Ostsee-Fischerei

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Bürgermeister aus MV gegen totales Herings-Fangverbot 

Herings-Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern: Nach dem Willen der EU ist damit in der Ostsee bald Schluss (Archivbild).
Herings-Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern: Nach dem Willen der EU ist damit in der Ostsee bald Schluss (Archivbild).
Christian Charisius

38 Bürgermeister aus Mecklenburg-Vorpommern haben sich in einer Petition an die EU gegen das geplante Herings-Fangverbot in der westlichen Ostsee ausgesprochen.

In einer Petition an EU-Fischereikommissar Karmenu Vella haben 38 Bürgermeister von Küstenorten in Mecklenburg-Vorpommern den Verzicht auf ein für 2019 geplantes Heringsfangverbot in der westlichen Ostsee gefordert. Sie sprechen sich stattdessen für eine Mindestquote aus.

Die Petition wurde am Donnerstag vom CDU-Europaabgeordneten Werner Kuhn und der Vorsitzenden des Landesverbands der Kutter- und Küstenfischer, Ilona Schreiber, in Brüssel übergeben. Vella habe sich von der Initiative der Kommunen sichtlich beeindruckt gezeigt und ein totales Heringsfangverbot als absolut inakzeptabel bezeichnet, sagte Kuhn nach der Übergabe der Petition.

Finanzielle Unterstützung

Stattdessen habe er sich für einen mehrjährigen Wiederauffüllplan mit Mindestfangquoten ausgesprochen, um den Heringsbestand schrittweise zu konsolidieren. Wie Kuhn weiter mitteilte, habe das Bundesagrarministerium Hilfen für Fischer in Höhe von 2,5 Millionen Euro zugesagt, die durch die gleiche Summe aus dem Europäischen Fischereifonds auf fünf Millionen Euro aufgefüllt werden könnten.

Die Mindestquote ist nach Auffassung der Bürgermeister Voraussetzung dafür, dass der Kundenstamm der Fischereibetriebe nicht wegbreche und finanzielle Hilfen in Form von Ausgleichszahlungen überhaupt in Anspruch genommen werden könnten.

„Ein totales Fangverbot hätte verheerende sozioökonomische Konsequenzen, die durch nichts kompensiert werden können”, heißt es in der Petition. Unterschrieben haben unter anderem die Bürgermeister von Wismar, Stralsund, Rostock, Freest, Zingst, Barth und Pruchten.