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Investitionen nötig

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Caffier hat alte Feuerwehr-Technik im Blick

Überwiegend alte IFA W 50-Löschfahrzeuge fuhren in Pasewalk vor: Das erinnert eher an ein DDR-Nostalgietreffen als an einen Feuerwehreinsatz.
Überwiegend alte IFA W 50-Löschfahrzeuge fuhren in Pasewalk vor: Das erinnert eher an ein DDR-Nostalgietreffen als an einen Feuerwehreinsatz.
Rita Nitsch

Um die Ausrüstung der Feuerwehren in MV ist es nicht gut bestellt, viele der Löschfahrzeuge gehören eher in ein Museum, als in den Einsatz. Caffier sieht einen millionenschweren Investitionsbedarf.

Am Samstag wird es im Rahmen der Agrarmesse Mela in Mühlengeez bei Güstrow eine Danke-Schön-Veranstaltung für Feuerwehr geben, zu der laut Innenminister Lorenz Caffier (CDU) 1000 Feuerwehrleute eingeladen wurden. Der Minister kündigte an, dass sich die Landesregierung am 13. Oktober in Rostock bei allen Feuerwehrleuten des Landes mit einer großen Party bedanken wolle. „Das sind wir den vielen ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleuten einfach schuldig“, sagte Caffier.

Wertschätzung und öffentlicher Dank seien wichtig, doch müssten Land und Kommunen vor allem dafür Sorge tragen, dass auch die technische Basis für die Brandbekämpfung stimme. Viele Löschfahrzeuge seien Anfang der 1990er Jahre angeschafft worden, einzelne stammten noch aus der DDR-Zeit. Daraus resultiere ein wachsender Ersatzbedarf, sagte Caffier.

40 bis 50 Millionen Euro nötig

Erste Schätzungen gingen von einem Investitionsbedarf von 40 bis 50 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren aus. „Da bekommen der Finanzminister und die Kämmerer in den Kommunen Schnappatmung“, sagte der Minister. Er werde in den künftigen Etatverhandlungen aber für mehr Geld für den Brandschutz kämpfen. „An der Sicherheit der Bevölkerung dürfen wir nicht sparen“, betonte Caffier.

Viele Waldbrände

Landtag und Regierung haben den Feuerwehrleuten in Mecklenburg-Vorpommern für ihren Einsatz zum Schutz von Leben und Gütern gedankt. Gerade in diesem Sommer mit vielen Wald- und Feldbränden hätten sie Großes geleistet. „Das war hervorragende Arbeit, auf die wir alle stolz sein können“, sagte Caffier am Donnerstag im Landtag in Schwerin unter dem Beifall der Abgeordneten.

Die oppositionelle Linke hatte angesichts der hohen Zahl von Einsätzen im Dürre-Sommer 2018 eine Aussprache dazu beantragt. „Die Feuerwehrleute, die im Einsatz waren – oft über viele Stunden, auch über viele Tage oder mehrmals am Tag und in der Nacht, und ganz egal an welcher Stelle, sie sind die Helden in diesem Sommer“, sagte die Linken-Abgeordnete Jeannine Rösler.

120.000 Stunden im Einsatz

Nach Regierungsangaben hatte es im Sommer landesweit 55 Waldbrände gegeben, darunter zwei große in munitionsbelasteten Wäldern und Heidelandschaften bei Lübtheen und Groß Laasch im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Dazu kamen etwa 70 Brände auf Feldern. Die Einsatzzeiten der Löschkräfte summierten sich auf 120.000 Stunden.

Nach Angaben des Landesfeuerwehrverbands sind landesweit rund 950 Freiwillige Feuerwehren aktiv. Sie zählen etwa 25.000 Mitglieder. In den großen Städten kümmern sich Berufsfeuerwehren um den Brandschutz. Den Angaben zufolge rückten die Feuerwehren im Vorjahr zu etwa 5200 Brandeinsätze und knapp 160.000 technische Hilfeleistungen aus.