Im März 2021 fand erstmals seit langem wieder ein Hansa-Spiel vor Zuschauern statt. Die CDU will jetzt ein Ende der Geist
Im März 2021 fand erstmals seit langem wieder ein Hansa-Spiel vor Zuschauern statt. Die CDU will jetzt ein Ende der Geisterspiele. Peter Krüger/Archiv
Kritik an Schwesig

CDU fordert Ende der Geisterspiele bei Hansa Rostock

Die Corona-Pandemie bremst Fußball-Fans aus, der FC Hansa Rostock muss aktuell ohne Heimzuschauer spielen. Das will die Opposition im MV-Landtag aktiv.
Schwerin

Das ist für den normalen Fernsehzuschauer nur noch schwer nachzuvollziehen: Zappt er abends durchs Programm, sieht er beispielsweise Fußballspiele unter freiem Himmel in Hamburg, die vor 2000 Zuschauern stattfinden. Und in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) dürfen am Sonnabend im Drittligaspiel gegen Havelse sogar 15.000 Zuschauer ins Stadion – eine 50-prozentige Auslastung ist im von Reiner Haseloff (CDU) regierten Bundesland möglich.

Und Hansa Rostock spielte am Mittwoch im DFB-Pokal gegen RB Leipzig (2:0). Auch in Sachsen waren 1000 Zuschauer im Stadion zugelassen.

„In MV gelten die strengsten Corona-Regeln“

Das Wort von der Wettbewerbsverzerrung macht mittlerweile in den Fußballligen die Runde – schließlich bedeutet die Anfeuerung von den eigenen Fans einen gewissen Heimvorteil.

Doch in Mecklenburg-Vorpommern ist bekanntlich vieles anders – und das nervt Franz-Robert Liskow gewaltig. „Die Hospitalisierungsinzidenz in Mecklenburg-Vorpommern sinkt, gleichzeitig gehen mehr und mehr Bundesländer dazu über, Sport vor zumindest teilweise gefüllten Rängen zu ermöglichen. Jetzt muss auch bei uns reagiert werden“, fordert der CDU-Fraktionschef im MV-Landtag. Was heißt das konkret? „In einem ersten Schritt halte ich eine 25-prozentige Auslastung der Ränge (das würde rund 7500 Zuschauer bedeuten, d. Red.) für absolut vertretbar. Noch im Wahlkampf hat sich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in vollen Stadien ablichten lassen und sich im Glanz der Vereine gesonnt. Es wäre jetzt an der Zeit, unter Beweis zu stellen, dass der Sport für sie mehr ist als reine Staffage.“

Weiterlesen: "Neun Jahre gefiebert" – Schwesig gratuliert Hansa zum Aufstieg

Der Handel, die Gastronomie, die Hotellerie – viele Bereiche hätten sich zähneknirschend und auch unter Inkaufnahme zum Teil herber Verluste vorübergehend mit der 2G beziehungsweise der 2Gplus Regelung arrangiert. Aber angesichts der sinkenden Hospitalisierungsinzidenz sei es nicht mehr zu vermitteln, dass Sportmannschaften ohne Zuschauer spielen sollen, argumentiert der CDU-Politiker. Mit Abstand, Maske sowie 2G und zudem im Freien oder in großen Hallen gehe Zuschauern weder eine Gefahr füreinander, noch für die Mannschaften aus.

„Schwesigs Regelungen führen ins Leere”

Einmal in Fahrt, arbeitet sich der Oppositionspolitiker der CDU an den Regierungschefin ab. „Die Ministerpräsidentin prahlt gerne damit, dass in Mecklenburg-Vorpommern die strengsten Corona-Regeln gelten würden. Die Wahrheit ist: Schwesigs Regelungen führen ins Leere.“ Weder habe man durch die hiesigen Regelungen in Mecklenburg-Vorpommern eine niedrigere Inzidenz, eine niedrigere Hospitalisierungsinzidenz oder gar eine höhere Impfquote, als anderswo in Deutschland. Das glatte Gegenteil sei der Fall, kritisiert Liskow.

„Und das, obwohl die Landesregierung noch bis vor kurzem mit falschen Zahlen operiert hat, was die Ministerpräsidentin mittlerweile immerhin eingeräumt und als Versehen abgetan hat, ohne allerdings darauf einzugehen, wer die politische Verantwortung für den Vorgang trägt“, betont der CDU-Politiker aus Vorpommern-Greifswald.

Für eine Ministerpräsidentin, die bei der Suche nach dem Schuldigen sonst nicht zimperlich agiere, ein bemerkenswerter Vorgang.

Weiterlesen: Corona-Regeln in MV eine Stufe gesunken

zur Homepage