MICHAEL SACK

CDU-Kandidat schaltet in den Angriffsmodus

CDU-Spitzenkandidat Michael Sack ist in den aktuellen Umfragen im Sinkflug. Im Nordkurier-Interview macht er aber klar: Er denkt nicht ans Aufgeben, sondern schaltet um auf Attacke.
CDU-Spitzenkandidat Michael Sack bei seinem Redaktionsbesuch im Nordkurier-Medienhaus
CDU-Spitzenkandidat Michael Sack bei seinem Redaktionsbesuch im Nordkurier-Medienhaus Ulrike Kielmann
CDU-Spitzenkandidat Michael Sack im Gespräch mit den Redakteuren Andreas Becker (rechts) und Gabriel Kords
CDU-Spitzenkandidat Michael Sack im Gespräch mit den Redakteuren Andreas Becker (rechts) und Gabriel Kords Ulrike Kielmann
CDU-Spitzenkandidat Michael Sack will den Umfrage-Trend seiner Partei noch drehen.
CDU-Spitzenkandidat Michael Sack will den Umfrage-Trend seiner Partei noch drehen. Ulrike Kielmann
„Mecklenburg-Vorpommern wird unter Wert regiert”, ist die politische Botschaft von CDU-Spitzenkandidat Michael Sack.
„Mecklenburg-Vorpommern wird unter Wert regiert”, ist die politische Botschaft von CDU-Spitzenkandidat Michael Sack. Ulrike Kielmann
Neubrandenburg ·

Herr Sack, es läuft gerade nicht so gut für die CDU: Auf 15 Prozent kommen Sie in der neuesten Umfrage noch, die SPD steht jetzt bei 36 Prozent… Wie geht es Ihnen damit?

Das war natürlich schon ein Tiefschlag vorige Woche. Man hält dann inne und fragt sich: Was läuft gerade schief? Was uns aber am meisten verwundert an der Umfrage: Wenn wir im Land unterwegs sind und mit den Leuten reden, nehmen wir eine ganz andere Stimmung wahr.

Welche denn?

Die Leute sagen uns, dass sie es problematisch finden, dass die SPD so stark ist. Sie sagen über Frau Schwesig: Die überzieht, die ist viel zu omnipräsent, viel zu drückend. Und deswegen wollen wir die auch nicht.

Könnte es sein, dass Sie einfach mit den falschen Leuten reden? Bleiben Sie vielleicht zu sehr in Ihrer politischen Blase?

Wenn ich am Wahlkampfstand in den Fußgängerzonen stehe, gibt es natürlich Menschen, die direkt zu uns gelaufen kommen. Ich spreche aber auch gezielt Bürger an, die sonst vorbeilaufen würden. Und ich gehe beispielsweise in Geschäfte und suche das Gespräch mit den Leuten. Ich glaube schon, dass das ein guter Querschnitt ist. Und die Mehrheit der Menschen sagt mir: Wir haben überhaupt keine Lust auf rot-rote Experimente.

Trotzdem würde mehr als ein Drittel der Bürger Frau Schwesig wählen. Könnte das auch daran liegen, dass Sie einfach zu nett sind? Dass man Sie nicht genug wahrnimmt?

Letzteres vielleicht, ersteres nicht. Warum soll ich mich denn verstellen und griesgrämig drein gucken oder kratzbürstig unterwegs sein? Aber ‚nett‘ ist ja auch eine Umschreibung für ‚blöde‘…

Das haben Sie jetzt gesagt – wir ganz ausdrücklich nicht!

Natürlich nicht. Jedenfalls möchte ich Verantwortung für dieses Land übernehmen und zu Verantwortung gehört es auch, dass man anständig miteinander umgeht und spricht. Dass man zuhört. Dass man die Probleme der Menschen auch ernst nimmt – und nicht andauernd selbst auf Sendung ist, so wie Frau Schwesig. Und wenn das dann alles als „nett“ wahrgenommen wird, finde ich das offen gestanden gar nicht schlecht.

