CDU-Landesverband

CDU-Nachwuchs macht der Parteispitze nach Wahlschlappe Dampf

Der Jungen Union geht der Neuerungsprozess nach der „desaströsen” Wahlschlappe zu langsam. Und dem CDU-Nachwuchs fehlt etwas ganz wichtiges.
„Nur aus einer Neuausrichtung der Partei können auch neue Machtoptionen für die CDU wachsen”, sagt JU-Chef Georg Günther.
„Nur aus einer Neuausrichtung der Partei können auch neue Machtoptionen für die CDU wachsen”, sagt JU-Chef Georg Günther. Matthes Trettin
Schwerin

Vor wenigen Tagen hatte Franz-Robert Liskow, frisch gewordener Vater und CDU-Fraktionschef im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns, im Gespräch mit dem Nordkurier noch angekündigt, dass man sich mit der Wahl eines neuen CDU-Landesvorsitzenden noch Zeit lassen werde. Diese Frage solle auf einem Parteitag im „ersten Quartal des neuen Jahres” entschieden werden, so Liskow. Auf dem Parteitag solle auch die Wahlniederlage der Landtagswahl von Ende September aufgearbeitet werden.

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Doch diese eher gemächliche Vorgehensweise gefällt der Nachwuchsorganisation der CDU überhaupt nicht. Die Junge Union (JU) fordert mehr Tempo bei der Neuausrichtung der Landespartei. In einer offiziellen Pressemitteilung der JU heißt es: „Der JU-Landesverband sowie die Kreisverbände der Jungen Union Rostock, des Landkreises Rostock, Mecklenburgische Seenplatte, Nordwestmecklenburg, Vorpommern-Rügen, Vorpommern-Greifswald und Schwerin bekräftigen den Wunsch nach einem Neuanfang innerhalb der CDU in MV.”

Der Landesvorsitzende der Jungen Union, Georg Günther, macht Druck: „Nach der desaströsen Land- und Bundestagswahl ist es Zeit, dass sich die CDU in unserem Bundesland neu ausrichtet. Es bedarf einer Kraftanstrengung unter Beteiligung der gesamten Partei. Für uns sind ausschließlich personelle Veränderungen unzureichend.”

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Mit anderen Worten: Dem CDU-Nachwuchs ist die Wahlanalyse viel zu kurz gekommen. „Ohne es zu personalisieren – aber der holprige Wahlkampf ist suboptimal gelaufen”, sagt Günther auf Nordkurier-Nachfrage. Die CDU müsse auch schauen, ob sie auf die richtigen Themen setze. Und was wären das für Themen? „Wir müssen genau hinsehen, was die Menschen gerade im ländlichen Raum bewegt. Auch Wirtschaftsfragen sind extrem wichtig.”

Die Nachwuchs-Verbände sehen die Landes-CDU daher in der Pflicht, sich auch einer Neustrukturierung und inhaltlichen Aufarbeitung zu stellen. Dabei müsse die Parteibasis eine elementare Rolle spielen und einbezogen werden, so Günther. Kurzfristig sollte deshalb jedes Mitglied ein Angebot der Teilhabe über digitale Formate und langfristig durch Regionalkonferenzen erhalten. Und noch etwas ist dem JU-Chef wichtig: „Gleichzeitig ist die Oppositionsarbeit der CDU im Bund und im Land auf die Mitarbeit der kommunalen Mandatsträger sowie Parteigremien auszudehnen.”

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In dem Zusammenhang verweist Günther darauf, dass die JU in MV bereits ihre Hausaufgaben gemacht habe und mit einer eigenen Reformkommission weitere Vorschläge für die Neuausrichtung der CDU sammele. Die Zeiten, in denen der CDU-Vorsitz oder inhaltliche Fragen eher in Hinterzimmern oder kleineren Kungelrunden ausgewürfelt werde, müssten nach Einschätzung der JU endgültig der Vergangenheit angehören. Denn: „Nur aus einer Neuausrichtung der Partei können auch neue Machtoptionen für die CDU wachsen.”

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