am Montag mit. Der Wille der Bürger müsse beachtet werden, auch wenn die nötige Stimmenzahl für eine rechtlich bindende Ablehnung der Pläne knapp verfehlt wurde.

Der Bürgerentscheid über die umstrittenen Pläne zum Verkauf der GWG in Grimmen war am Sonntag gescheitert. Wie ein Stadtsprecher am Sonntag erklärte, haben zwar 1904 Bürger gegen den Verkauf der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Grimmen gestimmt, die der größte Vermieter in der ehemaligen Kreisstadt ist. Das waren etwa 84 Prozent der abgegebenen Stimmen. Für eine rechtlich bindende Bürgerentscheidung hätten aber 2125 Grimmener gegen die Verkaufspläne von Bürgermeister Benno Rüster (CDU) stimmen müssen.

Größter Vermieter von Grimmen

Die GWG ist der größte Vermieter in der Stadt. "Die Menschen haben klar gemacht, dass sie eine Privatisierung nicht wollen", erklärte Verbandsdirektor Andreas Breiter. Fast jeder zweite Grimmener lebe in einer GWG-Wohnung. Ihnen müsse Sicherheit gegeben werden, dass sie auch in Zukunft die Mieten bezahlen könnten.

Nur 26,7 Prozent der rund 8500 Wahlberechtigten beteiligten sich an der Abstimmung, die die Fraktion der Linken in Grimmen initiiert hatte. Damit müsse die Stadtvertretung nun entscheiden, wie man mit der städtischen Wohnungsgesellschaft umgeht. Die nächste Sitzung findet am 20. Dezember statt.

Harry Glawa ist Stadtpräsident

Die GWG hat durch alte Kredite millionenschwere Belastungen, unter anderem wegen Sanierungen von Plattenbauten in den 1990er Jahren. Zudem stehen 13 Prozent der Wohnungen leer. Die Verkaufspläne hatte unter anderem der Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen scharf kritisiert. Stadtpräsident in Grimmen ist der Wirtschaftsminister des Landes, Harry Glawe (CDU).

Dieser Artikel wurde am Montag, 3. Dezember 2018 aktualisiert.

zur Homepage