Also Hauptsache nett und dann kommt erst der Rest?

Nein, aber gutes Benehmen und Kompetenz schließen einander ja nicht aus. Ich nehme für mich beides in Anspruch und mir ist bewusst, welche wichtigen Entscheidungen für unser Land in den nächsten Jahren getroffen werden müssen. Wenn man einen Ministerpräsidenten möchte, der durchaus menschliche Züge hat und auf der anderen Seite die Dinge auch mit Weitblick entscheiden kann, dann ist das genau das Paket, das ich auch anbieten kann.

Wie sehr leidet Michael Sack denn augenblicklich unter Armin Laschet?

Gar nicht. Ich kann mit Armin Laschet sehr gut leben und habe ihn schätzen gelernt in den vergangenen Wochen. Ich halte ihn auch für den richtigen – auch wenn das derzeit vielleicht nicht alle in der CDU so sehen.

Hat Armin Laschet vielleicht dasselbe Problem wie Michael Sack? Es gibt ja gewisse Ähnlichkeiten: Beide streben von einem hohen Amt in ein noch höheres Amt – Sie vom Landrat zum Ministerpräsident, er vom Ministerpräsident zum Bundeskanzler…

Wenn es um Ähnlichkeiten geht, dann vielleicht eher bei der Frage, wie es uns beiden gelingt, unsere Erfolge zu verkaufen. Herr Laschet hat sich in Nordrhein-Westfalen beispielsweise um die Kommunen gekümmert, von dort hört man sehr wohlwollende Worte über ihn. Und er hat eine verdammt knappe Mehrheit im Parlament und regiert trotzdem mit großer Ruhe. Außerdem ist er eine integrative Person, was derzeit, wo die Dinge gesellschaftlich so auseinandergehen, eine große Leistung ist.

Aber muss jetzt nicht eine Kehrtwende kommen? Müssen Sie nicht lauter werden? Der Trend spült die Union sonst doch fort…

Ja. Es ist wohl wahrzunehmen, dass diejenigen, die laut sind und gut und fleißig verkaufen, sie hätten dieses oder jenes getan, deutlich besser gehört werden und scheinbar auch gewollt sind von den Wählern als jene, die ihre Arbeit in den Vordergrund stellen und die Probleme lösen. Und das müssen wir als Union in den verbleibenden Wochen schon nochmal deutlicher machen, dass wir eben nicht nur fleißig sind, sondern es am Ende den Bürgern auch mitteilen müssen.

Dann sagen Sie doch mal, was die CDU besser kann als Frau Schwesig.

Mecklenburg-Vorpommern wird unter Wert regiert. Es gibt reichlich zu tun, etwa bei der Bildungspolitik in unserem Land, die in der Kreidezeit feststeckt, beim ländlichen Raum, der noch immer voller Funklöcher ist, beim Berufsausbildungssystem, für das sich niemand so richtig interessiert und so weiter. Und dann kommt hinzu, was ich als Landrat mit der Landesregierung von Frau Schwesig erlebt habe. Das war in keiner Weise geeignet, im Nachhinein als „gutes Krisenmanagement“ bezeichnet zu werden. Es war de facto der Alleingang einer Frau, die ohne jede Rücksprache mit dem Parlament oder ihren Ministerien entschieden hat, was sie gerade für richtig hielt.

Was für Fehlentscheidungen hat Frau Schwesig denn getroffen in der Corona-Krise?

