STATT KOALITIONS-ÜBERLEGUNGEN

CDU-Mann legt gemäßigten AfD-Abgeordneten Wechsel zur CDU nahe

Sascha Ott weist eine Zusammenarbeit mit der AfD zurück. Er lädt aber die gemäßigten AfD-Abgeordneten zum Wechsel in seine Partei ein.
Gabriel Kords Gabriel Kords
Sascha Ott hat einen "Konservativen Kreis" innerhalb der CDU Mecklenburg-Vorpommerns gegründet.
Sascha Ott hat einen „Konservativen Kreis” innerhalb der CDU Mecklenburg-Vorpommerns gegründet. Jens Büttner
Schwerin.

Der frühere Hamburger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hatte am Mittwochabend in der Fernsehsendung „Maischberger” gesagt, die CDU müsse unter Umständen über eine Koalition mit der AfD nachdenken. Zumindest die CDU Mecklenburg-Vorpommern erteilte dem am Donnerstag allerdings eine Absage: „Wir haben uns vor der Landtagswahl und auch zur Bundestagswahl klar geäußert: Es gibt keine Koalition mit der AfD“, sagte CDU-Landesgeneralsekretär Wolfgang Waldmüller auf Nordkurier-Anfrage.

Der Sprecher des Konservativen Kreises, Sascha Ott (CDU), stieß ins selbe Horn: Eine Zusammenarbeit mit der AfD sei schon deshalb undenkbar, weil die AfD zu heterogen sei. „Jeder sieht doch die Flügelkämpfe, die in der AfD auf allen Ebenen stattfinden”, sagt Ott. So lange die Partei das nicht im Griff habe, sei sie auch kein ernst zu nehmender Koalitionspartner.

Ott: Gemäßigte AfD-Leute sollten zur CDU wechseln

Sehr gut vorstellen könnte sich Ott allerdings, dass gemäßigte AfD-Abgeordnete im Schweriner Landtag in die CDU wechseln. „Einige AfD-Abgeordnete könnte ich mir sehr gut als CDU-Abgeordnete vorstellen. Aus meiner Sicht wäre das für alle Beteiligten eine gute Sache”, findet Ott.

In der CDU gebe es jedenfalls durchaus die Bereitschaft zu Veränderungen und dazu, zu sagen: „Natürlich haben wir den ländlichen Raum vernachlässigt und das müssen wir auch wieder gut machen.” Der ein oder andere "Überläufer” aus der AfD könne zudem dabei helfen, das konservative Profil der CDU zu schärfen. Eine „Win-Win-Siuation”, wie Ott findet.

Ott war im Herbst 2016 bekannt geworden, als die CDU ihn für den Posten des Justizministers nominiert und diese Nominierung dann im letzten Moment wieder zurückgezogen hatte. Als Grund war eine vermeintliche Nähe Otts zu Positionen der AfD gewesen, weil er einige Facebook-Seiten der AfD mit „Gefällt mir” markiert hatte. Tatsächlich war Ott allerdings einer Intrige aus den eigenen Reihen zum Opfer gefallen.

AfD-Mann Holm: „Weder ernst gemeint noch ernst zu nehmen”

Der AfD-Spitzenkandidat für Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, erklärte, die Äußerungen von Beusts seien „weder ernst gemeint noch ernst zu nehmen”. Niemand in der AfD wolle zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit der „Merkel-CDU” koalieren, sagt Holm weiter: „Scheindebatten über eine mögliche AfD-Regierungsbeteiligung sind jetzt völlig unnötig.”

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Kommentare (2)

läuft es jetzt gerade. Der rechte Rand der CDU bröckelt langsam weg und wird von der AfD aufgfangen. Das beste Beispiel ist Erika Steinbach, auch wenn sie noch kein Mitglied ist. Insbesondere aber gilt es für die rechte Wählerschaft der CDU.

gilt nicht nur für die rechten Ränder der CDU Merkel, auch CSU - den Seehofer, den ewigen Umfaller braucht kein XXX genau wie seine Komplizin, ebenso die Parteien gelb grün rot und sozis spd - alles was sich bei der AFD aufgehoben und vertreten fühlt dahin - ein pol. und soz. Neuanfang in D ist zwingend notwendig