TARIFSTREIT

Busfahrer in MV streiken erneut

Die Gewerkschaft Verdi will am Donnerstag erneut Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr in MV durchführen – diesmal länger als in der vergangenen Woche.
Auch Busfahrer des MVVG-Betriebshofes Stavenhagen hatten sich an dem Streik in der vergangenen Woche beteiligt.
Auch Busfahrer des MVVG-Betriebshofes Stavenhagen hatten sich an dem Streik in der vergangenen Woche beteiligt. Eckhard Kruse
Schwerin.

Nach den Warnstreiks, die am vergangenen Donnerstag zahlreiche Bus- und Straßenbahnlinien in MV lahm legten, waren die Tarifverhandlungen am Freitag ergebnislos unterbrochen worden. Nun wird erneut gestreikt: Schon am Donnerstag steht der Ausstand an – und das den ganzen Tag. „Der Warnstreik beginnt mit Dienstbeginn und endet mit dem Ende des Betriebstages, das kann in einigen Unternehmen auch am 24. Januar sein“, teilte die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch mit. In der vergangenen Woche hatten Bus- und Straßenbahnfahrer nur bis 10 Uhr gestreikt. Auch diesmal ist der Schülerverkehr betroffen.

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„In der zweiten Verhandlungsrunde wurden die Tarifverhandlungen mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband Mecklenburg-Vorpommern (KAV MV) erneut vertagt. Einen ernsthaften Abschlusswillen haben wir nicht erkennen können, deshalb soll dieser zweite Warnstreik nun den Druck erhöhen“, so Karl-Heinz Pliete, Verhandlungsführer von Verdi Nord.

„Wir hätten die Warnstreiks gerne frühzeitiger bekannt gemacht. Leider hat der KAV das abgelehnt, weil es keine Bereitschaft der Unternehmen gab, gleichzeitig eine Vereinbarung zu treffen, die Ankündigung nicht zu nutzen, um Streikbrecheraktivitäten zu planen, wie in der ersten Warnstreikrunde geschehen“, so Pliete weiter.

Die Gewerkschaft verlangt bei einer einjährigen Vertragslaufzeit eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,06 Euro pro Stunde rückwirkend zum 1. Januar und einen Angleichungsschritt an andere Tarifgebiete von 100 Euro. Die kommunalen Arbeitgeber lehnten diese Forderung bisher als wirtschaftlich nicht tragbar ab. Wie Pliete sagte, hätten die Arbeitgeber am vergangenen Freitag ab Januar 2020 ein Gehaltsplus von 60 Euro angeboten, ab 2021 ein Plus von 1,5 Prozent und zwei Prozent ab 2022. Die Laufzeit solle bei drei Jahren liegen. „Damit sind wir nicht zufrieden“, betonte Pliete. Am kommenden Dienstag wollen sich die Tarifparteien erneut treffen.

Geplant sind die Warnstreiks laut Verdi in:

  • NeubrandenburgMVVG - Betriebsteile Demmin und Müritz sowie VBG (Stadtverkehr Neubrandenburg und Neustrelitz nicht betroffen)
  • Greifswald: Stadtverkehr, also keine Linienbusse. Schülerverkehr in Greifswald st durch private Unternehmen abgesichert. Der übrige Landkreis Vorpommern-Greifswald ist nicht betroffen.
  • Rostock: alle Standorte der RSAG, VVR, Rebus (S-Bahn und Fähren nicht betroffen)
  • Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR), betroffen sind Bergen auf Rügen, Stralsund, Ribnitz-Damgarten, Barth und Grimmen
  • Schwerin wird laut des NDR, anders als zunächst angekündigt, nicht bestreikt.
  • Westmecklenburg: Gesamter Linienverkehr
  • Ludwigslust-Parchim: Gesamter Linienverkehr
  • Nordwestmecklenburg und Wismar: Unternehmen Nahbus
  • Betriebshof Jarmen nicht betroffen

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