Eine vollständige Antwort würde hier den Rahmen sprengen! Ich will zwei Beispiele herausgreifen. Die Entscheidung, wann wir in diesem Frühjahr wieder mit dem Tourismus öffnen, kam viel zu spät. Ob das nun an Frau Schwesigs Kur lag oder an zu großer Zögerlichkeit – sie hat den Zeitpunkt verpasst, zu dem wir hätten aufmachen müssen. Darunter leidet die Branche bis heute. Es gab dieses Zeitfenster, da hatten alle anderen schon auf, nur wir noch nicht. Mit der Konsequenz, dass viele Mitarbeiter in andere Bundesländer oder in andere Branchen abgewandert sind. Und noch ein anderes Beispiel: Wir wissen ja alle, dass die eigentliche Arbeit bei der Pandemie-Bewältigung in den Landkreisen und kreisfreien Städten geleistet wurde. Wir haben damals als Landkreis das Land um Hilfe gebeten, als wir aus den Abteilungen unseres Kreises nicht mehr genug Leute zur Verfügung stellen konnten. Das Land hat mir dann ganze zehn Mitarbeiter zugesagt, was schon wenig genug ist. Gekommen ist dann letztlich eine Person. Und Frau Schwesig stand in Schwerin und sagte, sie tue alles dafür, dass die Pandemie bewältigt wird. Da macht man sich schon so seine Gedanken…

Dafür erfährt das die Öffentlichkeit aber reichlich spät…

Während des Lockdowns war keine Zeit für diese Debatten. Aber wir haben uns als kommunale Familie auch früher schon gegen Frau Schwesigs Stil gewehrt.

Wann denn zum Beispiel?

Bei der kostenfreien Kita. Da lastet die Landesregierung den Kommunen Kostensteigerungen auf, für die es keine Kompensation gibt. Ich halte das Projekt ja für richtig, aber die Umsetzung ist indiskutabel. Die Kommunen müssen einen riesigen Teil der Kosten bezahlen und das schwächt sie nachhaltig. Und Frau Schwesig tut so, als habe sie die kostenfreie Kita nicht nur durchgesetzt, sondern auch noch persönlich bezahlt.

In Wirklichkeit wurde sie aber nicht von Frau Schwesig beschlossen, sondern vom Landtag – mit den Stimmen von SPD und CDU.

So ist das nun mal in einer Koalition. Man muss Kompromisse machen. Deshalb kämpfen wir ja dafür, dass die CDU so stark wie möglich wird. Denn nur dann lassen sich rot-rote Experimente verhindern.

Eine Drohung, die derzeit offenbar weder auf Bundes-, noch auf Landesebene verfängt.

Das ist so, weil es uns bislang noch nicht gelungen ist, den Bürgern klar zu machen, was es heißt, wenn die Mehrheit der Stimmen an rote und grüne Parteien geht. Dann gleitet unser Land immer weiter ab in den Umverteilungs-Staat, von dem die Roten und Grünen träumen. Das Thema Mindestlohn ist ein gutes Beispiel: Jeder will höhere Löhne. Aber die SPD will vor allem deshalb 12 Euro Mindestlohn, damit sie den Bürgern hinterher auch mehr Geld wieder abnehmen kann. Und am Ende hat nur der Staat mehr, aber nicht der Bürger. Gleichzeitig erdrücken wir unsere Wirtschaft mit immer neuen Vorgaben und verlieren den Wettbewerb gegen Player wie China und sogar die USA!

Irgendwie hat man als Bürger aber den Eindruck, die CDU macht bei dieser Politik doch eigentlich auch mit – wenn auch nicht so vehement.

Die CDU hat als Regierungspartei Kompromisse machen müssen, sicher. Aber sie hat auch dafür gesorgt, dass die schlimmsten Auswüchse rot-grüner Wunschträume bislang nicht realisiert werden konnten – sowohl im Bund als auch in Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig hat die Union industriepolitisch den Wandel gestaltet, während die SPD mit sich selbst beschäftigt war. Die digitalen Impulse zum Breitbandausbau, zur Digitalisierung der Schulen und so weiter hat nicht die SPD gesetzt, sondern die Union!

Wieso hören wir das alles heute zum ersten Mal von Ihnen?

Mit Verlaub, das sage ich schon länger, das muss also auch an Ihnen liegen. Aber in der Tat hat es im Wahlkampf bislang noch nicht genug direkte Konfrontation gegeben. Auch die Sachthemen haben bislang noch gar keine große Rolle gespielt. Ich freue mich deshalb darauf, mit Frau Schwesig im Fernsehen aufeinander zu treffen.

