Lehrlings-Mangel

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CDU will Meisterausbildung aufwerten

In dieser Woche wird sich der Landtag in Schwerin mit einer Aufforderung zur Aufwertung der Dualen Ausbildung befassen.
In dieser Woche wird sich der Landtag in Schwerin mit einer Aufforderung zur Aufwertung der Dualen Ausbildung befassen.
Marcus Brandt

2005 gab es in MV noch fast 12.000 Lehrlinge im Handwerk, Ende 2017 waren es noch 5100. Die CDU-Fraktion im Schweriner Landtag will gegensteuern.

Die CDU-Fraktion im Schweriner Landtag fordert angesichts des Einbruchs bei Ausbildungsverträgen im Handwerk eine Reform der Meisterausbildung. Wie der wirtschaftspolitische Sprecher Wolfgang Waldmüller sagte, hat sich die Zahl der Neuverträge in Mecklenburg-Vorpommern seit 2005 mehr als halbiert.

Während es 2005 noch fast 12.000 Lehrlinge im Handwerk gab, seien es Ende 2017 nur noch gut 5100 gewesen. In dieser Woche wird sich der Landtag mit einer Aufforderung zur Aufwertung der Dualen Ausbildung befassen.

Meisterpflicht im Handwerk „empfindlich geschwächt”

Einen Grund für das Problem sieht Waldmüller in der Novelle der Handwerksordnung im Jahr 2004. Damit sei die Meisterpflicht im Handwerk empfindlich geschwächt worden, die akademische Ausbildung werde seitdem als deutlich attraktiver angesehen. „Wir sehen hier den Bund in der Pflicht”, sagte Waldmüller.

„Meisterpflichtige Gewerke in der Handwerksordnung müssen dringend aufgewertet werden.” Schulabgänger müssten duale und akademische Ausbildung als gleichwertige Alternativen verstehen. „Diese Gleichwertigkeit ist aber schwer zu vermitteln, solange eine Kostenbefreiung beim Hochschulstudium selbstverständlich ist, bei der Meisterausbildung jedoch nicht”, monierte Waldmüller.

Auf europäischer Ebene sollte stärker für das deutsche Ausbildungssystem geworben werden. Es stehe im europäischen Vergleich für eine sehr geringe Jugendarbeitslosigkeit.