UMWELTVERBAND

BUND wehrt sich gegen neue Brücke nach Usedom

Bei Wolgast soll eine Brücke entstehen, damit der Verkehr flüssiger auf die Insel Usedom läuft. Doch ein Umweltverband stellt sich gegen dieses Vorhaben.
dpa
Diese Visualisierung zeigt die geplante Brücke über den Peenestrom von Wolgast auf die Insel Usedom.
Diese Visualisierung zeigt die geplante Brücke über den Peenestrom von Wolgast auf die Insel Usedom. DEGES/dpa
Wolgast.

Der Umweltverband BUND stellt sich gegen den Bau einer neuen Brücke zur Insel Usedom. Der gigantische Brückenbau bei Wolgast für mehr als 100 Millionen Euro diene nur dem Autoverkehr und löse die Verkehrsprobleme der Insel nicht, sagte BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag am Freitag in Schwerin.

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens können Träger öffentlicher Belange, darunter auch Umweltverbände, ihre Einwendungen und Stellungnahmen zum Bauprojekt bis Anfang Januar einreichen. Die Brücke, die südlich von Wolgast über den Peenestrom führen soll, durchschneide zwei Vogelrastgebiete von internationaler Bedeutung. Dieser Eingriff sei nicht ausgleichbar, sagte Cwielag.

Verkehr soll mit Brücke flüssiger laufen

Mit dem Bau der insgesamt 6,5 Kilometer langen Ortsumgehung inklusive Brücke soll der Verkehr flüssiger auf die Insel und zurück rollen. Die geplante Brücke hat eine Durchfahrtshöhe von 42 Meter und muss deshalb nicht mehr wie die derzeit bestehende Brücke über den Peenestrom für Schiffe geöffnet werden. Gerade durch diese regelmäßigen Brückenöffnungszeiten bauen sich die Staus auf der Insel und in Wolgast im Tagesverlauf auf.

Kritik am BUND kam von der Insel. Es sei prinzipiell gut, dass man sich um Tiere kümmere, sagte der Heringsdorfer Bürgermeister Lars Petersen (CDU). Aber man dürfe den Menschen dabei nicht vergessen. Die Dauerstaus im Sommer seien eine enorme Belastung für die Einwohner von Wolgast.

BUND geht von zusätzlichen Staus aus

Der BUND geht davon aus, dass der Brückenbau die Insel noch stärker für den Auto- und Schwerlastverkehr öffnen wird und zusätzliche Staus auf die Insel verlagert werden, vor allem durch den Bau des Swinetunnels, der auf polnischer Seite bis 2022 gebaut wird.

Der Verband fordert deshalb ein integriertes Verkehrskonzept, bei dem Bahn, Bus und Autoverkehr sowie Radfahrer und Fußgänger gemeinsam betrachtet werden. Auch Petersen stimmt dieser Forderung des BUND zu. Ein funktionierendes Verkehrskonzept müsse her – allerdings zusätzlich zum Brückenbau.

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