Fischbestände in Gefahr
CDU-Politiker will Robben abschießen lassen

CDU-Mann Werner Kuhn bringt den Abschuss von Robben ins Gespräch.
CDU-Mann Werner Kuhn bringt den Abschuss von Robben ins Gespräch.
NK-Archiv (Kombo: NK)

Für die meisten sind Robben einfach nur niedlich, für Fischer könnten sie zur verhassten Konkurrenz werden. CDU-Mann Werner Kuhn hat dagegen einen Plan.

Deutliche Rückgänge beim Heringsbestand machen Fischern im Ostseeraum Sorgen – darauf hat jetzt der CDU-Europaabgeordnete Werner Kuhn hingewiesen. Kuhn, dessen politische Heimat Vorpommern ist, ist Vize-Chef des EU-Fischereiausschusses. Derzeit wirbt er für eine Petition, die das von der Wissenschaft empfohlene Fangverbot für 2019 verhindern will. Durch das Verbot soll sich die Population erholen.

Die Fischer machen neben klimatischen Veränderungen die zunehmende Robbenpopulation in der „Kinderstube des Herings“, dem Greifswalder Bodden, für den Rückgang der Heringsbestände in der westlichen Ostsee verantwortlich. Kuhn schloss in diesem Zusammenhang künftig Abschüsse von Robben zur Bestandsregulierung nicht aus, wenn nachgewiesen sei, dass der Robbenbestand eine stabile Größe erreicht habe und eine fischereiliche Tätigkeit nicht mehr möglich sei. Bislang ist dies allerdings nicht der Fall.

Robben bekamen erstmals wieder Nachwuchs

In den vergangenen Monaten war einerseits bekannt geworden, dass die Robben, die an der deutschen Ostseeküste lange als ausgerottet galten, dort erstmals wieder Nachwuchs bekommen haben. Zum anderen hatte ein mysteriöses, wahrscheinlich mutwillig herbeigeführtes Robbensterben für Bestürzung an der Küste gesorgt.

Dass Kuhn bereits jetzt den Abschuss von Robben ins Gespräch bringt, könnte mit den Erfahrungen zusammenhängen, die in den vergangenen Jahren mit Bibern und Wölfen gemacht wurden: Beide Tiere wurden im Nordosten wieder angesiedelt, nachdem sie vollständig ausgerottet waren – inzwischen gibt es mit beiden Probleme. Die Biber sorgen mit ihren Dämmen regelmäßig für Überschwemmungen, die Wölfe reißen regelmäßig auch Nutzvieh.

In beiden Fällen sind die Tiere aber so hoch geschützt, dass ihre „letale Entnahme” aus dem Bestand – wie die Tötung in Politiker-Kreisen gern genannt wird – rechtlich kaum möglich ist. Kuhn will durch die frühzeitige Debatte über Robben-Tötungen möglicherweise dafür sorgen, dass für dieses Problem bei den Robben rechtzeitig Lösungen existieren, wenn es erstmals entsteht.