Was ist Ihre Strategie für das TV-Duell?

Die würde ich Ihnen auch dann nicht verraten, wenn ich schon eine hätte! Tatsächlich bereiten wir das Duell sehr intensiv vor, aber natürlich erst kurz vor dem Termin. Darum gibt es tatsächlich noch keine Strategie. Was ich aber schon sagen kann: Man wird mich genau so erleben wie schon im ganzen Wahlkampf. Freundlich, sachlich, aber hart in der Sache. Ich trete dagegen an, dass Frau Schwesig dieses Land im Alleingang mit linker Politik überzieht. Und das werde ich auch deutlich machen.

Wenn Sie sich so auf das direkte Duell freuen: Warum sind Sie voriges Jahr dann nicht Minister geworden, als Lorenz Caffier zurücktrat? Dann hätten Sie das Duell jede Woche am Kabinettstisch haben können.

Aus zwei Gründen. Zum einen konnte und wollte ich voriges Jahr nicht mitten in der Pandemie meine Funktion als Landrat abgeben, das gehört für mich zur Verantwortung auch dazu. Zum anderen war und ist es mein Ziel, Frau Schwesig herauszufordern – und das geht nicht aus der Regierung heraus. Man sieht das übrigens auch in der Geschichte: In 70 Jahren Bundesrepublik sind immer wieder Ministerpräsidenten von Koalitions-Ministern aus ihrem eigenen Kabinett herausgefordert worden – und es hat meines Wissens nicht ein einziges Mal geklappt. Man ist dann einfach zu dicht dran.

Zwei der drei CDU-Ministerien sind sehr öffentlichkeitswirksam: Einerseits das Innenministerium, andererseits das Ministerium für Wirtschaft und Gesundheit. Irgendwie hat man davon aber auch nicht allzu viel gehört in letzter Zeit…

Ich habe darüber schon mit Harry Glawe und Torsten Renz gesprochen. Wir werden die sehr ansehnlichen Erfolge ihrer beiden Ministerien in den kommenden Wochen noch stärker herausstellen, denn uns ist auf der Arbeitsebene viel gelungen. Aber die beiden haben letztlich dasselbe Problem: Es gibt nun einmal die Richtlinienkompetenz der Ministerpräsidentin. Frau Schwesig hat das Recht, sich einzumischen. Und das hat sie nun einmal getan – in geradezu maßloser Form. Die Pressekonferenzen nach den Corona-Sitzungen sind ein gutes Beispiel dafür: Da stand Frau Schwesig und hat verkündet, was es zu verkünden gab. Danach hatten die Fachminister die Möglichkeit, nochmal die Nachlese zu machen und die Krümel aufzuheben, die von Frau Schwesigs Tisch gefallen waren.

Dann hätten Sie doch eigentlich die Regierung aufkündigen müssen, wenn Frau Schwesig sich nicht an die Spielregeln gehalten hat…

Da geht die Verantwortung für unser Land dann aber wieder vor Parteipolitik. Es entspricht nicht unserem Politikstil, mitten in einer Pandemie die Regierung aufzukündigen.

Sie haben in den vergangenen Monaten viel Energie darauf verwendet, sich im Westen des Landes bekannter zu machen, obwohl ihre Bekanntheit und auch die Stärke der CDU vor allem im Osten des Landes liegt. Haben Sie nicht zu viel Energie auf Westmecklenburg verwendet, anstatt zumindest den Osten hinter sich zu scharen?

