Sorgten immer wieder für Streit: Patrouillenboote in der Peene-Werft in Wolgast.
Sorgten immer wieder für Streit: Patrouillenboote in der Peene-Werft in Wolgast. Stefan Sauer
Rüstungsprojekte

Bund steckt Milliarden in Marine-Schiffbau – auch Nordost-Werften dabei

Der Bund hat milliardenschwere Rüstungsprojekte beschlossen, die auch den Schiffbauern in Mecklenburg-Vorpommern Arbeit bringen. Die Werften litten zuletzt stark in der Corona-Krise.
dpa
Rostock

Die vom Haushaltsauschuss des Bundestags zum Ende der Wahlperiode beschlossenen milliardenschweren Rüstungsprojekte bringen auch Arbeit für Schiffbauer in Mecklenburg-Vorpommern. Wie der Haushaltsexperte der Union, Eckhardt Rehberg, am Donnerstag sagte, geht ein Großteil der Aufträge an die im Marineschiffbau erfahrene Bremer Lürssen-Gruppe und die Meyer-Werft in Papenburg (Niedersachsen).

Beide Unternehmen haben mit der Peenewerft in Wolgast und der Rostocker Neptun-Werft Standorte in Mecklenburg-Vorpommern. Nach Einschätzung Rehbergs werden 2022 in Rostock Arbeiten für den Bau von zwei Marinebetriebsstoffversorgern beginnen. Mit der Fertigstellung sei 2025 zu rechnen.

Laut Rehberg gab der Haushaltsausschuss in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause für Beschaffungs- und Entwicklungsprojekte der Bundeswehr insgesamt 19 Milliarden Euro frei. Die Vorhaben der Marine hätten einen Auftragswert von insgesamt 6,8 Milliarden Euro. Die Projekte erstrecken sich über die nächsten zehn Jahre. Dazu gehören das deutsch-norwegische U-Boot-Projekt, der Bau von drei Flottendienstbooten, zwei Marinebetriebsstoffversorgern sowie zwei Erprobungsbooten. „Damit führen wir die Modernisierung der Marine fort und setzen ein industriepolitisches Zeichen“, betonte Rehberg.

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Massiver Stellenabbau in MV

Allein für den Bau der Versorger, in den die Neptun-Werft mit ihrer Erfahrung im Tankerbau eingebunden werde, stünden 914 Millionen Euro zur Verfügung. Davon profitierten auch regionale Zulieferer. Für die Peene-Werft sieht Rehberg insbesondere Aufgaben bei der Instandhaltung von Marineschiffen.

Wie viele andere Schiffbaubetriebe war auch die Neptun-Werft in Folge der Corona-Krise in wirtschaftliche Schieflage geraten. Laut Geschäftsführung sank wegen fehlender Aufträge die Zahl der Fertigungsstunden im Jahr auf ein Drittel. Von den mehr als 600 Stellen auf der Werft sollen etwa 180 abgebaut werden. Darauf hatten sich kürzlich die Tarifpartner verständigt.

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