Der Kommandeur der Division Schnelle Kräfte, Brigadegeneral Dirk Faust, zieht nach acht Tagen Übungsverlauf ein posi
Der Kommandeur der Division Schnelle Kräfte, Brigadegeneral Dirk Faust, zieht nach acht Tagen Übungsverlauf ein positives Fazit. Ralph Sommer
Interview

Bundeswehr zieht Schlüsse aus Afghanistan-Rückzug

Die neuntägige Militär-Übung „Schneller Adler” geht an diesem Montag zuende. Was das mit dem Rückzug aus Afghanistan zu tun hat, erklärt Brigadegeneral Dirk Faust.
Rügen

Herr General, wie bewerten Sie nach acht Übungstagen den Ablauf der Operation in Vorpommern?

Wir haben in der vergangenen Woche an mehreren Orten im Nordosten Deutschlands schnelle Luft- und See-Evakuierungsszenarien trainiert. Hinzu kam eine sogenannte robuste Operation, also unter Feindeinwirkung. Bislang bin ich sehr zufrieden. Alle zu evakuierenden Staatsbürger konnten dem Übungsszenarium entsprechend unbeschadet geborgen werden. Also: Auftrag erfüllt!

Jede solcher Operationen ist einzigartig. Deshalb ist für uns die letzte Evakuierung im vergangenen Jahr in Kabul auch keine Blaupause. Wir lernen alle bei jeder neuen Operation und Übung neu dazu.

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Gab es denn auch eine Lehre aus der Evakuierung aus Afghanistan im August 2021?

Eine Lehre aus Kabul war, dass wir zum Beispiel bei der Evakuierung aus Krisenländern für die betreffenden und oft bereits geschwächten Personen von Anfang an stets auch eine Erstverpflegung und ausreichend Trinkwasser bereithalten müssen. Das handhaben wir künftig jetzt auch so.

Die Übung vom Wochenende heißt „Schnelle Adler“. Wir Journalisten haben beobachtet, dass sich Ihre Soldaten bei den verschiedenen Aktionen aber nur sehr selten wirklich schnell bewegt haben oder gerannt sind. Sind Sie damit auch zufrieden?

Der Begriff „Schnell“ bezieht sich in erster Linie darauf, dass wir in wenigen Stunden und Tagen an jedem Ort der Welt sehr schnell verfügbar sind. Im Einsatz selbst ist eher Ruhe und Bedacht angesagt, auch, um die zu Evakuierenden nicht zu beunruhigen. Wichtig ist bei diesen Operationen, bei denen es ja oft auch zu unvorhersehbaren Ereignissen kommt, vor allem Souveränität. Und natürlich sind unsere Leute, wenn es sein muss, auch schnell. Die Hunde sowieso: Von denen kommen Sie nicht weg.

Bei dieser Übung waren Ihren Angaben zufolge über 1000 Spezialkräfte im Einsatz. Reicht das für den Ernstfall aus? Verfügen Sie darüber hinaus noch über Reserven?

Der Kräfteansatz einschließlich der Sicherung wurde zweckmäßig gewählt. Von außen wurde geschützt, und im Inneren konnte in Ruhe gearbeitet werden. Und zusätzliche Kräfte waren in der Luft. Reserven gibt es garantiert auch noch und können eingeflogen werden, wenn ich sie brauche – auch Fahrzeuge.

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