Schon am Montag kam es zu einer Demonstration in Stralsund.
Schon am Montag kam es zu einer Demonstration in Stralsund. Stefan Sauer
Proteste

Bürgermeister ist dabei – über 2000 demonstrieren in Stralsund

In der Hansestadt demonstrieren am Mittwochabend deutlich mehr Menschen als am Montag – die Forderungen sind jedoch die gleichen wie vor zwei Tagen.
dpa
Stralsund

In Stralsund haben am Mittwochabend erneut viele Menschen gegen die hohen Energiepreise demonstriert und Kostenentlastungen durch die Politik verlangt. Zudem wurden Forderungen nach einem Ende der Sanktionen gegen Russland und Öffnung der Erdgasleitung Nord Stream 2 laut. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer zu Beginn der Veranstaltung auf etwa 2000. Doch kamen im Laufe des Abends immer mehr Menschen hinzu. Bei den Protestaktionen am Montag waren in Stralsund laut Polizei lediglich 400 Teilnehmer gezählt worden.

Viel Aufmerksamkeit für Aufruf durch CDU-Politiker

Der Aufruf zu der Demonstration am Mittwoch erlangte überregionale Aufmerksamkeit, nachdem der Stralsunder Oberbürgermeister Alexander Badrow dafür Werbung gemacht hatte. Der CDU-Politiker teilte auf seiner Facebook-Seite den Aufruf der Gruppe Bürger für Stralsund und gehörte am Mittwoch auch zu den Demonstranten.

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Das Schweriner Innenministerium prüft nach eigenen Angaben, ob das Stralsunder Stadtoberhaupt mit dem Facebook-Eintrag seine Neutralitätspflicht möglicherweise verletzt haben könnte. Diese gelte auch für kommunale Wahlbeamte. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor.

Ein Sprecher der CDU Stralsunds hatte darauf verwiesen, dass es sich um eine privat geführte Seiten Badrows handele. Den Demonstrationsaufruf habe er als Stralsunder CDU-Vorsitzender beziehungsweise Privatperson geteilt.

Facebookseite im Visier

Allerdings wurde auf dieser Facebook-Seite in der Vergangenheit die E-Mail-Adresse „[email protected]” aufgeführt. Medienberichten zufolge verwies die Seite zuletzt auch durch einen entsprechenden Schriftzug im Kopfteil des Profils prominent auf Badrows Funktion als Oberbürgermeister.

In dem Aufruf hatten die Initiatoren die Entlastung von Steuerzahlern gefordert und vor der Existenzbedrohung für Arbeitnehmer und Mittelstand gewarnt. Zudem forderten sie den „sofortigen Rücktritt der Regierung in Berlin”.

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Am Montag hatten nach Angaben des Innenministeriums rund 12.700 Menschen an den landesweit registrierten 24 Demonstrationen teilgenommen. Das waren etwa doppelt so viele wie eine Woche zuvor. Laut Polizei verliefen alle Demos friedlich.

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