Einerseits Widerspruch: Die CDU ist im Ganzen Land als starke Mitte verankert, etwa durch hunderte Mandate in den Kommunalvertretungen. Wir sind die einzige Partei, die sowohl in den Städten als auch im ländlichen Raum sichtbar ist, den übrigens alle andere Parteien nach wie vor vernachlässigen. Und meine Aufgabe als Spitzenkandidat ist es, das auch überall sichtbar zu machen. Andererseits werde ich in den kommenden Woche gerade im Osten des Landes präsent sein, weil es genau darum jetzt geht: Überall dort, wo wir besonders stark sind, auch bei der Wahl besonders stark zu sein. Und wenn Sie sich zum Beispiel anschauen, wie über das Thema Windenergie vor Ort diskutiert wird, dann stellen Sie fest, dass eigentlich niemand etwas gegen diese Form der Energiegewinnung hat – wenn die Menschen in Standortgemeinden aber nichts davon haben, dass entsprechende Anlagen errichtet werden, sondern ganz im Gegenteil die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern unterm Strich auch noch den höchsten Strompreis in ganz Deutschland zahlen, dann führt das zu Akzeptanzproblemen! Und diese werden nicht kleiner, wenn auf jeden Marktplatz eine Windkraftanlage gestellt wird. Das ist am Ende auch denjenigen klar, die mehr Windenergie fordern, aber in einer Stadt leben, wo es entsprechende Anlagen gar nicht gibt.

Sie haben gerade selbst das Stichwort „ländlicher Raum“ gegeben. Die CDU hat sich zuletzt klar von der Vorpommern-Politik des Staatssekretärs Patrick Dahlemann abgesetzt. Dabei hat sie den Posten doch erfunden!

Wir haben keinen Vorpommern-Staatssekretär erfunden, sondern einen Staatssekretär für den ländlichen Raum. Und dann ist das passiert, was nun einmal passiert, wenn man mit der SPD regiert: Sie haben aus einer guten Idee eine Schaufenster-Idee gemacht und Patrick Dahlemann erschaffen. Der reist seitdem durchs Land und tut so, als sei alles gut in Vorpommern. Was ebensowenig stimmt wie die Behauptung, es gebe nur in Vorpommern Probleme. Im Osten Mecklenburgs und sogar im Westen gibt es ähnliche Regionen wie in Vorpommern. Und um die kümmert sich nach wie vor niemand in Schwerin.

Wie sieht denn Ihre Politik für den östlichen Landesteil aus?

Ich will, dass nicht alle paar Wochen ein Staatssekretär aus einer Limousine steigt und Schecks verteilt, sondern dass das ganze Jahr gearbeitet wird. Ich bin Vorsitzender der Pomerania-Region für grenzüberschreitende Zusammenarbeit und habe erlebt, wie die Polen sich darüber beschwert haben, dass Herr Dahlemann immer nur für die Fotos vorbeikommt. Die Arbeit machen aber wir, denn die ist oft langwierig und mühevoll. Aber darum geht es: Wir brauchen ernsthafte Lösungen für ernsthafte Probleme.

Werden Sie doch mal konkret!

Zum Beispiel der Schullastenausgleich. In Löcknitz gehen viele Kinder aus Polen zur Schule, was ohne Zweifel eine großartige Errungenschaft ist. Aber es gibt keinen Ausgleich der Kosten. Dafür müssen wir mit der polnischen Seite eine Regelung aushandeln, so wie wir es beispielsweise auch bei unseren Nachbar-Bundesländern haben. Mir ist das als Landrat bei anderen Themen auch schon gelungen, etwa beim Transport im Rettungswagen. Das geht inzwischen auch über die Landesgrenze, weil wir dafür einen Vertrag geschlossen haben. Früher mussten die Patienten an der Grenze vom einen in den anderen Rettungswagen umgeladen werden. Das war unwürdig und mitunter lebensgefährlich.

Blicken wir zum Schluss nochmal auf die Umfragen. Mal ganz ehrlich: Sie wollten Ministerpräsident werden, das können Sie sich inzwischen wohl abschminken. Was wäre, ausgehend von den aktuellen 15 Prozent für die Union, ein erfreuliches Ziel, dass man sagen kann: Wir sind nochmal mit einem blauen Auge davongekommen?

