Marc Reinhardt (links) und Franz-Robert Liskow hätten gern mehr Ost-Power in der CDU.
Marc Reinhardt (links) und Franz-Robert Liskow hätten gern mehr Ost-Power in der CDU. Privat/Jens Büttner
CDU MV

CDU-Chefs wünschen sich mehr Ost-Power an der Parteispitze

Die CDU hat ihre Parteibasis entdeckt. Nach den verheerenden Wahlschlappen in MV und im Bund sollen die Mitglieder jetzt über den Bundesvorsitz entscheiden.
Schwerin

Marc Reinhardt nimmt kein Blatt vor den Mund. „Nachdem wir zweimal bei der Wahl des Bundesvorsitz an der Basis vorbei entschieden haben, sollen jetzt die Mitglieder abstimmen können”, sagte der Chef des CDU-Kreisverbandes Mecklenburgische Seenplatte am Montag im Gespräch mit dem Nordkurier.

Mehr lesen: Wo geht es hin?: Seenplatte-CDU will Kommunen retten und setzt auf die Basisarbeit

Am Wochenende hatten sich alle 326 Kreisvorsitzenden und die 27 Bezirksvorsitzenden der CDU in Deutschland in Berlin getroffen, um nach den „schweren Wahlniederlagen” (Reinhardt) den weiteren Weg der Partei hin zu einer Neuaufstellung zu beraten. Nach Aussage Reinhardts hätten sich gut 95 Prozent der Kreisvertreter für einen Mitgliederentscheid bei der Wahl eines neuen Chefs oder einer neuen Chefin ausgesprochen.

Das könnte Sie auch interessieren: Landtagswahl MV: CDU sucht Schuldige für das Wahldebakel

In der Vergangenheit hatte die CDU stets die rund 1000 Parteitagsdelegierten den Bundesvorsitz wählen lassen. Doch die beiden letzten Amtsinhaber, Annegret Kramp-Karrenbauer und Armin Laschet, scheiterten jeweils schnell bei dem Vorhaben, die CDU erfolgreich zu führen.

Noch kein Hut im Ring

Reinhardt betonte, dass noch in dieser Woche alle notwendigen Vorbereitungen getroffen werden sollen, um noch in diesem Jahr ein Votum der rund 400.000 CDU-Mitglieder bundesweit durchführen zu lassen. Dazu allerdings müssen sich auch offiziell Kandidaten zu Wort melden. Derzeit schweben mit Friedrich Merz, Norbert Röttgen, Carsten Linnemann oder Jens Spahn zwar verschiedene Namen durch das politische Berlin – doch offiziell hat noch keiner der Genannten seinen Hut in den Ring geworfen.

Lesen Sie auch: Röttgen: Verschiedene Gesprächsrunden über CDU-Vorsitz

Der CDU-Kreischef aus der Mecklenburgischen Seenplatte machte in dem Zusammenhang keinen Hehl aus der Präferenz der CDU im Nordosten für Kandidaten Friedrich Merz. Aber auch Carsten Linnemann könne er sich gut vorstellen, sagte Reinhardt. Franz-Robert Liskow, Fraktionschef der CDU im MV-Landtag und Vorsitzender der Kreis-CDU in Vorpommern-Greifswald, wünscht sich bei der personellen Neuaufstellung der Bundes-CDU, dass der Osten eine stärkere Stimme und mehr Gewicht bekommt. Dazu passt auch Liskows Wunschfavorit für den Bundesvorsitz. Michael Kretschmer, Ministerpräsident in Sachsen. „Unabhängig von der Frage, ob Kretschmer überhaupt zur Wahl steht”, ergänzt Liskow.

zur Homepage