KEIN EMPFANG

CDU startet Funkloch-Vermessungstour durch MV

Die CDU-Landtagsfraktion hat den Funklöchern im Land den Kampf angesagt. Die tiefsten im Land lässt Fraktionschef Vincent Kokert jetzt öffentlichkeitswirksam vermessen.
Wustrows Bürgermeister Heiko Kruse (CDU) und CDU-Landeschef Vincent Kokert am Funkloch-Messwagen, den die CDU-Landtagsfraktion in den kommenden Tagen durch MV fahren lässt.
Wustrows Bürgermeister Heiko Kruse (CDU) und CDU-Landeschef Vincent Kokert am Funkloch-Messwagen, den die CDU-Landtagsfraktion in den kommenden Tagen durch MV fahren lässt. Gabriel Kords
Seewalde.

Kurzer Blick auf die Handydisplays: „Kein Netz” – egal ob bei der Telekom, bei Vodafone oder O2. Der Start der Funkloch-Vermessungstour, die CDU-Landtagsfraktionschef Vincent Kokert am Freitag begonnen hat, verläuft wie im Bilderbuch. In Seewalde, einem Ortsteil von Wustrow bei Wesenberg, funktioniert wirklich überhaupt kein Handy.

„Seit Jahren, im Grunde schon seit Jahrzehnten, haben wir dieses Problem”, sagt Bürgermeister Heiko Kruse (CDU): „Seewalde ist am schlimmsten betroffen, aber es gibt noch weitere Ortsteile ohne vernünftige Handyversorgung.” So ist es auch kein Wunder, dass allein aus Seewalde in der Funklochmelder”-App der CDU-Landtagsfraktion fast 100 Meldungen über Netzprobleme eingingen. Über 16.000 Funklöcher haben Bürger dort seit dem Start der Aktion gemeldet.

Die Aktion hat PR-Charakter, aber das Thema ist ernst

„Einige der am schlimmsten durchlöcherten Regionen wollen wir jetzt noch einmal nachmessen lassen, um valide Daten zu haben”, sagt CDU-Fraktionschef Vincent Kokert. Am Freitag startete die Tour in Seewalde, die Route führt unter anderem über den Kummerower See nach Usedom, wo das Messfahrzeug mit Spezialtechnik am Abend erwartet wird. In nächster Zeit sind weitere Fahrten im westlichen Landesteil geplant.

Die Aktion hat natürlich eher PR-Charakter, doch Kokert betont, die Landesregierung habe – auf Druck der CDU – inzwischen auf die Funkloch-Probleme reagiert: „Wir haben ein Programm auf den Weg gebracht, mit dem Gemeinden beim Aufstellen von Funkmasten unterstützt werden sollen”, sagt Kokert. 50 Millionen Euro aus der Landeskasse werden dafür bereitgestellt. Der Plan: Wenn die Gemeinden die Funkmasten aufstellen, hängen die Netzbetreiber wenigstens ihre Antennen dran.

Ein Dorf wartet auf Anschluss ans Internet

„Sobald das Programm offiziell läuft, stellt meine Gemeinde einen Antrag”, verspricht Wustrows Bürgermeister Kruse. In Seewalde warten etliche Anwohner und Gewerbetreibende sehnlichst darauf. In dem Ort gibt es eine Waldorfschule, eine Behinderteneinrichtung, einen Hofladen mit Pensionsbetrieb – außerdem wohnen drei Ärzte und eine Hebamme hier. Sie alle seien auf gutes Netz angewiesen, sagt Bürgermeister Kruse: „Das ist wirklich ein Hemmschuh für die touristische Entwicklung hier.” Zumal es in Seewalde auch keine vernünftige Breitband-Versorgung aus dem Festnetz gibt.

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