Ich will mir das alles nicht zu eigen machen: Im Wahlkampf geht es um Sieg und nicht um Niederlage. Aber man muss es ganz klar sagen: Bei der aktuellen Umfragelage wäre die CDU wohl nicht mehr in der Regierung, sondern es gäbe Rot-Rot oder Rot-Rot-Grün. Dann ist es Aus mit den soliden Landesfinanzen, dann steigen die Abgaben für alle Bürger und der Fokus des politischen Interesses verlagert sich endgültig in die Städte. Das müssen wir als Union verhindern. Und dafür kämpfe ich vor allem.

Gibt es dafür eine Ziellinie? Vielleicht 20 Prozent – ein Prozentpunkt mehr als 2016?

Die Ziellinie lautet, zu verhindern, dass gegen die CDU eine Regierung gebildet werden kann. Wenn es die Möglichkeit zu Rot-Rot oder Rot-Rot-Grün gibt, dann wird Frau Schwesig das auch machen. Und das will ich nicht.

Wenn man das alles so hört, steht zu befürchten, dass es in einer rot-schwarzen Landesregierung nach dieser Wahl am Kabinettstisch nicht gerade gemütlich wird.

Ganz ehrlich: Das war es mit Frau Schwesig noch nie. Aber darum geht es auch nicht. Es geht um solide Politik für dieses Land.

 

Noch unentschieden? Mit dem Wahlswiper lassen sich die Positionen der verschiedenen Parteien bei der Landtagswahl 2021 in Mecklenburg-Vorpommern vergleichen. Lesen Sie hier dazu mehr.

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Kommentare (7)

Was ein Sack wie dieser der Ministerpräsidentin vorwirft, hätte er genau so gut der CDU-Kanzlerin sagen sollen: "Es war de facto der Alleingang einer Frau, die ohne jede Rücksprache mit dem Parlament oder ihren Ministerien entschieden hat, was sie gerade für richtig hielt." Warum schweigt er, wenn es gegen Merkel geht ? Und warum diffamiert er, wenn es gegen die SPD geht ? Dreimal darfst Du raten....

Man denke bei dem Namen Sack mal auch an den Namen Dirk Scheer. https://www.nordkurier.de/anklam/was-hinter-der-anzeige-gegen-dirk-scheer-steckt-1036058207.html

Danach wird man besser imstande sein, sich vom "Charakter" des Herrn Sack ein Bild zu machen. Und so was will Ministerpräsident werden ? Die CDU soll mal demütig in sich gehen und an die zahlreichen Skandale denken, als es um die Beschaffung von FFP-2-Masken gegangen ist. Ich habe Sack nicht protestieren gehört.

Etliche andere Passagen der Sack´schen Äußerungen verdrehen die Tatsachen, wie die Behauptung, unter einer SPD-geführten Landesregierung würden die Ausgaben für die Bürger steigen. Wer hat denn in 15 Jahren CDU-Kanzlerschaft dafür gesorgt, dass die GEZ-Zwangsgebühren steigen, die Energiepreise steigen, eine CO2-Abgabe eingeführt wird, die Rentenbesteuerung wächst, die Mehrwertsteuer um 3 Prozentpunkte erhöht worden ist, die Grundsteuerreform zu Erhöhungen führt usw. usf. ??

Dass Sack Partei ergreift für kritisierende Polen (ZITAT: "wie die Polen sich darüber beschwert haben, dass Herr Dahlemann immer nur für die Fotos vorbeikommt"), ist doch nur seinem Neid geschuldet, dass Sack als Landrat des Landkreises in diesem Landkreis nur zu einem Bruchteil der Menge Menschen begegnet ist wie es bei Herrn Dahlemann der Fall ist und demzufolge er seltener Anlass zum Fotografieren bietet. Im Übrigen: Was geht es polnische Bürger an, wo Dahlemann finanzielle Hilfen überbringt ? Warum kümmert sich Sack nicht um die Belange vorpommerscher deutscher Bürger, Bürger aus Eggesin, Ahlbeck, Gegensee, Hintersee), die sich seit Jahren beschweren, dass von den polnischen Bürgern die Strecke der L 28 (Eggesin-Hintersee) zur Rennstrecke für ihre Autos gemacht wird ?

zustimmen. Und die Skandale in der CDU betreffen ja nicht nur die Bundes-CDU, auch hier im Land gibt es genug aufzuklären. Der Caffier und sein Waffen"kauf", sein Wochenendhaus im Naturschutzgebiet sind nur 2 Beispiele für Verfehlungen. Wobei man dort wohl auch bei jeder anderen Partei Sachen findet, wenn man nur genug sucht.
Jedenfalls sind für mich die 15% für die CDU völlig ausreichend. Mehr muss nicht sein, außer es wählen weniger die ganz Rechtsaußen und dafür die Schwarzen.

