MICHAEL SACK

CDU-Chef tritt nach Wahldesaster in MV zurück

Die CDU in MV zieht erste Konsequenzen aus dem historisch schlechten Ergebnis bei der Landtagswahl. Teile der Führung müssen nun abtreten.
Riesenenttäuschung am Wahlabend: CDU-Generalsekretär Wolfgang Waldmüller und Landeschef Michael Sack (rechts).
Riesenenttäuschung am Wahlabend: CDU-Generalsekretär Wolfgang Waldmüller und CDU-Landeschef Michael Sack (rechts). Christian Charisius
Schwerin ·

Gleich zu Beginn der CDU-Vorstandssitzung am Montag erklärte Parteichef Michael Sack: „Hinter mir liegen anstrengende, aber auch sehr erfüllende Wochen und Monate. Ich habe die CDU Mecklenburg-Vorpommern mit viel Enthusiasmus in diesen Wahlkampf geführt, habe vor Ort bei den Menschen viel Zuspruch erfahren und hatte ein Team, auf das ich mich stets verlassen konnte. Dennoch spricht ein Wahlergebnis von 13,2 Prozent eine eindeutige Sprache. Auch wenn es einen ungünstigen Bundestrend gab und eine schwierige Ausgangssituation im Land: Für das Ergebnis übernehme ich die Verantwortung.”

Und weiter: „Ich kann nicht glaubwürdig derjenige sein, der die CDU Mecklenburg-Vorpommern zu alter Stärke zurückführt – egal ob aus der Oppositionsrolle heraus oder im Rahmen einer Regierungsbeteiligung. Ich trete deswegen als CDU-Landesvorsitzender zurück und werde das Landtagsmandat nicht annehmen. Ich möchte den Weg frei machen für einen personellen Neuanfang und die richtigen politischen Weichenstellungen für die kommende Bundestagswahl. Ich kehre zurück ins Landratsamt nach Greifswald.”

Noch am Vormittag hatte Philipp Amthor gegenüber dem Nordkurier gefordert, Sack solle im Amt bleiben. Amthor kandidierte einst ebenfalls um den CDU-Vorsitz in MV, trat von diesem Vorhaben aber nach Bestechungsvorwürfen zurück. Er hatte am Wahlabend sein Direktmandat deutlich an den Bewerber der SPD verloren.

Weiterlesen: Zumindest bei Michael Sack zu Hause bleibt die CDU vorn

Auch Fraktionschef Waldmüller tritt zurück

Auch der bisherige Fraktionsvorsitze im Landtag und Generalsekretär Wolfgang Waldmüller zieht Konsequenzen: „Ich habe mich heute entschieden, als Generalsekretär der CDU Mecklenburg-Vorpommern zurückzutreten. Und mit Blick auf die morgige Fraktionssitzung erkläre ich, nicht erneut für den Fraktionsvorsitz zu kandidieren. Im April 2017 bin ich gebeten worden, das Amt des Generalsekretärs zu übernehmen. Seither sind beinahe viereinhalb Jahre vergangen. Ich habe das Amt gern ausgefüllt, mit Blick auf den Parteitag im November möchte ich aber frühzeitig den Weg frei machen für einen personellen Wechsel.”

Und weiter: „Darüber hinaus habe ich mich entschieden, morgen nicht wieder als Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion zu kandidieren. Nach dem Weggang von Vincent Kokert und dem Wechsel an der Spitze des Innenministeriums im November letzten Jahres habe ich mich in die Pflicht nehmen lassen. Ich hab’s gern getan, habe aber nie nach dem Amt des Fraktionsvorsitzenden gestrebt. Deswegen stehe ich nicht erneut zur Wahl.“

>> Update: Während des Präsidiumstreffens wurde bereits bekannt, dass Eckhardt Rehberg komissarischer Parteichef der CDU in MV werden soll. Lesen Sie hier dazu mehr.

Historische Wahlschlappe am Sonntag

Nach der historischen Wahlschlappe war innerhalb des CDU-Landesverbandes noch am Wahlabend eine kontroverse Diskussion über die künftige inhaltliche und personelle Ausrichtung entflammt. Die CDU hatte in den 15 Jahren der Großen Koalition in der Wählergunst kontinuierlich verloren. Von 30,3 Prozent im Jahr 2006 ging es über 19 Prozent (2016) auf nun 13,3 Prozent dramatisch bergab. Sowohl Wolfgang Waldmüller als auch Michael Sack hatten das Ergebnis als „katastrophal” bezeichnet.

Weiterlesen: So wurde in den Wahlkreisen in MV abgestimmt

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Kommentare (4)

und war nur die Notlösung nach dem Weggang Kockerts.
Zumindest hat er den A in der Hose das Theater zu beenden und klebt nicht am Posten wie der lasche Armin in Berlin!

Amthor, Glawe, Caffier haben den Niedergang und Stillstand der letzten Jahre zu verantworten. Sack war doch nur das Kanonenfutter, damit die beiden Erstgenannten weiter ihr Schäfchen ins Trockene bringen und Politiker spielen können.

Der nächste Verwaltungscharakter, prädestiniert für die gehobene Laufbahn, welcher sich auch methaphorisch, ohne ein erkennbares Gelege und mit viel Schweigen aus dem Publikumsverkehr zurückzieht.

Vielleicht sollte der Wirtschaftsflügel mal jemanden vorschicken, der zum Dunstkreis der Auto- oder Agrarlobby gehört. Autoverkäufertypen, Schauspieler oder Bauern mit dicken Kartoffeln machen sich doch immer gut für den lästigen Teil am Berufspolitikerleben. Die Menschen.

Naja an seinem Posten klebt er wohl doch.
Schließlich kehrt er nunmehr wohlbehalten auf seinen Landratssessel zurück.
Gedanken sollte sich die CDU vor allem um ihr Auftreten auf lokaler Ebene machen. Ich denke Landtagswahlen habe auch viel mit dem Auftretzen in den Kommunen zu tun.
Wie man es besser nicht macht ist für sie CDU ja in Gnoien ständig zu beobachten.