ÖFFENTLICHER NAHVERKEHR

Busfahrer in MV streiken am Donnerstag

Ver.di will am Donnerstag Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr des Landes durchführen. Grund dafür ist der Abbruch der ersten Verhandlungsrunde.
Am morgigen Donnerstag wird es zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr des ganzen Landes kommen. Mohssen Assanimoghaddam
Schwerin.

Am Donnerstag wird es in den Morgenstunden zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr kommen. Wie Ver.di erklärte, soll der Streit mit Dienstbeginn starten und bis 10 Uhr gehen. „Betroffen sein werden die Busse in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Es wird zu erheblichen Einschränkungen insbesondere in den Morgenstunden kommen," hieß es in der Presseerklärung der Gewerkschaft.

Welche Städte und Betriebe genau bestreikt werden, konnte Pressesprecher Frank Schischefsky am frühen Mittwochmorgen noch nicht sagen. Bestreikt werden jedoch die Regionen Neubrandenburg, Schwerin – Ludwigslust – Parchim und Rostock. Am Nachmittag hieß es dann, dass die meisten betroffenen Fahrgäste wohl in Mecklenburg-Vorpommerns größter Stadt Rostock zu erwarten sein werden. Nach Angaben der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) müssen sich rund 45.000 Menschen um eine Alternative zu Bussen und Bahnen kümmern.

Bei den Verkehrsbetrieben in Neubrandenburg und Schwerin wird dagegen laut Verdi nicht gestreikt. Auch im Greifswalder Umland laufe alles wie gewohnt. Hintergrund dafür sei, dass die dortigen Verkehrsbetriebe nicht zum Tarifvertrag Nahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern gehören. In allen anderen Landkreisen müsse mit erheblichen Schwierigkeiten gerechnet werden. Diese könnten sich auch nach Streikende fortsetzen.

Was machen Schüler, die aufgrund der Streiks am Donnerstag nicht mit ihrem Bus oder der Bahn in die Schule fahren können? Die Antwort hat das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur hier geliefert.

KAV verurteilt Warnstreiks auf Kosten der Arbeitnehmer

Die angekündigten Warnstreiks werden vom Arbeitsgebervertreter, dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) scharf verurteilt. „Die von der Gewerkschaft ver.di angekündigten Arbeitsniederlegungen belasten zuallererst die Fahrgäste und schaden dem öffentlichen Nahverkehr. Dafür haben wir kein Verständnis“, kritisiert die Verhandlungsführerin des KAV, Gabriele Axmann. Zudem sei die Ankündigung für einen Warnstreik viel zu spät gekommen, als das Schüler, Auszubildende und Arbeitnehmer noch hätten reagieren können. Sie forderte die Gewerkschaft hingegen auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Nur hier gäbe es Ergebnisse, nicht durch Streiks.

1. Tarifrunde scheitert bereits im Dezember

Bereits am 17. Dezember vergangenen Jahres scheiterte die erste Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft Ver.di, die die Arbeitnehmer vertritt und dem Arbeitsgebervertreter,dem KAV. Laut Ver.di wurden die Verhandlungen nach nur einem Tag abgebrochen, "da die Arbeitgeberseite nicht im Stande war, ihr enttäuschendes Angebot nachzubessern“, so Karl-Heinz Pliet, Verhandlungsführer der Gesellschaft. 

Ver.di fordert eine Erhöhung der Löhne um 2,06 Euro pro Stunde rückwirkend ab dem 01. Januar 2020 und eine monatliche Erhöhung für die Fahrer von 100 Euro. Dem steht das Angebot der KAV entgegen, die bis jetzt lediglich eine Einmalzahlung von 700 Euro, auzuzahlen in vier Raten, vorschlagen. Die KAV erklärt, dass der Vorschlag der Gewerkschaft utopisch sei und eine prozentuale Steigerung der Personalkosten von rund 15 Prozent bedeuten würde - zu viel für die kommunalen Arbeitgeber.

Der Tarifvertrag des Nahverkehrs gilt für rund 1900 Beschäftigten im ganzen Land. Am 17. Januar soll der zweite Verhandlungstag beginnen.

Dieser Ariktel wurde am 15. Januar 2020 um 16.49 Uhr aktualisiert. Es wurde hinzugefügt, welche Städte und Bereiche nicht von den Streiks betroffen sein werden und warum.

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Kommentare (2)

Gehts noch? Verdi Ihr seid soooo dooof das ihr wieder mal die falschen bestraft, die eh nichts für die lohnpolitik können. Geht lieber gegen die unfähigen nur auf das eigene wohl bedachte politiker clans an.bei den jetzigen fahrpreisen sollte man auf bus und bahn ganz verzichten und zu fuß, mit dem rad oder eigener luxuslimosine fahren, das ist imer noch die preiswerteste alternative.

Es stimmt eigentlich was Sie geschrieben haben.
Das haben die Gewerkschaften aber schon immer, immer, immer so gemacht. Da gibt es Parallelen zur Politik.
Wie viele Politiker in Deutschland fahren selbst mit dem Nahverkehr?

Normaltickets sind schon teuer.
Ab 9 Uhr, Wochen- und Feiertags schon früher, mit dem M-V-Ticket, in der Gruppe, eine längere Strecke, hin und zurück, durchs Land fahren ist nicht so teuer.
Ist das etwa fair Pendler abzuzocken?

Fahren wann und wohin, mit einem Dach über dem Kopf, und Scheiben ringsherum gegen die Zugluft, ner Heizung, dann ist schon ein 601 Standard ein Luxusmobil im Vergleich zum Fahrrad.