Fischesterben an der Peene , Abwasser aus Zuckerfabrik
Till Backhaus SPD war verantwortlich.
Schweinezuchtanlage Tellin, trotz laufendem Verfahren vor der Verwaltungsgericht wegen Brandschutzmängeln in Betrieb gegangen, ca. 5000 Schweine qualvoll umgekommen
verantwortlich Till Backhaus SPD.
Hunderte von Windkraftanlagen ohne Akzeptanz durch die Bevölkerung, ohne Mindestabstände, Herr Pegel SPD.
Tourismus also Haupteinnahmequelle in Küstennähe an die Wand gefahren, SPD.
Werften bezuschusst anstatt Bildungsauftrag erfüllt,
chinesische Investoren wichtiger als gut Schulen SPD.
Wer SPD wählt, also Frau Schwesig und die SPD hat vieles nicht verstanden oder verdrängt die katastrophalen Regierunsergebnisse der letzten 5 Jahre

Es waren ca. 56000 Ferkel und Muttersauen .
Und die nächsten großanlagen wie z.B. die Großsshühnerfarm nähe Waren Müritz steht schon wieder an Herr Backhaus SPD lernt nichts dazu.

wird sich zeigen oder auch nicht, egal. Was den ehemaligen Dezernenten betrifft, das können Leute, die mit ihm zu tun hatten, am Besten bewerten und es wundert nicht, daß er damals von den Linken oder von mir aus auch von der ehemaligen Mauerschützenpartei aufgestellt wurde.
Das das wundert nicht:

https://www.nordkurier.de/anklam/netzwerk-in-vorpommern-sagt-uebergewicht-bei-kindern-den-kampf-an-2343614505.html

Auch ich konnte kurz nach der Wende beobachten, wie große SED Bonzen und MfS-Bedienstete sich blitzschnell in Kapitalisten umwandelten, als wäre die Propaganda, vor allem die der Politoffiziere Schall und Rauch. Sie glaubten scheinbar selbst nicht, was sie quasselten oder taten es für Geld und Macht.

Erschreckend, alte Eingesessene wissen, was ich meine.

Waren sie doch zu DDR-Zeiten die Schlimmsten, die meinten, es gäbe im Sozialismus kein Privateigentum, so waren sie nach der Wende die ersten, die ihre Grundstücke, vor allem die am See, die sie zu DDR-Zeit aufgrund ihrer besonderen Tätigkeiten erhielten, an die kein normaler Bürger kam, ganz schnell einzäunten mit dem Schild am Zaun: Privat - Betreten verboten!

So mußte ich mitansehen, daß mein geliebter See, umgeben vom Wald nach und nach an vielen Stellen nicht mehr zugänglich ist, privatisiert von den SED-Schergen der DDR, die heute wieder oben auf sind.
Ein ewiges Trauerspiel der Geschichte. Die größten Halunken schaffen es immer wieder, weil der Filz nie entwirrt wird, ob nun nach den Kriegen oder nach der DDR.
Egal, das ist eben der Zeitgeist und es wird gerafft und privatisiert bis alles verscherbelt ist - die Zeit der Raubritter...

Der ewige Notstand

https://peymani.de/der-ewige-notstand-die-regierenden-geben-ihr-machtinstrument-nicht-mehr-her/

Keine Frage zu Amthor? Ziemlich seicht und viel zu sehr CDU-affin. Ist man ja leider vom Nordkurier gewöhnt. Schade.